DSC_4385 Sebastian Kmiec (li) traf gegen Oldenburg (weiß-grün) zum 1:0 für Atlas Delmenhorst. © Ingo Moellers
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SV Atlas erwischt einen gebrauchten Tag

Im Oberliga-Derby gegen den VfL Oldenburg müssen die Delmenhorster beim 1:2 die zweite Saisonniederlage hinnehmen

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Das regnerische und trübe Wetter passte ganz gut zu diesem Spiel – zumindest was die Laune beim SV Atlas Delmenhorst betraf. Denn der Aufsteiger in die Fußball-Oberliga erwischte bei seinem Heimspiel gegen den VfL Oldenburg einen mehr als gebrauchten Tag: Nicht nur, dass das Derby etwas unglücklich mit 1:2 (1:1) verloren ging und damit auch die Serie von sechs Spielen ohne Niederlage riss, zusätzlich vergrößerten sich auch die Personalsorgen beim SVA – Linksverteidiger Sebastian Kmiec verletzte sich, Kevin Radke handelte sich zudem eine Gelb-Rote-Karte ein. Kein Wunder also, dass Trainer Jürgen Hahn nach dem Abpfiff alles andere als glücklich wirkte. "Ich denke, dass ein Remis gerecht gewesen wäre. Personell waren wir heute einfach am Limit. Wir konnten nicht mehr reagieren", bilanzierte er. 

Dass das Spiel allerdings ein solch unglückliches Ende für den Gastgeber nehmen würde, zeichnete sich zu Beginn noch nicht ab. Obwohl Hahn aufgrund von Ausfällen und den Sperren von Patrick Degen und Dennis Janssen dazu gezwungen war, umzustellen, hinterließ der SVA einen guten ersten Eindruck. So konnte Hahn sein Gegenüber vom VfL Oldenburg, Dario Fossi, offensichtlich mit seiner Maßnahme, Musa Karli als Neuner aufzubieten, überraschen. Denn die Anfangsphase gehörte den Hausherren. Nach elf Minuten klingelte es dann auch zum ersten Mal im Kasten der Oldenburger: Karli trat einen Freistoß aus dem linken Halbfeld in die Mitte des VfL-Strafraums, dort drückte Atlas-Neuzugang Sebastian Kmiec den Ball mit dem Kopf über die Linie. "Atlas hat gut begonnen. Wir haben dagegen gebraucht, um in das Spiel zu finden", gab VfL-Coach Fossi zu. 

Und wenn es nach dem Gros der rund 900 Zuschauer gegangen wäre, dann hätte es für die Blau-Gelben so weitergehen können. Nur tat es das eben nicht. Ganz im Gegenteil. Die Führung gab dem Aufsteiger keine Sicherheit, sie wirkte vielmehr wie ein Weckruf für die Oldenburger. Sie waren nun auf Höhe mit dem SVA, hatten allerdings auch Glück, als Karli einen sehenswerten Fallrückzieher am Tor vorbei setzte und das 2:0 damit verpasste (14.). Stattdessen gelang dem VfL der Ausgleich –  ausgerechnet der Delmenhorster Marvin Osei traf. In der Verteidigung bekam der SVA beim 1:1 keinen Zugriff. Osei schoss Torhüter Florian Urbainski beim ersten Versuch noch an, über Umwege gelang der Ball erneut zu dem VfLer, der nicht attackiert wurde und sich seelenruhig für eine Ecke entscheiden konnte (18.). Hahn: "Da haben wir nicht gut verteidigt und Oldenburg so wieder in das Spiel gebracht." 

