SV Neustadt Spieler stellen sich vor ihren Teamkameraden Protest gegen Rassismus vom SV Neustadt © Steffen Manig
SV Neustadt Spieler stellen sich vor ihren Teamkameraden

A-Junioren des SV Dresden-Neustadt setzen Zeichen gegen Fremdenhass

Ein Spieler des Clubs war auf dem Weg zur Arbeit angegriffen und verletzt worden.

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Dresden. Ein unerhörter Vorfall hat die A-Jugendspieler des SV Neustadt nachdenklich und wütend gemacht. Als sie davon erfuhren, dass einer aus ihrer Mitte am 14. Oktober einem fremdenfeindlichen Angriff in der Straßenbahnlinie 2 ausgesetzt war, wollten sie sich offen mit ihm solidarisieren und zugleich allgemein etwas gegen Ausländerhass und Rassismus tun. Sie entwarfen in Anlehnung an eine Dynamo-Aktion kurzerhand das Ärmellogo „Love Neustadt, hate Racism“, mit dem sie künftig ihre Punktspiele bestreiten. Am Sonnabend präsentierten sich die Neustadtkicker erstmals mit diesem Aufdruck, als sie in der Stadtoberliga beim FC Dresden spielten.

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Ihr Sportfreund, ein 18-Jähriger mit Wurzeln im westafrikanischen Benin, war an jenem verhängnisvollen Sonnabend im Oktober auf dem Weg zur Arbeit ohne eigenes Fehlverhalten erst beleidigt, dann wegen seiner Hautfarbe geschlagen und getreten worden. Er erlitt dabei Verletzungen am Kopf, musste sich im Krankenhaus, wo er arbeitet, behandeln lassen. Inzwischen geht es ihm rein körperlich wieder gut, doch seelisch bedrückt ihn der Angriff noch immer. „Tätlich angegriffen worden ist er das erste Mal, verbal ist es schon öfter passiert“, berichtet sein Trainer Stefan Tell, den das Geschehene ebenso empörte wie die ganze Mannschaft.

Trainer Tell findet die Aktion großartig

„Ihre Reaktion finde ich großartig, sie hatten die Idee zu unserer Aktion“, erzählt Tell, der in seiner Truppe auch Spieler französischer und kubanischer Abstammung weiß. Das Logo soll künftig auf allen Trikots des SV Dresden-Neustadt 1950 e.V. prangen. Wenn Mannschaften eine neue Spielkleidung bekommen, wird es mit aufgedruckt. Ein für die Partie am Sonnabend auf der Meschwitzstraße angefertigtes Banner soll auf der eigenen Sportanlage auf der Geibelstraße dauerhaft aufgehängt werden. So will der kleine Verein ein sichtbares Zeichen setzen, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dort keinen Platz haben.

Das 1:5 beim FC Dresden trugen Tells mit nur neun Spielern angetretene Jungs mit Fassung. Wichtiger war ihnen, dass der Gegner – auch mit vielen Ausländern besetzt – die Aktion wohlwollend unterstützte. Der in der Straßenbahn attackierte Spieler war übrigens nicht mit vor Ort und im Einsatz: „Er hatte keine Zeit, musste arbeiten“, so Tell. Die Botschaft seines Vereins hat ihn dennoch erreicht.

Region/Dresden Kreis Dresden SV Dresden-Neustadt SV Dresden-Neustadt (A-Junioren)

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