Thomas Baake Mit der Hinrunde seines VfL Stenum war Trainer Thomas Baake nicht zufrieden. In der vergangenen Spielzeit landete der VfL auf Platz fünf, nach der aktuellen Hinrunde belegt er nur Platz zwölf, auch wenn die Tabelle durch die unterschiedliche Anzahl an Spielen verzerrt ist. © Ingo Möllers
Thomas Baake

Stenum-Coach Baake: "Uns fehlen die Leitwölfe"

Trainer des Bezirksligisten spricht im Interview über die schwache Hinrunde und die flache Hierachie in der Mannschaft

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Herr Baake, der VfL Stenum galt bei mehreren Trainern vor der Saison als Geheimfavorit, steht jetzt aber nur auf Rang zwölf der Fußball-Bezirksliga. Was ist schiefgelaufen?

Thomas Baake: Es ist klar, dass wir nicht zufrieden sind. Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Wir sind Zwölfter. Für uns ist die Situation aber nicht völlig neu. Nach dem Aufstieg vor drei Jahren waren wir anfangs auch mal in der Tabellenregion, und auch in der zurückliegenden Saison waren wir mal in dem Bereich. Wir kennen das also schon und wissen, dass wir da wieder rauskommen können. Aber es hat natürlich Gründe, dass wir da stehen, wo wir stehen. Vor der Saison habe ich übrigens gesagt, dass unser Ziel ein einstelliger Tabellenplatz ist, und das ist auch immer noch realistisch. Die Einschätzung, dass wir einer der Mitfavoriten sein sollen, hatte mich schon überrascht.

Woran liegt es denn, dass es nicht rund läuft? Letzte Saison wurde der VfL ja Fünfter.

Mir war schon in der Vorbereitung klar, dass es schwierig werden könnte. Und das liegt nicht an der spielerischen Klasse. Die ist vorhanden, auch wenn uns momentan die Spieler fehlen, die den entscheidenden Punch setzen. Es ist so, dass wir im Team aktuell eine flache Hierarchie haben. Es fehlen die Leitwölfe. Daniel Isenberg und Marc-Andre Klahr sind nicht mehr da. Wenn die was gesagt haben, hatte das im Team Gewicht. Neue Führungspersonen müssen sich erst aus der Mannschaft heraus entwickeln. Es war zu erwarten, dass das einige Monate, vielleicht sogar bis zum Saisonende dauern kann. Dadurch, dass es jetzt nicht läuft, ergibt sich aber auch die Chance, dass gerade jetzt das Team näher zusammenrückt und dass Spieler nach vorne kommen, die die anderen mitreißen und vorausgehen.

Kann ein Trainer das steuern?

Ich gebe den Spielern, denen ich das zutraue, entsprechende Signale. Ich kann das also schon steuern, die Leute anstupsen. Die Spieler müssen das aber auch wollen. Wenn sie das nicht wollen, habe ich das zu akzeptieren. Das kann viele Gründe haben. Einige Spieler wie Maximilian Klatte sind noch nicht so lange Teil der Mannschaft, Kapitän Kristian Bruns ist nicht unbedingt der Typ, der auf dem Platz auch mal laut schreit. Arnold Koletzek wollte ich vor der Saison gerne als Kapitän, aber er sagte, dass er das aufgrund seiner längeren Verletzung noch nicht machen will, beziehungsweise so lange nicht, wie er eben nicht absolut fit und immer dabei ist. Zuletzt ist er beispielsweise beruflich nicht dabei gewesen. Beim VfB Oldenburg hat auch Julian Dienstmaier nicht mitspielen können. Auch er könnte einer sein, der Führungsverantwortung übernimmt. Gegen Oldenburg sind beispielsweise
Marten Michael, Bastian Morche oder Kevin Gerlach vorangegangen. Die sind aber vielleicht noch etwas zu jung. Es braucht Zeit, sich zu entwickeln. Und es muss aus der Mannschaft heraus passieren.

Welche Erwartungen haben Sie an einen Leitwolf?

Er muss immer beim Training sein, sich ständig mit der Mannschaft befassen. Auf und neben dem Platz vorangehen. Er braucht das Standing innerhalb der Mannschaft. Das kann sich auch in der Winterpause entwickeln.

Sportlich auffällig ist, dass Stenum immer wieder Führungen verspielt. Aus zwölf 1:0-Führungen holte Ihr Team nur fünf Siege und ein Unentschieden.

Es ist immer wieder so, dass wir gut in die Partien gekommen sind, aber dass wir dann unsere Torchancen nicht genutzt haben. Ich erwarte von den Spielern nicht, dass sie Treffer aus
Halbchancen machen. Das Problem ist, dass wir die hundertprozentigen vergeben. Und das teilweise kläglich. Wenn das immer wieder passiert, muss man natürlich auch hinterfragen, ob die Qualität im Torabschluss der jeweiligen Spieler reicht. An der Chancenverwertung arbeiten wir natürlich. Manchmal fehlte uns in der Hinrunde aber auch das Quäntchen Glück.

Kommt die Winterpause gelegen?

Sie tut uns jetzt gut. Man muss aber auch sagen, dass wir gegen Oldenburg, nachdem wir nach einer Führung in Rückstand geraten sind, nicht wie gelähmt waren wie in den Partien davor gegen Obenstrohe und Brake. Dieses Mal haben wir auf den Ausgleich gedrückt und hätten den auch machen müssen. Wir müssen jetzt durchpusten. Ich bin mir sicher, dass wir den Bock in der Rückrunde umstoßen werden.

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