04. Dezember 2018 / 19:51 Uhr

Sportliche Talfahrt : BSG Chemie Leipzig entlässt Dietmar Demuth

Sportliche Talfahrt : BSG Chemie Leipzig entlässt Dietmar Demuth

Uwe Köster
Dietmar Demuth (Trainer BSG Chemie): Wir wussten, dass Paderborn vorn eine brutale Qualität hat. Wir haben leider zwei Standards gefressen, da hat man gesehen, dass meine Jungs unerfahren sind und sich wegblocken lassen. In der zweiten Halbzeit haben wir uns noch einmal viel vorgenommen. Nach der roten Karte war die Messe gelesen.  Es war trotzdem eine super Veranstaltung, wir haben uns nicht abschlachten lassen und das erste Mal unter Licht gespielt.
Dietmar Demuth, der ehemalige Trainer der BSG Chemie Leipzig © Christian Modla
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Fußball-Oberligist Chemie Leipzig hat am Dienstag die Trennung von Trainer Dietmar Demuth bekannt gegeben. Der Traditionsverein reagiert damit auf die Ergebnis-Krise der vergangenen Wochen.

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Leipzig-Leutzsch. Das enttäuschende 2:2 der Chemiker am Samstag gegen Wismut Gera war das fünfte sieglose Spiel in Folge und wohl doch des Schwachen eines zu viel: Am Dienstag trennte sich die BSG Chemie Leipzig von Trainer Dietmar Demuth. Der 63-Jähige, der beim Fünftligisten noch einen Vertrag bis zum Sommer 2019 hat, wurde am frühen Abend persönlich informiert.

DURCHKLICKEN: Die Trainer in Leutzsch seit 1990

Jimmy Hartwig (FC Sachsen Leipzig): 1990. Zur Galerie
Jimmy Hartwig (FC Sachsen Leipzig): 1990. ©
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Unmittelbar danach teilte der Verein dann in einer Erklärung mit: „Mit sofortiger Wirkung gehen Dietmar Demuth und die BSG Chemie Leipzig getrennte Wege. Grund der Freistellung des langjährigen Cheftrainers ist allen voran die Mannschaftsleistung in den vergangenen Spielen.“ In der Mitteilung wird Sportdirektor Andy Müller zitiert: „Mit der sportlichen Situation unserer Mannschaft sind wir insgesamt absolut unzufrieden.“ Chemie hatte die Oberliga-Saison mit zehn Siegen in Folge begonnen, war lange Tabellenführer, büßte den Spitzenplatz nach der Sieglos-Serie ein und belegt aktuell Rang zwei hinter dem FSV Luckenwalde.

Für die nächsten beiden Spiele am Sonnabend gegen Blau-Weiß Zorbau und eine Woche später zum Pokalderby gegen den 1. FC Lok wird Co-Trainer Christian Sobottka übernehmen. Sobottka besitzt eine A-Lizenz, arbeitet aber im Hauptberuf als Lehrer. Eine Dauerlösung scheint unabhängig von Ausgang der beiden Dezember-Spiele wenig wahrscheinlich. Nach Trainerentlassungen geben sich die Beteiligten in der Regel wenig auskunftsfreudig. Chemies Vorstandschef Frank Kühne verwies auf die Gesetze der Branche, würdigte aber auch Demuths erfolgreiche Arbeit in fast drei Jahren. Am 21. Januar 2016 übernahm Dietmar Demuth den Trainerjob bei Chemie, damals noch Landesliga, führte das Team mit zwei Aufstiegen in die Regionalliga, stieg jedoch prompt wieder ab.

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Dietmar Demuth bei der BSG Chemie Leipzig Zur Galerie
Dietmar Demuth bei der BSG Chemie Leipzig ©

Höhepunkt war der Gewinn des Landespokals im Mai 2018 und der Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals nach einem Sieg im August über Zweitligist Jahn Regensburg. Mit dem Ausscheiden Ende Oktober im DFB-Pokal gegen den SC Paderborn setzte die Ergebniskrise bei Chemie ein. Kritik am Trainer hatten einige Vorstandsmitglieder jedoch auch schon während der Siegesserie zuvor geäußert. Offenbar gab es aus der Mannschaft auch Signale von Unzufriedenheit mit dem Coach, auch das Verhältnis zu Sportdirektor Andy Müller war wohl nicht ganz optimal. Gerüchten zufolge sollen sich die Leutzscher bereits seit letzter Woche mit möglichen Demuth-Nachfolgern beschäftigt haben.

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Dietmar Demuth, der mit dem FC St. Pauli und beim SV Babelsberg seine größten Erfolge als Trainer feierte, wollte zu all dem am Dienstag nichts sagen. Auch, ob er finanzielle Ansprüche beim Verein gegebenenfalls juristisch durchsetzen will, ließ er offen.

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