19. Februar 2018 / 17:00 Uhr

Gefahr auf dem Sportplatz: Stadtverwaltung Hannover überprüft Sanierungsbedarf bei den Vereinen

Gefahr auf dem Sportplatz: Stadtverwaltung Hannover überprüft Sanierungsbedarf bei den Vereinen

Andreas Schinkel
Rund um das Vereinsheim sollen Gefahrenstellen ausfindig gemacht werden.
Rund um das Vereinsheim sollen Gefahrenstellen ausfindig gemacht werden. © imago/Matthias Koch (Symbolbild)
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Die Stadtverwaltung Hannover holt die Lupe raus. Über 100 Sportstätten in der Region werden auf Gefahrenstellen untersucht. Ein möglicher Sanierungsbedarf soll ebenfalls bestimmt werden. Anstoß für die gründliche Untersuchung war ein Unfall auf einem Bolzplatz, der eine Schadensersatzzahlung der Stadt zur Folge hatte. Schließungen der Sportanlagen sollen vermieden werden.

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Hannovers Sportanlagen, zumeist von Vereinen betrieben, sollen erneuert werden. In einem ersten Schritt überprüft die Stadtverwaltung, ob es auf den mehr als 100   Sportstätten Gefahrenstellen gibt, etwa Schlaglöcher auf Spielfeldern, lose Bodenplatten vor Vereinslokalen und vorstehende Schrauben in Umkleidekabinen. In einem zweiten Schritt will die Stadt den Sanierungsbedarf der Vereinssportanlagen ermitteln und „einen Vorschlag zum weiteren Verfahren machen“, heißt es in einem Verwaltungspapier.

Die Ratspolitik sieht darin den Beginn eines millionenschweren Sanierungsprogramms. „Das haben wir vor zehn Jahren gefordert. Endlich kommt die Stadt ihrer Pflicht nach“, sagt Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert. Er erwarte, dass die Stadt genügend Geld in den nächsten Haushalt einstellt.

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​Bolzplatz-Unfall bringt den Stein ins Rollen

Die Überprüfung der Sportanlagen auf Sicherheitsmängel ist vor allem der Sorge geschuldet, dass bei Unfällen die Stadt zur Kasse gebeten werden könnte. So hatte sich Ende 2016 ein erwachsener Mann beim Kicken auf einem Bolzplatz verletzt und die Stadt auf Schmerzensgeld verklagt. Das Oberlandesgericht Celle gab ihm Recht, nach dem Urteil sperrte die Stadt rund 60 Bolzplätze und ließ sie reparieren. Im September 2017 wurde der letzte der gesperrten Plätze wieder freigegeben. Das Urteil hatte in der Rats­politik Kritik ausgelöst – und die Verwaltung ins Grübeln gebracht.

Das Schließen von Sportstätten wolle man unter allen Umständen vermeiden, heißt es aus dem Rathaus. Rechtlich ist die Sache eindeutig: Für Vereinssportanlagen ist die Stadt als Eigentümerin verkehrssicherungspflichtig – das heißt, sie muss dafür sorgen, dass Mängel beseitigt werden. Das gilt auch dann, wenn Vereine Erbbaurechtsverträge mit der Stadt geschlossen haben. Zusammen mit externen Gutachtern kontrolliert die Stadt jetzt alle Gebäude und Sportflächen von Vereinsstätten. Schäden werden „in Absprache mit den Vereinen“ kurzfristig behoben, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Weitergehend plant die Stadt, nicht nur notwendige Reparaturen zu verrichten, sondern die Sportstätten insgesamt zu modernisieren.

Mehr zum Gerichtsurteil mit Bolzplatzsperrung

​"Für manche Vereine dürfte es sinnvoll sein, sich zusammenzuschließen"

In der Ratspolitik kommt die Ankündigung gut an. Die SPD hatte ohnehin angekündigt, einen Sanierungsplan für Hannovers Sportanlagen einzufordern. „Die Hannoveraner müssen Sportanlagen vorfinden, auf denen sie gerne trainieren wollen“, sagt SPD-Sportpolitiker Angelo Alter. Aber auch die Vereine müssten sich beteiligen, nicht nur finanziell. „Für manche Vereine dürfte es sinnvoll sein, sich zusammenzuschließen und Sportstätten gemeinsam zu nutzen“, sagt Alter. Die CDU begrüßt ebenfalls die Initiative der Stadt. „Das ist der richtige Startschuss, um endlich die Situation der Plätze zu verbessern“, sagt CDU-Sportpolitiker Thomas Klapproth.

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