08. November 2018 / 19:35 Uhr

Spiel mit Brisanz: BSG Chemie empfängt den FC International

Spiel mit Brisanz: BSG Chemie empfängt den FC International

Frank Müller
Inter-Coach Heiner Backhaus 
Inter-Trainer Heiner Backhaus lobt die Leutzscher Fankultur: „Ich finde, was Chemie da an Emotionalität aufbaut, toll. Diese Zuschauer sind in der Oberliga einmalig, ich finde solch gelebte Fankultur Weltklasse.“ © Christian Modla
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Spitzenspiel in der Oberliga Süd: Der Tabellenerste empfängt den Dritten. Inter-Coach Backhaus findet Chemie-Fans Weltklasse und sieht sein Team in der Außenseiterrolle. 

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Leipzig. Chemie gegen Inter, heißt Leipziger Ortsderby sowie zugleich Erster gegen Dritter in der Fußball-Oberliga. Das Stadtduell am Sonnabend (13.30 Uhr) ist also schon von der sportlichen Konstellation her brisant. Aber auch, weil manche Chemie-Fans den recht jungen Konkurrenz-Club mit inniger Abneigung betrachten. Diese speist sich vorwiegend aus dem Umstand, dass sich der FC Inter vor gut vier Jahren per Fusion mit dem SV See in die Sachsenliga gehievt hat.

Einen solchen Trick muss man nicht mögen, rein sportrechtlich war er damals legitim. Wie auch beide Male, als man in Leutzsch das Gleiche vollführte. Einmal, nämlich 1990, um mit Hilfe von Chemie Böhlen das Spielrecht in der DDR-Oberliga zu ergattern, und ein weiteres Mal, als man 2011 dank Blau-Weiß Leipzig in die Sachsenliga kletterte. Ein „richtiger“ Chemie-Fan blendet Letzteres selbstverständlich aus und mag also einen – noch dazu traditionslosen – Emporkömmling wie den FC International nicht.

Dabei hegt Inter-Trainer Heiner Backhaus, der ja für kurze Zeit selbst in Leutzsch spielte, viel Sympathie für Chemie – wenngleich er die Verbissenheit, mit der manche Grün-Weiße seinem jetzigen Club begegnen, nicht recht versteht. „Es sind ja bei Weitem nicht alle gegen uns“, weiß er jedoch und sagt: „Ich finde, was Chemie da an Emotionalität aufbaut, toll. Diese Zuschauer sind in der Oberliga einmalig, ich finde solch gelebte Fankultur Weltklasse.“

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Trotzdem habe sein junger Verein dieselbe Daseinsberechtigung wie Traditionsvereine. Er fordert deshalb für sein Team den gleichen Respekt ein, den der FC Inter den Chemikern entgegenbringt und ergänzt: „Sportlich ist Chemie zurecht Tabellenführer, sie haben eine prima Truppe zusammen, in der mit Kai Druschky, Niklas Opolka und Sascha Rode auch Ehemalige von uns stehen. Ich verstehe die Jungs, dass sie Lust haben, bei Chemie zu spielen.“

Sein Verein wolle weiter um Anerkennung kämpfen, habe eine klare Philosophie, auch wenn man sich nicht mit Chemie vergleichen könne. „Wir wollen uns als Verein und natürlich sportlich entwickeln, haben eine klare Spielidee, klares Scouting und wollen Talente weiterentwickeln“, beschreibt Backhaus den angestrebten Weg. Im wahrhaft internationalen Aufgebot von Inter sind viele Spieler, die sich hier in Leipzig buchstäblich ins Schaufenster stellen, um für höherklassige Vereine interessant zu werden. Das gehört quasi zum Konzept des jungen Vereins.

„Trotz unserer Außenseiterrolle wollen wir bei Chemie natürlich etwas mitnehmen“, bekennt der FCI-Trainer, dem fünf Spieler verletzt oder wie Ilias Becker gesperrt fehlen werden. Backhaus wird in etwa die gleiche Elf wie zuletzt beim 0:0 gegen den VfL Halle auf den Rasen schicken. Und er hofft, dass er nach der Partie auf dem Weg zur Pressekonferenz nicht wieder attackiert wird. „Ich hätte danach trotzdem nicht so emotional reagieren dürfen“, sagt er selbstkritisch über seine legendäre Wutrede vom März 2017.

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