09. März 2018 / 20:59 Uhr

SV Eichede: Überraschendes Ende der Ära Jaacks

SV Eichede: Überraschendes Ende der Ära Jaacks

Volker A. Giering
Für Dennis Jaacks ist im Sommer beim SV Eichede nach nur einem Jahr Schluss.
Für Dennis Jaacks ist im Sommer beim SV Eichede nach nur einem Jahr Schluss. © dpa
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Trainer und Team fühlen sich überrumpelt

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Am Donnerstag um 18.25 Uhr verschickte der SV Eichede eine Pressemitteilung mit der Überschrift "Auslaufende Verträge des Trainerteams nicht verlängert". Es geht um Cheftrainer Dennis Jaacks und Co-Trainer Marcel Müller. Erst vor der Saison hatte das Duo den Fußball-Oberligisten übernommen.

Jaacks fiel aus allen Wolken

Die Entscheidung wurde Jaacks und Müller tags zuvor am trainingsfreien Tag in einem persönlichem Gespräch im Eicheder „Sporttreff“ mitgeteilt. Der Grund des Treffens war die „weitere Zusammenarbeit des Trainerteams.“ Dass es auf eine Trennung nach nur einem Jahr zum Saisonende hinauslaufen würde, darauf war Jaacks nicht vorbereitet. Auch zwei Tage nach der Entscheidung zeigt sich der A-Lizenz-Inhaber immer noch enttäuscht. „Die Trennung ist jedenfalls nicht im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt. Wie ich von einigen Leuten angesprochen wurde“, betont der 33-Jährige gegenüber dem LN-Sportbuzzer. „Marcel und ich waren doch sehr von dieser Entscheidung überrascht.“

Gründe oder Argumente, warum beide Seiten künftig getrennte Wege gehen, seien Jaacks indes vom Vereinsvorsitzenden Olaf Gehrken nicht mitgeteilt worden. Auch in der Pressemitteilung ist davon nichts zu lesen! „Sportlich kann es eigentlich keine Gründe geben. Nach dem Regionalliga-Abstieg sind wir sportlich im Soll“, glaubt Jaacks und ergänzt: „Vor der Saison war die Rede vom oberen Tabellendrittel – Platz eins bis sechs. Aktuell stehen wir auf dem vierten Tabellenplatz. Gewinnen wir unser ausstehendes Nachholspiel sind wir bis auf drei Punkte am Zweiten Holstein Kiel II dran. Nicht zuletzt ging es nach dem Abstieg darum, zunächst eine Basis zu schaffen.“

Noch-Coach lobt Entwicklung der Mannschaft

In diesem Zusammenhang verweist Jaacks darauf, dass die im Sommer 2017 verpflichteten Neuzugänge aus unterklassigen Ligen gekommen sind. „Dafür sehe ich die Mannschaft auf einem guten Wege. Ich kann nur betonen, dass ich die Entscheidung bedauere, und dass ich das Projekt gern fortgeführt hätte“, erklärt der Ex-Pansdorfer. „Ich weiß, was für ein Potential in der Truppe steckt. Das schätze ich realistisch ein.“ Ferner dürfe man nicht vergessen, dass der scheidende SVE-Coach mit vielen Verletzten in der Hinrunde zu kämpfen hatte. Mit Patrick Krajinovic (ging nach Freiburg) sei zudem der Abwehrchef plötzlich weggebrochen. In diesem Winter hat der Klub dann auch noch mit Mats Facklam seinen besten Stürmer abgegeben. „Ich ziehe den Hut vor den Jungs, wie sie diese Umstände kompensiert haben“, sagt Jaacks. „Die Mannschaft hat sich toll entwickelt. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie das alles weggesteckt hat. Ich hoffe, dass die Jungs bis zum Ende mitziehen und uns folgen werden.“

Auch wenn Jaacks die Entscheidung nicht nachvollziehen kann, hegt er laut eigener Aussage keinen Groll gegen den Dorfklub. „Das ist eine völlig legitime Entscheidung. Ich bin dankbar dafür, dass sich die Verantwortlichen vor der Saison für ein sehr junges Trainerteam entschieden haben. Und dass in einer nicht einfachen sportlichen Situation. Sprich nach dem Regionalliga-Abstieg. Ich durfte schöne Momente erleben, wie das Spiel im DFB-Pokal gegen den 1. FC Kaiserslautern, und werde das Engagement mit voller Power zu Ende bringen.“

Geld aus DFB-Pokal und Facklam-Transfer fehlinvestiert?

Über die Gründe für die völlig überraschende Trennung kann insofern nur spekuliert werden, da Vereinsboss Gehrken am Donnerstag Abend auf Nachfrage vom LN-Sportbuzzer sagte: „Nach unserem abschließenden Gespräch sind wir zu der Entscheidung gekommen, die Zusammenarbeit mit Dennis Jaacks nicht über den Sommer hinaus fortzusetzen.“ Persönliche Differenzen soll es keine geben. „Dennis ist einer der angenehmsten Menschen, mit denen ich während meiner ganzen Zeit beim SV Eichede zu tun hatte. Unser Verhältnis ist nach wie vor gut.“ An der sportlichen Situation soll es auch nicht liegen. „Platz Vier ist okay und liegt völlig im Rahmen. Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir eine gute Rolle in der Oberliga spielen wollen“, so Gehrken.

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Was hat den Klub also bewegt, die Zusammenarbeit zu beenden? Hat man sich vor der Saison doch erhofft, ganz oben mitzumischen? Lässt Jaacks nicht attraktiv genug spielen? Beim jüngsten 0:0 beim Spitzenreiter NTSV Strand 08 sprachen einige Zaungäste vom Eicheder Angsthasenfußball. In der Hinrunde waren die Eicheder die Remiskönige (sieben Unentschieden) und verpassten dadurch auch erstmals seit Jahren die Qualifikation für das Hallenmasters in Kiel. Auf der anderen Seite darf die Frage erlaubt sein, was der Dorfklub mit den finanziellen Einnahmen aus dem DFB-Pokal im August 2017 und dem Transfer von Mats Facklam in die Dritte Liga zu den Sportfreunde Lotte gemacht hat? Liegt das Geld auf einem Festgeldkonto? Oder hätte man eher in die Mannschaft investieren sollen – statt viele junge, unerfahrene Spieler zu verpflichten? Fragen über Fragen. Die Antworten wird wahrscheinlich nur Gehrken kennen . . .

Spieler bedanken sich für gemeinsame Zeit

Die Mannschaft jedenfalls wurde am Donnerstag von der Nachricht überrumpelt. „Schade, dass die Zusammenarbeit von Dennis und Marci zum Sommer beendet wird. Beide haben einen sehr guten Job gemacht“, sagt Torwart Julian Barkmann, „nur zwei Niederlagen aus 17 Ligaspielen verdeutlichen dieses nochmal. Ich wünsche den beiden alles Gute für die kommenden Aufgaben.“

Da das Ligaspiel am Sonntag beim TSB Flensburg abgesagt wurde, bestreitet der SV Eichede am Samstag (10.3.) ein Testspiel gegen den Verbandsligisten WSV Tangstedt. Anpfiff ist um 15 Uhr auf dem Kunstrasenplatz der VSG Stapelfeld (Am Drehbarg, 22145 Stapelfeld).

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