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© Lutz Bongarts

Sponsoren, Werbung, Fanartikel: Hansa-Kogge auf Rekordkurs

Nicht nur sportlich, auch wirtschaftlich geht es beim Drittligisten bergauf.

Sportlich hat sich der FC Hansa nach mageren Jahren wieder gefangen. Vor dem Punktspielstart am Sonnabend in Großaspach liegen die Rostocker als Tabellenvierter aussichtsreich im Rennen um den Relegationsrang. Auch wirtschaftlich stehen die Zeichen beim einstigen Bundesligisten auf Konsolidierung und in einigen Geschäftsbereichen sogar auf deutlichem Wachstum. Der Klub peile im Sponsoring eine neue Rekordmarke an, sagt Vorstandschef Robert Marien: „Wir wollen in diesem Jahr unser bestes Drittliga-Ergebnis erzielen. Und ich bin überzeugt, dass wir das schaffen.“

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4,4 Millionen Euro sind das erklärte Umsatzziel, das wäre fast eine Million Euro mehr als 2016/17 (3,45 Millionen) und das beste Ergebnis in der mittlerweile siebten Drittliga-Saison des Koggenklubs.

„Damit wären wir in der 3. Liga unter den Top vier“, erklärt Marien mit Blick auf das derzeit wichtigste wirtschaftliche Standbein des Vereins. Ein neues Allzeit-Hoch erwartet der 36-Jährige im Merchandising-Geschäft, also dem Verkauf von Fanartikeln. „Dort steuern wir unser bestes Ergebnis aller Zeiten an“, sagt Marien, der seit Juli 2016 als Vorstandschef amtiert und zuvor – seit November 2015 – Marketingvorstand des Klubs war. Die bisherige Bestmarke stammt aus der Bundesliga-Saison 2007/08 und liegt bei 1,43 Millionen Euro (2013/14: 1,13 Millionen).

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Die Zeiten, als in der Hansa-Führungsetage allenfalls der Mangel verwaltet wurde, gehören vorerst der Vergangenheit an. Durch Umstrukturierungen im Zusammenspiel mit dem langjährigen Vermarkter Infront, Konsolidierungspakete, kreative Ideen und neue Geschäftsfelder arbeitet sich der Drittligist aus dem Tal. Stolz verweist Marien auf die Anzahl der Mikrosponsoren, die von anfangs weniger als 100 (2015/16) auf aktuell fast 1000 angestiegen ist.

„Damit sind wir in Deutschland unter den Fußballvereinen führend“, sagt der Klubchef. Rund 400000 Euro spülen die Kleinsponsoren dem Verein in die Kassen.

Die Erlöse durch Werbemittel (u.a. die neuen LED-Banden sowie „Megaposter“ im Stadion, Trikotsponsor) sind nach Klubangaben im Vergleich zur Vorsaison um 67,5 Prozent angewachsen. Der Ertrag durch das Trikotsponsoring (Sunmaker) legte sogar um 144 Prozent zu.

