22. Oktober 2018 / 20:32 Uhr

Sören Gonther füllt Lücke bei Dynamo Dresden aus

Sören Gonther füllt Lücke bei Dynamo Dresden aus

Stefan Schramm
Im Verbund mit Torwart Markus Schubert (links) konnte Dresdens Kapitän Sören Gonther (Mitte) diesen Torschuss von Aues Ex-Dynamo Pascal Testroet unschädlich machen.
Im Verbund mit Torwart Markus Schubert (links) konnte Dresdens Kapitän Sören Gonther (Mitte) diesen Torschuss von Aues Ex-Dynamo Pascal Testroet unschädlich machen. © Worbser
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Der dynamische Innenverteidiger Gonther lässt seine lange Verletzungspause hinter sich und ist im richtigen Moment wieder fit.

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Dresden. Fast genau ein Jahr Leidenszeit ist vorüber. Jetzt hat er sich endgültig auf dem Rasen zurückgemeldet: Sören Gonther ist nach seinem Kreuzbandriss wieder fit. Im Zweitliga-Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue absolvierte der 31-Jährige am Freitagabend für Dynamo Dresden sein erstes Pflichtspiel über 90 Minuten seit dem 20. September 2017 – jenem verhängnisvollen Tag, an dem er sich bei der 0:2-Heimniederlage gegen Arminia Bielefeld so schwer am Knie verletzte.

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Im September dieses Jahres kämpfte er sich im Training wieder an die Mannschaft heran. Erstmals wieder in den Kader schaffte er es jedoch erst vor zwei Wochen im Spiel beim 1. FC Magdeburg. Und prompt belohnte Trainer Maik Walpurgis seinen Schützling mit einem Kurzeinsatz in den letzten Spielminuten. Vor einer Woche konnte Gonther dann beim 5:1-Testspielsieg in Großaspach überzeugen. Er ist nunmehr exakt in dem Moment zur Stelle, wenn er am dringendsten gebraucht wird. Denn bei den Schwarz-Gelben herrscht Innenverteidigermangel.

„Ich habe mich brutal gefreut“

Nachdem sich Florian Ballas und Jannik Müller schon zu Saisonbeginn verletzt hatten und jeweils seit mehr als zwei Monaten fehlen, fiel nun Marco Hartmann mit einer Knieblessur aus. Somit blieben – den seit Wochen im Abwehrzentrum agierenden Brian Hamalainen hatte Dynamo vor der Saison eigentlich als Außenverteidiger verpflichtet – nur zwei „echte“ Innenverteidiger: Dario Dumic und eben Sören Gonther, der gegen die „Veilchen“ die Dreierkette nicht nur einfach komplettierte, sondern auf der zentralen Position und sogar als Kapitän der SGD zum Einsatz kam.

„Nach der langen Zeit habe ich mich brutal gefreut. Es war ein riesiger, emotionaler Moment für mich, in dem Spiel die Mannschaft anführen zu dürfen. Da weiß man, wofür man die ganzen Monate gearbeitet hat. Ich war heute im Hotel schon voller Vorfreude“, erzählte Gonther im Anschluss an das 1:1-Unentschieden im Duell der beiden sächsischen Zweitligisten. Nun fehle dem Ex-St.-Paulianer aber noch weitere Spielpraxis. Neben ihm feierten auch Patrick Möschl und Erich Berko gegen Aue ihr Startelfdebüt für diese Zweitligasaison.

„Die Jungs haben sich gerade auch in den letzten beiden Wochen diesen Startplatz erarbeitet durch top Trainingsleistungen, durch ein tolles Spiel in Großaspach. Insofern ist das für sie auch ein großer Schritt und das haben sie ordentlich gemacht“, fand Trainer Maik Walpurgis anerkennende Worte für das Trio. Doch der 45-Jährige weiß auch, wie schwer es ist, die Ausfälle gleich zweier Leitwölfe wie Marco Hartmann und Patrick Ebert zu kompensieren. „Das haben wir heute auch gesehen. Im Training und im Testspiel haben wir es deutlich besser gemacht, aber der Ligaspieltag ist dann doch noch mal etwas anderes. Natürlich sind ,Harti’ und ,Ebi’ schon zwei Anführer auf dem Platz mit ganz viel Erfahrung. Sie hätten uns sicherlich auch in der einen oder anderen Situation stabilisiert und uns auch bei Standardsituationen oder aus dem Spiel heraus gutgetan.“

Außenverteidiger Philip Heise pflichtete dem Chefcoach bei. Immens gefehlt habe „vor allem einer im Zentrum, der nach vorne geht, der sich was traut, die Bälle nach vorne spielt – ob auf der Sechs oder auf der Zehnerposition.“ Angesprochen auf Ebert und Hartmann, relativierte Rico Benatelli aber: „Klar sind das wichtige und gute Spieler, aber ich denke, die, die dafür reinkamen, haben es auch gut gemacht.“ Einer davon war eben Sören Gonther, der die Abwehr bis auf das eine oder andere Abstimmungsproblem mit seinen Nebenleuten insgesamt ordentlich zusammenhielt. Im ersten Pflichtspiel über die volle Zeit seit 13 Monaten eine achtbare Leistung.

Zu wenig Entlastung vor dem Gegentor

Dennoch: Ein Gegentor des FC Erzgebirge ließ Dresdens Defensivverbund zu. Schütze Philipp Riese bekam vom früheren Dresdner Stürmer Pascal Testroet den Ball aufgelegt. Dennoch war „Paco“ über weite Strecken bei der Abwehr der Schwarz-Gelben in besten Händen: „Insgesamt haben wir ihn oft auch gut verteidigt. Beim Tor ist es eine Fehlerkette. Aber wir wissen ja auch, dass er das gut macht, die Bälle festmacht und die Jungs nachrücken“, erklärte Sören Gonther.

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Zum Gegentor kam es aber auch deshalb, weil es nach vorn oft zu wenig Entlastung gab. Das betraf die ersten 25 Minuten des Spiels gegen die „Veilchen“, aber auch phasenweise den langen Zeitraum ab der 53. Minute, als Dynamo nach dem Platzverweis gegen Nicolai Rapp in Überzahl auf dem Rasen des Rudolf-Harbig-Stadions war. Trotzdem war die Verteidigung gegen die zu zehnt mutig agierenden Gäste keineswegs arbeitslos.

Sören Gonther jedenfalls konnte die eine oder andere Lücke füllen, auch wenn er noch nicht ganz der alte ist. Trotz der bevorstehenden Rückkehr von Patrick Ebert nach Ablauf seiner Gelbsperre und wohl auch von Marco Hartmann möchte der gebürtige Hesse Gonther nicht zurück auf die Bank. „Es ist natürlich klar, dass ,Harti’ auch mit der Absicht kommt, zu spielen. Das ist ja auch kein System, in dem ,Harti’ oder ich spielen“, so Sören Gonther. Deswegen sei die Entscheidung darüber dann auch Sache des Trainers. Dennoch bleibt der 31-Jährige aber auch demütig: „Für mich ist jetzt nicht die Zeit, hier irgendwelche Kampfansagen zu bringen. Ich bin froh, dass ich gesund bin, und über die Minuten, in denen ich der Mannschaft auf dem Platz helfen kann.“

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