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Spiel von Babelsberg 03 steht unter besonderer Beobachtung

Mirko Jablonowski
Fahnen jeglicher Art, Spruchbänder, Block- und Zaunfahnen, Banner und Plakate dürfen Babelsberger Fans am Samstag gegen Fürstenwalde nicht mit ins Stadion nehmen. © Jan Kuppert

AOK-Landespokal: Zwei Fangruppierungen rufen zum Boykott der Zweitrunden-Partie gegen den FSV Union Fürstenwalde auf.

Dass Regionalligist SV Babelsberg 03 im AOK-Landespokal-Wettbewerb 2018/19 bereits in der zweiten Runde ein Heimspiel hat, war nicht wirklich zu erwarten. Turbine-Präsident Rolf Kutzmutz zog bei der Auslosung aber tatsächlich das Duell gegen den Ligarivalen FSV Union Fürstenwalde, das am Samstag um 15 Uhr im Karl-Liebknecht-Stadion als Topspiel angepfiffen wird. Da der unterklassige Verein im Pokal immer Heimrecht hat, war ein Heimspiel des SVB überhaupt nur gegen Drittligist Energie Cottbus sowie die beiden Regionalligisten Fürstenwalde und Optik Rathenow möglich und damit sehr unwahrscheinlich.

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Neben dem sportlich reizvollen Duell zweier Viertligisten aus Brandenburg steht dieses Duell auch aus Sicherheitsaspekten unter ganz besonderer Beobachtung. Nach den Ausschreitungen während und nach dem vergangenen Landespokal-Finale am 21. Mai gegen Energie Cottbus (0:1) wurde der SVB zunächst für den laufenden Pokalwettbewerb ausgeschlossen.

Nach der Aufhebung dieses Urteils durch das Verbandsgericht des Fußball-Landesverbandes (FLB) hat der Kiezverein harte Auflagen zu erfüllen und muss beim Verstoß gegen diese mit einer weiteren Geldstrafe oder sogar mit einem Ausschluss aus dem Wettbewerb rechnen (siehe unten).

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„Das nun endgültige Urteil bietet unserer Mannschaft die Chance, ihre aktuell herausragende Leistung auch im Pokal umzusetzen. Ich danke hier dem Verbandsgericht und der Fanszene, dass hier jeweils eine konstruktive Aufarbeitung stattgefunden hat, die letztendlich Basis für dieses Urteil ist“, sagt Babelsbergs Vorsitzender Archibald Horlitz mit Blick auf das Urteil und wendet sich zudem an alle Anhänger des Vereins. „Ich appelliere an alle Fans nunmehr, diese Auflagen aktiv und vollständig mitzutragen, um sicherzustellen, dass nicht gegen die Auflagen aus dem Urteil verstoßen wird.“

Kapitän Philip Saalbach, dessen Mannschaft nach 13 Punkten aus den ersten sechs Spielen auf Tabellenplatz drei der Regionalliga Nordost liegt und im Duell gegen das noch sieglose Tabellenschlusslicht aus Fürstenwalde in der Favoritenrolle ist, äußert sich ähnlich. „Unsere Bitte ist nun, dass wir ungestört auf dem Platz zeigen können, zu welcher Leistung wir fähig sind. Es wäre tragisch für die Mannschaft und den Verein, wenn nach allem was passiert ist, gegen die Bewährungsauflagen verstoßen würde und wir im laufenden Pokalwettbewerb ausgeschlossen würden.“

Tippt hier die Partien der zweiten Runde des AOK-Landespokals


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In Bildern: Babelsberg 03 verliert im Landespokalfinale gegen Energie Cottbus.

Die Polizei war im Umfeld des Stadions mit Pferden angerückt. © Jan Kuppert
Auch Wasserwerfer und gepanzerte Fahrzeuge standen der Polizei am Pfingstmontag zur Verfügung. © Jan Kuppert
Der Babelsberger Fanblock vor dem Spiel. © Jan Kuppert
Die Mannschaft des SV Babelsberg 03 nach dem Einlaufen. © Jan Kuppert
Die Tribünen im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion waren bis auf den letzten Platz gefüllt - 9012 Zuschauer sahen die Partie. © Jan Kuppert
Auch die Hintertor-Tribüne sorgte vor und während der Partie für mächtig Stimmung. © Jan Kuppert
Der Cottbuser Kevin Weidlich (l.) im Zweikampf mit Babelsbergs Farid Abderrahmane. © Jan Kuppert
Lukas Wilton (M.) vergab gegen Cottbus-Schlussmann Avdo Spahic eine Großchance. © Jan Kuppert
Die beiden Babelsberger Lukas Wilton (l.) und Farid Abderrahmane. © Jan Kuppert
Manuel Hoffmann (M.) ärgert sich nach einer vergebenen Chance. © Jan Kuppert
Wegen diesem Pyro-Einsatz musste die Partie zu Beginn des zweiten Durchgangs für einige Minuten unterbrochen werden. © Jan Kuppert
Babelsberger Fans zündeten zu Beginn der zweiten Hälfte Pyrotechnik. © Jan Kuppert
Mike Eglseder während der Spielunterbrechung zu Beginn der zweiten Hälfte. © Jan Kuppert
Nader El-Jindaoui (l.) versuchte während der Spielunterbrechung dem Rauch zu entkommen. © Jan Kuppert
Andis Shala (v.l.) kommt gegen Energie-Kapitän Marc Stein zu spät. © Jan Kuppert
Gäste-Akteur Paul Gehrmann (l.) will Babelsbergs Farid Abderrahmane im Zweikampf stören. © Jan Kuppert
Lasse Schlüter (l.) läuft dem Filmstädter Nader El-Jindaoui davon. © Jan Kuppert
Halt! Nader El-Jindaoui (l.) wird von Energie-Kicker Paul Gehrmann am Trikot gepackt. © Jan Kuppert
Mike Eglseder (l.) behauptet den Ball gegen Felix Geisler. © Jan Kuppert
Manuel Hoffmann (l.) wird von Kevin Weidlich gestört. © Jan Kuppert
Kevin Weidlich (l.) erzielte in der 85. Minute das Tor zum 0:1. © Jan Kuppert
Manuel Hoffmann (r.) hatte per Freistoß die letzte Chance der Partie. © Jan Kuppert
Manuel Hoffmann vergab per Freistoß die letzte Chance der Partie. © Jan Kuppert
Erdal Akdari lag nach dem Schlusspfiff enttäuscht am Boden. © Jan Kuppert
Funktionäre packen die Pokale wieder ein, nachdem die Siegerehrung abgesagt wurde. © Jan Kuppert
Pyrotechnik während der Siegerehrung. © Jan Kuppert
Auch ein Rauchtopf landete nach der Partie auf dem Spielfeld. © Jan Kuppert

