09. Oktober 2018 / 22:47 Uhr

So denken die Fans über das öffentliche DFB-Training: "Schöner erster Zug" - doch mehr nicht?

So denken die Fans über das öffentliche DFB-Training: "Schöner erster Zug" - doch mehr nicht?

Heiko Ostendorp
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Unter Beobachtung: Die deutschen Nationalspieler trainierten in Berlin vor den Augen von 5 000 Fans.
Unter Beobachtung: Die deutschen Nationalspieler trainierten in Berlin vor den Augen von 5 000 Fans. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
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Die Nationalmannschaft will zurück zu den Fans. Erste Annäherung: Ein öffentliches Training in Berlin. Doch trotz einiger positiver Aspekte gab es auch kritische Stimmen zu diesem neuen Weg der DFB-Elf zu vernehmen.

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Als Joachim Löw gegen Mittag nach der Ankunft am Berliner Mannschaftshotel Das Stue gefragt wurde, ob er sich noch an das letzte öffentliche Training der Nationalelf auf deutschem Boden erinnern kann, musste der Bundestrainer kurz überlegen. „Das ist schon eine Weile her“, antwortete Löw. Tatsächlich waren satte vier Jahre vergangen, bis es gestern Abend im Amateurstadion der Berliner Hertha zur ersten „offenen“ Einheit kam. Am 1. September 2014 öffnete der DFB letztmals die Türen, damals als frischgebackener Weltmeister vor der Neuauflage des WM-Finals gegen Argentinien in Düsseldorf. 45 000 Zuschauer kamen damals in die Esprit-Arena und feierten die Helden von Rio, die eine lockere Showeinheit ablieferten.

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Genau das war diesmal anders – der Rahmen kleiner, die Intensität höher. Löw erklärte vor dem Training in Berlin: „Es war Teil unserer Selbstkritik nach der WM. Wir haben gesagt, dass wir uns unseren Fans wieder mehr öffnen wollen. Wir wollen nichts inszenieren, sondern sie einfach mal teilhaben lassen. Wir wollen den Fans auch zeigen, dass wir richtig arbeiten, und freuen uns darauf. Das ist auch für uns ein tolles Erlebnis.“

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Kinder kreischen - doch die ganz große Euphorie blieb aus

Bei strahlendem Sonnenschein dauerte es zwar etwas, bis sich die Tribünen im Stadion am Wurfplatz auf dem Olympiagelände füllten, doch als es mit etwas Verspätung gegen 17.45 Uhr endlich losging, waren rund 5000 Fans da und nahmen die DFB-Elf (ohne Leon Goretzka, für den Serge Gnabry nachrückt, Marc-André ter Stegen, Jonas Hector und Kevin Trapp, für den Bernd Leno nachnominiert wurde) freundlich im Empfang – Kinder kreischten fröhlich. Nationalspieler hautnah.

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Und wie reagierten die Fußballstars? Sie gaben sich redlich Mühe, schrieben Autogramme und machten Selfies. Die ganz große Euphorie blieb noch aus. Es gab nur wenige Plakate. Irgendwie wirkte die Stimmung noch verhalten.

Skeptischer Fan ist sich sicher: "Diese Einheit gibt es nur, weil die Fans es gefordert haben"

Längst nicht alle Fans sind überzeugt davon, dass die neue Nähe aus völlig freien Stücken entstanden ist. Manfred Speck (59) sagte vor Beginn des Trainings: „Ich finde es schön, dass ich die Nationalmannschaft sehen kann, aber ich weiß auch, was dahintersteckt“, so der Berliner, der glaubt: „Diese Einheit gibt es nur, weil die Fans es gefordert haben.“ Auch Thomas Mertens (35) bleibt skeptisch: „Vier Jahre mussten wir Fans darauf warten, die DFB-Spieler beim Training zu sehen. Ich finde, dass es ein schöner erster Zug ist. Aber es hat auch etwas von PR-Gag, um die Wogen nach der schlechten WM zu glätten.“ Und Mario Stolz (50) hofft, dass es nun künftig regelmäßig öffentliche Einheiten geben wird: „Solche Trainings braucht der deutsche Fußballnachwuchs. Die Kinder wollen doch ihre Idole sehen. Nur sollte es nicht eine einmalige Sache bleiben.“

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Bis zur endgültigen Versöhnung mit den Fans ist es nach dem WM-Debakel also offenbar noch ein weiter Weg. Aber das Nationalteam gab sich an diesem Dienstag redlich Mühe, den Vorwurf der Abschottung während der WM vergessen zu machen. „Das Wichtigste ist für die Kinder, dass sie die Spieler aus der Nähe sehen, Autogramme bekommen und Selfies machen können“, sagte Oliver Bierhoff. Ganz neue Töne des Teammanagers, der auch noch ankündigte, Trainingseinheiten vor Fans soll es wieder in „regelmäßigen Abständen“ geben.

Zum Abschluss gab es von den 16 Feldspielern und zwei Torhütern reihenweise Tore beim Abschluss-Kleinfeldturnier – mit Torjubel von den Fans auf der Tribüne. Auf die hofft Löw auch in der Nations League am Sonnabend gegen die Niederlande und am Dienstag gegen Frankreich. In den beiden Spielen geht es dann auch gegen den Abstieg aus der Gruppe A. „Wir stehen weiter unter Beobachtung“, sagte Löw – nicht nur am Dienstag bei den Fans.

Von Heiko Ostendorp und Robert Hiersemann

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