Das Leipziger Stadtderby zwischen dem 1. FC Lok und der BSG Chemie (4) (Christian Modla) Hitziges Derby in Probstheida zwischen dem gastgebenden 1. FC Lok und der BSG Chemie. © Christian Modla
Das Leipziger Stadtderby zwischen dem 1. FC Lok und der BSG Chemie (4) (Christian Modla)

Keine Tore zwischen dem 1. FC Lok und der BSG Chemie - Derby von Unterbrechungen überschattet

Die beiden großen Leipziger Traditionsvereine liefern sich ein intensives Duell. Die größeren Chancen hatten die Gastgeber. Eine Buspanne und zwei Spielunterbrechungen in der zweiten Hälfte trübten die Stimmung.

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Leipzig. Die große Frage vor dem Anpfiff des Leipziger Derbys 101: Wo bleibt Chemie? In der Tat, während sich die Spieler von Lok Leipzig bereits im Bruno-Plache-Stadion aufwärmten, war nix von den Gästen zu sehen. Erst 13.30 Uhr kamen die Grün-Weißen am Kabinentrakt der Probstheidaer an. Zu Fuß. Dietmar Demuth flog da bereits der Pfropfen vom Kessel. „Ein Unding“, regte sich der BSG-Trainer auf. Mit dem Bus ging es 30 Minuten nicht vorwärts, so dass er und seine Spieler über den Gästeeingang mit den Fans ins Stadion einliefen. Infolge der Verspätung wurde der Anpfiff um 10 Minuten verschoben. So startete das Spiel 14.15 Uhr.

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Und natürlich mit Bengalos. Den Reigen starteten die 1200 Fans der Leutzscher. Auch drei Raketen flogen in den Innenraum, zwei Böller detonierten. Dabei sprach das Sportgericht des SFV erst wenige Stunden vor Spielbeginn Chemie eine Geldstrafe für unrühmliches Verhalten der Fans im Sachsenpokal gegen den FSV Zwickau aus. Chemie, auch nicht auf Rosen gebettet, muss 2000 Euro zahlen, Zwickau übrigens, ebenfalls wegen Zündelei, 7500 Euro.

Die Ultras aus der 1966-Kurve ließen nicht lange auf sich warten und strömten hinter ihrer Lok ebenfalls mit Bengalos vor. Für beide Clubs wird das sicherlich ein Nachspiel haben.

Stadtderby zwischen Lok und Chemie stand kurz vor dem Abbruch

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Posted by LVZ Sportbuzzer on Mittwoch, 22. November 2017

Lok macht sofort Dampf

Zum Spiel. Die Loksche machte ihrem Namen alle Ehre und kam mit Dampf. Gleich in der ersten Minute der Partie versuchte Peter Misch, den Ball in die Maschen zu rammen. Nach Ecke konnte die BSG nicht klären. Julien Latendresse-Levesque rettete seinen Männern den Hintern, parierte glänzend. Latendresse-Levesque. Da war ja was. Vier Jahre stand der 26-Jährige bei Lok zwischen den Pfosten. Dementsprechend war der Empfang im Plache-Stadion.

Grün-Weiß zeigte sich in Minute drei das erste Mal vor dem Lok-Tor, gehütet von Benjamin Kirsten. Der Freistoß von Alexander Bury aus 30 Metern Entfernung wäre im American Football ein Fieldgoal gewesen. Mehr gab es nicht. Bekanntermaßen hat Chemie ein Stürmerproblem, spielt sich zwar vor den gegnerischen Kasten, kommt aber nicht zum Abschluss. Da sah es auf der gegnerischen Seite schon anders aus. Nach Sahnepass stürmte Djamal Ziane auf „Latte“ zu. Der parierte Ziane Sahne – per Fuß (10.).

