12. Juni 2018 / 12:27 Uhr

SV Atlas Delmenhorst: Leichter Rückgang bei den Zuschauerzahlen

SV Atlas Delmenhorst: Leichter Rückgang bei den Zuschauerzahlen

Nico Nadig
Pro Begegnung begrüßte der SV Atlas Delmenhorst im Schnitt fast 850 Zuschauer - so viele wie kein anderer Oberligist im Norden.
Pro Begegnung begrüßte der SV Atlas Delmenhorst im Schnitt fast 850 Zuschauer - so viele wie kein anderer Oberligist im Norden. © INGO MOELLERS
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Bastian Fuhrken, Sport-Vorstand beim Oberligisten, spricht im Interview über die Zuschauerentwicklung

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Bastian Fuhrken ist einer der Mitgründer des neuen SV Atlas Delemnhorst. Im Interview spricht das Vorstandsmitglied über die rückläufige Zuschauerentwicklung in der Oberliga.

Herr Fuhrken, in der abgelaufenen Fußball-Oberliga-Saison besuchten im Schnitt 846 Zuschauer die Partien des SV Atlas Delmenhorst. In Norddeutschland liegt der Verein damit an der Spitze in dieser Spielklasse. Sind Sie als Sport-Vorstand mit dieser Zahl zufrieden?

Bastian Fuhrken: Wenn man sich überlegt, wo wir herkommen, dann letztendlich ja. Wenn man aber sieht, dass in der Saison davor in der Landesliga mehr Zuschauer da waren, dann nicht. Wir denken darüber schon nach. Es gibt für den Rückgang mehrere Faktoren: In der Hinrunde war das Wetter oft schlecht, außerdem hat Werder Bremen häufig gleichzeitig gespielt. Wir gucken, wie wir diesen Faktoren aus dem Weg gehen können, aber wegen der Spielplanaufteilung ist das schwierig.

Vor Saisonbeginn haben Sie noch mit rund 1000 Zuschauern pro Spiel gerechnet, nun sind es 154 weniger geworden. Hat dieser leichte Zuschauerrückgang Auswirkungen auf die finanzielle Situation des Vereins?

Nein, das ist kein Problem. Die Zahl war ein Wunsch, gerechnet haben wir mit weniger.

Wie wichtig sind denn die Zuschauereinnahmen überhaupt für den Etat des SV Atlas Delmenhorst?

Wir haben vier Standbeine: die Sponsoren, die Eintrittsgelder, das Catering und die Mitgliedsbeiträge. Daran sieht man schon, dass sie eine wichtige Rolle spielen. Allerdings rechnen wir sehr konservativ. Wenn es dann etwas weniger Zuschauer werden, ist es auch nicht wild.

Bastian Fuhrken.
Bastian Fuhrken. © Janina Rahn
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Warum hat der Verein sich dazu entschieden, das Gros seiner Heimspiele am Sonnabend auszutragen?

Wir haben 30 Pflichtspiele im Jahr plus diverse Tests. Also sagen wir, dass wir auf 40 Partien kommen. Wenn wir die sonntags austragen, dann sind fast alle Sonntage hinüber. Unsere vielen ehrenamtlichen Helfer, die alles dafür geben, dass ein Heimspieltag perfekt wird, wollen den Sonntag dann aber auch mal für ihre Familie haben. Es gab diverse Gespräche zu diesem Thema. Ein anderer Grund ist: Wenn wir sonntags spielen und auf den Nebenplätzen gleichzeitig vier oder fünf andere Partien ausgetragen werden, bricht Chaos aus. Und man darf nicht vergessen, wie wichtig Ruhe für ein Team vor einer Begegnung ist. Außerdem geht es bei unserem Zuschauerandrang nicht, wenn im Vor- und Nachhinein noch andere Mannschaften spielen. Das wäre zu chaotisch.

Sonnabends steht jedoch die Bundesliga-Konferenz an – oft auch mit Werder Bremen. Was glauben Sie, wie viele Zuschauer das den SVA kostet?

