07. Februar 2018 / 10:39 Uhr

Sportdirektor Rangnick fordert strenge Kriterien beim Nachwuchs: „Wir sind kein Hotel“

Sportdirektor Rangnick fordert strenge Kriterien beim Nachwuchs: „Wir sind kein Hotel“

Anne Grimm
RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick
RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick © Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images
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RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick hat die Kritik zur eigenen U19 untermauert und zugegeben, beim Scouting der Talente in den vergangenen Jahren nicht immer auf die richtigen Dinge geachtet zu haben.

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Leipzig. Ralf Rangnicks Kritik am eigenen Nachwuchs ebbt nach der verkorksten Transferperiode im Januar nicht ab. Mit Blick auf die A-Junioren-Bundesliga sagte der Sportdirektor: „Es kann nicht unser Anspruch sein, das der Tabellenviertletzte der Dritten Liga eine bessere U19 in die Saison schickt, als wir.“ Der 59-Jährige spielt dabei auf die Jugend des VfL Osnabrück an, die nach 16 von 26 Spieltagen einen Platz vor dem RB-Nachwuchs auf Tabellenrang fünf steht.

Dass die aktuelle U19 des Vereins hinter den Erwartungen zurückliegt, eigentlich sollte die Mannschaft nach der Abschaffung der U23 das neue Aushängeschild sowie Talentschmiede für die Profis sein, kreidet er aber auch sich selbst an. „Da müssen wir selbstkritisch anmerken, wir haben vielleicht nicht genug auf die wirklich wichtigen Dinge geachtet. Totale Hingabe, Mentalität und Professionalität“, meinte Rangnick.

Konkurrenz aus Berlin und Wolfsburg

Gleich sechs Spieler nannte der Sportdirektor als Beispiele für Akteure, die bereits im Verein gehypt worden, inzwischen gegangen sind und auch bei anderen Klubs den Durchbruch nicht geschafft haben. Es fielen die Namen Renat Dadashov, Felix Beiersdorf, Vitaly Janelt, Idrissa Toure, Nicolas Kühn sowie Shaft Brewer. Einige von ihnen besaßen sogar schon Profiverträge bei RB Leipzig. Über Jahre hatte der Verein investiert. Der Ertrag war zu wenig. Das lag zum Teil auch an der Entwicklung der Persönlichkeit der Spieler, die sich nicht an die Regeln der RB-Akademie hielten.

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Rangnick fordert, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen: „Da müssen wir in Zukunft noch strengere und andere Kriterien anlegen und lieber von den 50 Plätzen bei uns die Hälfte leer lassen und mehr auf die Qualität achten und nicht schauen, dass die Akademie voll belegt ist. Wir sind kein Hotel hier.“

Trotz des verstärkten Scoutings auf dem internationalen Markt will RB Leipzig auch die jungen Fußballer vor der Haustür nicht aus den Augen verlieren. Doch Rangnick weiß: „Die Talentdichte in der Region reicht nicht aus.“ Größte Konkurrenten seien dabei die Bundesligisten aus Wolfsburg und Berlin.

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