Christian Lippold, Sicherheitsbeauftragter beim Verein, hat bislang aber keine Anzeichen für geplante Verstöße und zeigt sich mit Blick auf eine störungsfreie Durchführung der Zweitrunden-Partie optimistisch. „Ich gehe fest davon aus, dass jedem klar ist, was ein Verstoß für Konsequenzen für den Verein hätte. Ansonsten bereiten wir die Partie aus Sicherheitsaspekten genauso vor, wie ein Ligaspiel gegen Fürstenwalde.“ Unterdessen haben mit „Filmstadt Inferno 1999“ und „Scortesi Babelsberg“ zwei Fangruppierungen des SVB bereits ihren Boykott für das anstehende Spiel angekündigt.

„Aufgrund des Urteilsspruches gegen unseren Verein, der uns für den kompletten Pokalwettbewerb alle erdenklichen Fanutensilien untersagt und im Falle eines Heimspiels dann auch noch unserer Kurve beraubt, ist es für uns unmöglich, diese Pokalsaison wie jede andere zu handhaben“, heißt es in einer Mitteilung auf Facebook.

Rund 2000 Fans erwartet

„Diese harten Auflagen entbehren jeglicher Grundlage, wenn man sich vergangene Vorkommnisse, für die Fans und Verein auf ähnliche Weise in Deutschland bestraft worden sind, anguckt. Der Fakt, dass wir nun doch im Landespokal antreten dürfen, ließ in Babelsberg fast vergessen machen, zu was für einem Preis – eine Kollektivstrafe, die das Ausleben von aktiver Fankultur und den Ausdruck der Liebe zu unserem Verein unmöglich macht“, empfinden die Fangruppen die Auflagen als ungerechtfertigt. Aus Sicht der Spieler des SVB sicherlich keine gute Entscheidung, wenn die sonst so lautstark für Stimmung sorgenden Anhänger in diesem sportlich und finanziell wichtigen Duell fehlen.

Statt Unterstützung auf der Tribüne wollen die Anhänger das Spiel „vor den Stadiontoren“ verfolgen und versuchen, ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen. „Des Weiteren werden wir die komplette Pokalsaison 2018/19 auf organisierten Support verzichten und unseren Unmut über die Strafenvergabe des Fußball Landesverband Brandenburg kundtun“, heißt es in der Mitteilung der Fan-Gruppierungen, die alle Nulldreier dazu aufrufen sich ihnen anzuschließen, weiter. Trotz des Boykott-Aufrufs rechnet man beim SVB mit 1600 bis 2000 Zuschauern.

Strenge Auflagen vom Fußball-Landesverband

Nachdem der erstinstanzlich ausgeurteilte Pokalausschluss des SV Babelsberg 03 in einem Berufungsverfahren zurückgenommen wurde, hat der Verein neben der zu zahlenden Geldstrafe in Höhe von 4500 Euro strenge Auflagen zu erfüllen.  Im laufenden Landespokal-Wettbewerb ist es SVB-Anhängern untersagt, Fahnen jeglicher Art, Spruchbänder, Block- und Zaunfahnen, Banner, Plakate oder sonstige vergleichbare Elemente mitzuführen, demzufolge auch anzubringen beziehungsweise zu benutzen – das gilt gleichermaßen für das Heimspiel gegen Fürstenwalde.

Bei Auswärtspartien hat Nulldrei 15 vereinseigene Ordner auf eigene Kosten zu stellen.  Für den Fall eines Heimspiels wird der Block M auf der Gegengeraden gesperrt.  Bei Verstößen gegen diese Auflagen hat der SVB mit einer Geldstrafe von nicht unter 500 Euro zu rechnen.  Bei erneuter, jedweder Verwendung von Pyrotechnik – demzufolge auch Choreographie – im Saisonverlauf 2018/19 des AOK-Landespokals muss der Verein mit dem Ausschluss aus dem laufenden Wettbewerb, sowie im Falle eines solchen Einsatzes im erreichten Endspiel, mit dem Ausschluss aus dem folgenden Pokalwettbewerb 2019/20 rechnen.

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