Ich schätze, dass es bei einem Heimspiel von Werder so rund 150 Besucher weniger sind. Das ist aber nicht nur auf Werder bezogen, sondern hängt auch mit der Attraktivität des Spieltages zusammen. Wenn dann auch noch schlechtes Wetter ist, bleiben einige zu Hause und schauen lieber Bundesliga.

Hat die sportliche Situation ebenfalls zu dem Zuschauerrückgang beigetragen? In der Vergangenheit waren die Anhänger des SVA eher erfolgsverwöhnt, in dieser Saison kriselte es aber auch mal.

Das kann sein. Sicherlich gibt es Zuschauer, die einen Besuch eher einplanen, wenn der Erste gegen den Zweiten spielt. So etwas zieht immer mehr. Allerdings haben die gegnerischen Teams in der Landesliga auch mehr Fans mitgebracht. Und es gab das Derby gegen Kickers Emden mit über 2000 Zuschauern. Ein solches Spiel hatten wir in dieser Saison nicht. Es gab zwar beispielsweise ein Derby gegen den VfL Oldenburg, und eigentlich hatte ich mit 1500 oder 1600 Zuschauern gerechnet. Aber es waren eben deutlich weniger. Würde man nun diese 2000 Besucher aus dem Spiel gegen Emden miteinrechnen, wäre man in dieser Saison auf einen ähnlichen Schnitt gekommen.

Welche Lehren zieht der Verein aus dieser Saison?

Die Frage ist, was wir überhaupt ändern können. Damit beschäftigen wir uns, wenn alle Spielpläne raus sind. Aufgrund der Weltmeisterschaft dauert es aber, bis die Bundesliga ihren bekannt gibt.

Viele Besucher strömen zu den Spielen des SVA, weil sie keine Lust mehr auf den Profifußball haben. Ihrer Meinung nach verkommt der immer mehr zum Event. Wie schwierig ist es für einen Amateurverein, den Spagat zu schaffen? Haben Sie schon mal überlegt, mehr in die Richtung Event zu gehen?

Wir kommen immer mal wieder ins Grübeln. Wir haben beispielsweise mal über einen Familientag nachgedacht oder Sponsoren angesprochen. Auch ein Torwandschießen in der Halbzeitpause war bereits ein Thema. Es ist uns aber wichtig, dass der Fußball im Fokus steht.

Befürchten Sie, dass der Zuschauerrücklauf ein Trend werden könnte?

Erst mal wäre das ja Jammern auf hohem Niveau. Natürlich machen wir uns aber immer Gedanken. Ich glaube, dass das auch unser Erfolgsrezept ist. Wir sind im Vorstand sechs Leute, die sich allesamt um Fußball kümmern. Deshalb gehe ich nicht davon aus, dass das zum Trend wird. Ansonsten werden wir etwas unternehmen.

Hat der Verein bereits ein Zuschauerziel für die neue Saison?

Sobald die Spielpläne raus sind, schauen wir mal. Wenn es am Anfang der Saison einen Gegner gibt, der keine allzu weite Anreise hat, könnten wir auch mal freitagabends spielen. Dafür muss aber alles passen.

Wenn das Stadion mit einer Flutlichtanlage ausgestattet wäre, könnten Sie sich vorstellen, die Pflichtspiele nur noch freitagabends auszurichten?

Ich weiß nicht, ob die Jungs das so gut finden, wenn sie freitags spielen und sonntags wieder trainieren müssen (lacht). Letztendlich finde ich den Sonnabend gut. Ich genieße es, wenn der Sonntag frei ist. Denn der Aufwand an einem Heimspieltag ist doch recht groß, dazu kommt nochder Druck. Danach bin ich immer recht kaputt. Außerdem können wir den Sonnabend nutzen, um abends noch länger zusammen zu sitzen. Sonntags ist das eher schwierig.

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