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Spiel wird härter, Niveau verflacht

Infolge verflachte das Spiel. Bis zu einem Aufschrei in der 25. Minute. Innerhalb von 20 Sekunden wurden die Stollen ausgefahren, entfacht von Chemie, beendet von Loks Kapitän Markus Krug. Fünf Mal gab es da auf die Ruten. Krug und Bury bekamen Gelb. Dass es im Aufeinandertreffen der Leipziger Regionalligisten nicht zimperlich zugehen würde, war vor der Partie schon klar. Die Härte des Einsteigens wurde dankenswerterweise etwas runtergefahren.

Aber auch das Niveau der Partie wurde flacher. Torchancen gab bis zum Halbzeitpfiff keine mehr. Loks Paul Schinke bemängelte bei seinen Leuten sichtlich, dass sie zu schläfrig agierten und nicht aus den Puschen kamen.

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Spielunterbrechung kurz nach der Pause

Halbzeit zwei: Da geht es anfänglich wieder nicht um Fußball, sondern Zündelei. Kurz nach Wiederanpfiff wird das Spiel unterbrochen. Angezettelt von Chemie-Ultras, die erbeutete Lok-Fahnen präsentieren und dann verbennen. Die Gegengerade lässt sich provozieren. Es fliegen Raketen. Auf beiden Seiten. Im Chemie-Block werden wieder Bengalos gezündet. Zwei Wasserwerfer der Polizei fahren ein. 15.24 Uhr bittet Schiedsrichter Henry Müller (Cottbus) beide Teams in die Kabine. Die Hundestaffel kommt. 15.32 Uhr laufen die beiden Kontrahenten wieder ein. Zwei Minuten später wird das Spiel wieder angepfiffen.

Keine zwei Minuten später die nächste Unterbrechung. Lok-Fans präsentieren eine erbeutete Chemie-Fahne, die ebenfalls abgebrannt wird. Bengalos fliegen aufs Feld. Auf der Holztribüne kocht die Stimmung wegen der Spinner auf der Gegengeraden. „Ihr Mistschweine“ wird in deren Richtung skandiert, auch „Zieht die Idioten raus“, genauso wie „Wir sind Lok-Fans und ihr nicht.“ 15.39 Uhr geht es auf dem Rasen weiter.

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Nachdem die Chemiker besser starteten, hatte Lok in der 56. Minute die Führung dreifach auf dem Fuß. Erst wird Ryan Malones Fackel vom 16er von „Latte“ an die Latte pariert. Der rettet darauf gegen Marcel Trojandt. Nils Gottschick schießt im dritten Anlauf vorbei. Chemie lauert auf Konter ergo auf Fehler von Blau-Gelb. Die passieren gelegentlich im Umschaltspiel, genutzt werden diese aber nicht. Auch bei Standards brennt in der Lok-Viererkette nichts an.

Glücklich kann sich die BSG schätzen, dass Matus Lorincak eine Flanke von Maik Salewski aus fünf Metern nicht im Tor unterbringen kann (81.). Abpfiff.

Statistik:

Lok: Kirsten – Krug, Zickert, Misch, Trojandt (68. Salewski)– Malone – Berger, Maurer, Schinke (78. Watahiki), Gottschick (78. Lorincak) – Ziane. Trainer: Scholz

Chemie: Latendresse-Levesque – Wajer, Hey, Karau, Trogrlic – Bunge, Bury (81. Wendt), Böttger, Ludwig (75. F. Schmidt) – Hermann (61. L. Schmidt), Yajima. Trainer: Demuth

Zuschauer: 6381

Gelb: Zickert, Krug, Ziane – Bury, L. Schmidt, Wendt

Beste Spieler: Berger - Latendresse-Levesque

Besondere Vorkommnisse: Verspäteter Anpfiff (10. min) weil BSG Chemie im Stau steckte, zweimaliges Spielunterbrechung wegen Abbrennen von Pyrotechnik

Schiedsrichter: Müller (Cottbus)

Region/Leipzig 1. FC Lokomotive Leipzig BSG Chemie Leipzig 1. FC Lokomotive Leipzig (Herren) BSG Chemie Leipzig (Herren) Regionalliga Nordost Region Nordostdeutschland (Herren)

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