Seine Elf hatte nun mächtig zu kämpfen, sie verlor die Kontrolle. Dass sie nicht in Rückstand geriet, lag auch daran, weil der VfL seine Chancen nicht konsequent nutzte. Nur kurz nach dem Ausgleich hätten die Oldenburger das 2:1 erzielen können, doch Lennart Blömer knallte das Leder über den Kasten (23.). In Minute 27. verhinderte zuerst der Pfosten und dann Urbainski den Einschlag – wieder wäre Osei der Torschütze gewesen. In dieser Szene machte die Hintermannschaft SVA keinen sattelfesten Eindruck – ein Pass in die Schnittstelle reichte, um die Abwehr zu überspielen.  Eben diese stellte Hahn noch vor der Halbzeit um: Kmiec konnte nicht weitermachen, für ihn kam Mark Spohler in die Partie (34.). Letztgenannter ersetzte den SVA-Torschützen aber nicht Eins-zu-eins. Er tauschte mit Tom Witte, der fortan die linke Außenbahn beackerte. "Bei Sebastian schaut es nach einer Zerrung aus. Mark hat das aber auch gut gemacht", meinte Hahn. Seine Idee in der Defensive: Bei eigenem Ballbesitz schalteten sich die Außenverteidiger Kmiec/Witte und auf der rechten Seite Kevin Radke in der Offensive ein. Es verblieb eine Dreierkette um Witte/Spohler, Stefan Bruns und Marlo Siech. Bei gegnerischem Ballbesitz wurde daraus eine Fünferkette.

DSC_4500 Rund 900 Zuschauer besuchten das Oberliga-Derby. © Ingo Moellers

An der bissen sich die Oldenburger nach ihrer Drangphase die Zähne aus. Überhaupt war es ein Spiel, bei dem Torchancen Mangelware blieben. Das lag sicherlich auch daran, weil viele kleine Fouls den Spielfluss unterbrachen und der Platz aufgrund des dauerhaften Regens schwierig zu bespielen war. Allerdings erwischte die Atlas-Offensive auch nicht ihren besten Tag: Oliver Rauh, der eigentlich für Tempo sorgen sollte, hatte nur wenig überzeugende Szenen – in der zweiten Halbzeit verließ er das Feld, für ihn kam Stürmer Dominik Entelmann. Marco Prießner hat in dieser Saison ebenfalls schon bessere Leistungen gezeigt. Das stellte auch Hahn nach Abpfiff fest. Und so plätscherte die zweite Hälfte vor sich hin. Zwar hatte der SVA wieder mehr vom Spiel, wirklich gefährlich wurde es für die Oldenburger aber nur selten. Letztlich fehlte bei den Blau-Gelben im Angriff das Tempo und die Präzision – auch bedingt durch die Ausfälle. Eine der besseren SVA-Chancen in Durchgang zwei besaß Witte. Seinen Kopfball nach einer Freistoßflanke von Karli konnte VfL-Keeper Jannik Zohrabian über die Latte lenken (70.). 

Große Aufregung dann im Gegenzug: Radke stoppte seinen Gegenspieler mit einem Foul und da er schon verwarnt war, schickte Schiedsrichter Marius Schlüwe ihn mit der Ampelkarte vom Platz (73.). Sicherlich keine komplett falsche Entscheidung, trotzdem kann darüber diskutiert werden. Was den SVA daran störte, war der Fakt, dass der Unparteiische in der ersten Halbzeit einen verwarnten VfL-Spieler nach einem ebenfalls gelbwürdigen Foul auf dem Platz ließ. Vielleicht hätte er etwas mehr Fingerspitzengefühl beweisen können, ansonsten machte er einen ordentlichen Job, wenngleich er viele Gelbe Karten verteilte. Hahn: "Man kann darüber diskutieren. Das war der Knackpunkt. Der VfL hat danach das Risiko erhöht."

In den ersten Minuten konnten die Oldenburger die Überzahl noch nicht wirklich ausspielen. Fossi: "Die Gelb-Rote-Karte hat uns in die Karten gespielt, zuerst haben wir das aber nicht gut gemacht." In Minute 84 stürmten sie dann jedoch alle in Richtung Eckfahne, Pascal Steinwender hatte sie in Führung gebracht. Zum ersten Mal nutzten sie den Platz auf der rechten Seite, zudem kam die Atlas-Verteidigung nicht hinterher. Urbainski ließ einen ersten Schuss abklatschen, den Abpraller verwertete Steinwender. In den finalen Minuten rannte Atlas nochmals an, hatte auch zwei Chancen, zum Ausgleich sollte es aber nicht mehr reichen. Fossi: "Es war nicht immer schön, aber ich finde, dass wir zurecht gewonnen haben. Hier hat es wirklich Spaß gemacht, auch wenn es nicht einfach für uns war."

Region/Bremen Bezirk Weser-Ems SV Atlas Delmenhorst (Herren) VfL Oldenburg (Herren) Oberliga Niedersachsen (Herren) SV Atlas Delmenhorst-VfL Oldenburg (30/09/2017 16:00)

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