Das waren die teuersten Abgänge in der Vereinsgeschichte des FC Hansa Rostock

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Die 20 Abgänge, die dem FC Hansa Rostock die meisten Transfer-Einnahmen brachten. © Ronald Krumbholz
Platz 1: Sein Abgang bescherte dem FC Hansa Rostock bislang die höchste Ablösesumme der Vereingeschichte. Im Sommer 2001 bezahlte der FC Schalke 04 stattliche 10 Millionen Deutsche Mark (umgerechnet 5 Millionen Euro) für den Nigerianer. Das zweite Gastspiel von Agali beim FC Hansa in der Saison 2007/2008 war weniger von Erfolg gekrönt. © Günther Dehn
Platz 2: Fanliebling Oliver Neuville zog es zur Saison 1999/2000 zu Bayer Leverkusen. Die Werkself blätterte fast 9 Millionen Deutsche Mark (4,5 Millionen Euro) für den kommenden Nationalspieler auf den Tisch. © Rainer Schulz
Platz 3: Im Sommer 1999 gab es für den FC Hansa eine weitere große Einnahmequelle. Für Marko Rehmer soll Hertha BSC rund 7,2 Millionen Deutsche Mark (3,6 Millionen Euro) bezahlt haben. © Rainer Schulz
Platz 4: Von Waldhof Mannheim im Januar 1996 gekommen, wurde Jonathan Akpoborie auf Anhieb zum Publikumsliebling beim FC Hansa. Nach 20 Toren in 47 Spielen wechselte der Nigerianer im Sommer 1997 für 7 Millionen Mark (3,5 Millionen Euro) zum VfB Stuttgart. © Günther Dehn
Platz 5: Von Juli 1994 bis Juni 1996 ging das erste Engagement von René Schneider im Hansa-Trikot. Danach ging er für 4,6 Millionen Deutsche Mark (2,3 Millionen Euro) zu Borussia Dortmund. Nach drei Jahren beim BVB folgten für Schneider im Sommer 1999 zwei weitere Jahre im Hansa-Dress. © Rainer Schulz
Platz 6: Für 2,5 Millionen Deutsche Mark (1,25 Millionen Euro) wechselte Stefan Beinlich zur Saison 1997/1998 zu Bayer Leverkusen. Zuvor war der Fanliebling im Sommer 1994 von Aston Villa nach Rostock gekommen. Von 2006 bis 2008 ging  das zweite Engagement von Beinlich in Rostock. © Rainer Schulz
6. Platz: Nach dem Gewinn der 1990/1991 letztmalig ausgetragenen ostdeutschen Meisterschaft und dem FDGB-Pokal wechselte Henri Fuchs in den Westen. Der 1. FC Köln zahlte für den Offensivmann rund 2,5 Millionen Deutsche Mark (1,25 Millionen Euro). Vonn 1998 bis 2001 war Fuchs ein zweites Mal in Rostock aktiv. © Günter Dehn
Platz 8: In zwei Jahren beim FC Hansa erzielte Sergej Barbarez in 62 Pflichtspielen 14 Tore. Borussia Dortmund wurde 1996 auf den Bosnier aufmerksam und kaufte ihn für 1,1 Millionen Euro (550.000 Euro). © Camera4
Platz 9: Auf der rechten Mittelfeldseite wirbelte Thomas Rasmussen für Hansa, was das Zeug hielt. Der Däne blieb zwei Jahre, ehe ihn Bröndby IF im Sommer 2005 für 800.000 Euro kaufte. © Rainer Schulz
Platz 10: Von der Ostsee in die Berge ging es für Igor Pamic im Sommer 1999. Der Grazer AK bezahlte für den Kroaten, der zwei Jahre lang das Hansa-Trikot getragen hatte, 1,5 Millionen Deustche Mark (750.000 Euro). © Rainer Schulz
Platz 11: Aus dem eigenen Nachwuchs zog der FC Hansa Max Christiansen zu den Profis hoch. Die bessere Perspektive sah der gebürtige Kieler jedoch wenig später beim FC Ingolstadt. Die Oberbayern kauften den Mittelfeldmann im Januar 2015 für 500.000 Euro. © Lutz Bongarts/IP
Platz 11: Igor Pamic war nicht der einzige Transfer, den der Grazer AK in der Vergangenheit beim FC Hansa machte. Die Österreicher holten 2004 ihren Landsmann Gernot Plassnegger für 500.000 Euro. © Rainer Schulz
Platz 11: Der VfL Wolfsburg legte im Sommer 1998 rund 500.000 Euro für Steffen Baumgart auf den Tisch. Zwei Jahre später ging der Stürmer wieder zurück zum FCH, wo er noch zwei Spielzeiten blieb. © Rainer Schulz
Platz 11: Ebenfalls für eine Million Deutsche Mark (500.000 Euro) kaufte der 1860 München Olaf Bodden im Sommer 1994. Zuvor war der Stürmer drei Jahre für den FCH aktiv. © Rainer Schulz
Platz 11: Jens Dowe brachte dem FC Hansa im Sommer 1994 nicht nur den Erlös von einer Million Deutsche Mark (500.000 Euro) für den Transfer zu 1860 München. Der gebürtige Rostocker wurde nach seinem zweiten Engagement beim Koggenklub im Sommer 1999 für 300.000 Euro zu Rapid Wien verkauft. © Bernd Wüstneck
Platz 16: Für 400.000 Euro wechselte Delano Hill zur Saison 2005/2006 nach Österreich zu Austria Wien. Der war insgesamt vier Jahre für den FCH aktiv. © Rainer Schulz
Platz 16: Sein einziges Auslands-Intermezzo wagte David Rasmussen von 2004 bis 2006 beim FC Hansa. Der Däne verließ die Rostocker für eine Ablösesumme von 400.00 Euro zu Viborg FF. © Lutz Bongarts
Platz 18: Zu Beginn der Saison 2015/2016 lief Christian Bickel noch für den FC Hansa auf. Doch kurz vor dem Ende des Sommer-Transferfenster kaufte der damalige Zweitligst SC Paderborn den Außenbahnspieler für 300.000 Euro. © Lutz Bongarts
Platz 18: Felix Magath war auf Kevin Pannewitz im Sommer 2012 aufmerksam geworden. Der Trainerfuchs lotste das große Talent zum VfL Wolfsburg und überwies dafür 300.000 Euro. Der große Durchbruch beim Werksklub blieb Pannewitz allerdings verwehrt. © Lutz Bongarts
Platz 18: Nils Quaschner verließ den FC Hansa ebenfalls für 300.000 Euro. Im Sommer 2013 bezahlte der FC Liefering, Farmteam des RB Salzburg, die Summe an die Ostseestädter. © Lutz Bongarts

Die Logen im Ostseestadion sind zu 90 Prozent vermarktet, der VIP-Bereich liegt derzeit bei etwa 60 Prozent. Auch hier setzt Marien auf Wachstum. „Das Konzept im VIP-Bereich ist zehn Jahre alt, das muss grundsätzlich geändert werden, wir brauchen mehr Eventcharakter.“ Auch beim Zuschauerschnitt – Hansa ist mit 11500 Besuchern Liga-Zweiter hinter Magdeburg (17400) – sieht der Klubchef noch Reserven: „Ich würde mich freuen, wenn wir zu Vereinen wie Magdeburg oder Dresden aufschließen könnten.“

Hansas „große Schwäche“ sieht Marien derzeit vor allem darin, dass der Verein mit Ausnahme der Ostseesparkasse (Ospa) keine kommunalen Unternehmen als Sponsoren an Bord hat, die „in der 3. Liga extrem wichtig“ seien. Der Klub arbeite daran, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. „Das ist unsere nächste große Aufgabe: die kommunalen Unternehmen von Hansa zu überzeugen. Da haben wir noch sehr große Defizite“, räumt Marien ein. Es gebe aber positive Signale und der Verein sei auf einem guten Weg, das Schmuddel-Image abzustreifen. „Das hat sich deutlich gewandelt. Wir kommen langsam wieder in der Gesellschaft an.“

Region/Mecklenburg Vorpommern F.C. Hansa Rostock (Herren) F.C. Hansa Rostock (Herren) F.C. Hansa Rostock 3. Liga
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