09. September 2018 / 19:34 Uhr

SV Atlas: Eben noch kein Spitzenteam

SV Atlas: Eben noch kein Spitzenteam

Nico Nadig
Fotograf Michael Winter Fokus Nick Köster DSC_6588
Nick Köster (am Ball) und der SV Atlas Delmenhorst unterlagen dem VfL Oythe knapp, aber verdient. © Michael Winter
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Schwache Delmenhorster verlieren beim Aufsteiger VfL Oythe verdient mit 1:2 / Hahn: "Das war unsere schlechteste Saisonleistung"

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Der eine oder andere Beobachter der Fußball-Oberliga mag nach den jüngsten Leistungen in die Versuchung gekommen sein, den SV AtlasDelmenhorst als Spitzenteam zu betiteln. Soweit sind die Blau-Gelben aber offensichtlich noch nicht. Warum? Nun, weil es eben nicht ausreicht, nur gegen die Topmannschaften stark zu spielen. Was ein Spitzenteam wirklich ausmacht, ist, dass es auch gegen vermeintlich schwächere Teams seine Leistung abruft. Und genau daran hapert es (noch) beim SVA: Beim Oberliga-Aufsteiger VfL Oythe verloren die Blau-Gelben mit 1:2 (2:2). "Unnötig, aber nicht unverdient. Das war unsere schlechteste Leistung der Saison", sagte Atlas-Coach Jürgen Hahn nach der ersten Niederlage der aktuellen Spielzeit. Wie schon beim Auftaktspiel gegen den Aufsteiger FC Hagen/Uthlede (2:2) schenkten die Blau-Gelben Punkte her, weil sie schlichtweg zu fahrlässig agierten – ganz anders als in den Partien zuvor gegen vermeintliche Topteams.

"Wir haben die ganze Woche über die Einstellung und die Griffigkeit gesprochen. Aber auf dem Platz ist das dann…", kritisierte Hahn. Ihm war der Frust und Ärger über die Pleite anzumerken. Verständlich. Denn sie hätte auf jeden Fall verhindert werden können. Zweifelsohne lieferte der VfL Oythe eine couragierte und starke Leistung ab, als Übermannschaft kam er jedoch nicht daher. Mit einfachsten Mitteln übertölpelte er die Blau-Gelben. Oft reichte schon ein schnell ausgeführter Freistoß oder langer Ball, um für reichlich Gefahr im Strafraum des SVA zu sorgen. Hahn: "Wir haben keine zweiten Bälle geholt. Einige Akteure sind nicht bei 100 Prozent gewesen. Defensiv war das heute nicht gut, offensiv ist auch nur wenig gekommen."

Dass die Blau-Gelben in den finalen 20 Minuten trotz Überzahl nur zu zwei Chancen kamen, passte da irgendwie ganz gut ins Bild – nach einem rüden Einsteigen gegen Oliver Rauh flog VfL-Spieler Nico Emich vom Platz (68.). Letztlich baute die Hahn-Elf in dieser Phase jedoch kaum Druck auf. Pässe verfehlten ihr Ziel oder landeten direkt beim Gegner; Angriffe wurde zu umständlich ausgespielt. Fast schon bezeichnend, dass der dezimierte VfL die beste Möglichkeit der Schlussphase besaß: Nach einem Schüsschen von Atlas-Spieler Steven Müller-Rautenberg zogen die Gastgeber blitzschnell einen Angriff auf. Dennis Jex stand schlussendlich allein vor Torhüter Florian Urbainski, lupfte den Ball aber direkt in dessen Arme (93.). Es wäre das 3:1 und die endgültige Entscheidung gewesen. Allerdings hatte man zu keinem Zeitpunkt der Schlussphase das Gefühl, Atlas würde jeden Moment den Ausgleich erzielen. "Wir haben das fußballerisch einfach nicht gut gelöst", sagte Hahn, " trotz Überzahl hatten wir keine gefährliche Chance." Letztendlich sei die Leistung enttäuschend gewesen.

Ordentlicher Start

Dass der Coach nach Abpfiff ein solches Urteil fällen würde, deutete sich zu Beginn tatsächlich gar nicht an. Schließlich starteten die Blau-Gelben recht ordentlich. Der VfL Oythe bereitete ihnen zwar Probleme, aber sie fanden Lösungen. Atlas gelang sogar der Führungstreffer, wenngleich etwas glücklich: Der für den verletzten Marco Prießner spielende Marvin Osei flankte den Ball von der Strafraumkante an den Fünfmeterraum. SVA-Kapitän Nick Köster stolperte über das Leder, doch auch Oythes Torhüter Wilhelm Heise hielt das Spielgerät nicht fest. Schlussendlich fiel Köster auf den Ball und schob ihn so über die Linie. Während die Gastgeber lautstark ein Handspiel des Atlas-Kapitänsmonierten, sprach Hahn von einem "Tor des absoluten Willens".

Der Treffer verfehlte seine Wirkung nicht, Oythe wirkte geschockt und haderte noch mit dem Schiedsrichter. "Wir waren gut im Spiel und haben erst mal nichts zugelassen", sagte Jürgen Hahn. Das Problem: So ging es nicht weiter. Genau genommen war das Gegenteil der Fall. Bei Atlas ließ rund sechs, sieben Minuten vor Pausenpfiff die Spannung nach und immer häufiger profitierte der Gastgeber von Abstimmungsfehlern in der Atlas-Zentrale. In Minute 42. hätte der VfL den durchaus verdienten Ausgleich erzielen können. Die Blau-Gelben schafften es nicht, den Ball zu klären, sodass Oythe gleich dreimal auf das Tor von Urbainski schoss. "Benno hat da gut gehalten. Aber wir haben auch um den Ausgleich gebettelt", meinte Jürgen Hahn. Wenig später zappelte der Ball dann im Netz des SVA: Nach einem langen Pass von Dennis Jex in die Schnittstelle der Atlas-Abwehr leitete Sebastian Merveldt den Ball auf Dustin Beer weiter – 1:1 (44.).

Hahn richtete in der Halbzeit deutliche Worte an seine Elf und stellte etwas um: Für Dennis Mooy kam Thomas Mutlu ins Spiel. Er rückte in die Zentrale, Leon Lingerski spielte fortan auf der Position des Linksverteidigers. Und tatsächlich stabilisierte sich das Spiel der Blau-Gelben wieder. Allerdings nur für wenige Minuten. Schon bald schlichen sich wieder Stockfehler ins Spiel ein, außerdem "war unsere Kommunikation nicht gut. Teilweise sind zwei Spieler zum Ball gerannt". Der VfL nutzte diese Unzulänglichkeiten schlussendlich aus. Jex flankte mehr oder weniger unbedrängt auf Nico Emich, der einfach nur noch den Kopf hinhalten musste (61.). "Wieder waren wir da zu nachlässig, da standen mehrere VfL-Spieler allein", ärgerte sich Hahn, "die Jungs wollten danach ja, aber die Frische war nicht da." Am nächsten Sonnabend soll die wieder da sein, schließlich wartet der dritte Aufsteiger, der MTV Wolfenbüttel, auf die Blau-Gelben.

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