10. Juli 2018 / 00:00 Uhr

SV Steilküste Rerik zieht Kreisliga-Team zurück

SV Steilküste Rerik zieht Kreisliga-Team zurück

Oliver Behn
Reriks Kapitän Oliver Albrecht.
Ein Bild vergangener Tage: Kapitän Oliver Albrecht im Trikot des SV Steilküste Rerik. In der neuen Saison werden die Reriker als Gastspieler beim FSV Kühlungsborn mitkicken. © Johannes Weber
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Den Salzhaff-Fußballern fehlen Spieler / Aktive erhalten Gastspiel-Erlaubnis

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Paukenschlag beim SV Steilküste Rerik: Der Fußball-Kreisligist hat für die neue Saison erstmals in der Vereinsgeschichte keine Herren-Mannschaft für den Spielbetrieb gemeldet. Die Salzhaff-Kicker konnten keinen ausreichend großen Kader mehr zusammenstellen. Beim Vereinsvorsitzenden Thomas Gradt ist die Enttäuschung darüber riesig. „Ich bin sehr traurig, dass wir diese Entscheidung treffen mussten und hatte zuletzt schlaflose Nächte. Aber wir hatten keine andere Wahl“, sagte er. Gemeinsam mit Spielern, Trainern und weiteren Vorstandsmitgliedern hatte Gradt das Vorgehen abgestimmt. „Wir haben lange Zeit überlegt und uns die Entscheidung nicht leichtgemacht.“

Als Thomas Gradt 1978 nach Rerik zog, kam er zum SV Steilküste und blieb dem Verein seither treu. Er erlebte zahlreiche Auf- und Abstiege, musste in den vergangenen Jahren aber zunehmend erkennen, dass den Rerikern die Spieler ausgehen. „Das Problem haben wir nicht erst seit ein paar Wochen. In den vergangenen beiden Spielzeiten waren wir oft auf die Unterstützung unserer Alten Herren angewiesen, um eine spielfähige Mannschaft zusammenzubekommen.“

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Coach Ole Grunwald: „Abmeldung ist der absolute Tiefpunkt"

Coach Ole Grunwald äußert sich ebenfalls enttäuscht. „Ich bin mittlerweile 25 Jahre im Verein. Die Abmeldung ist der absolute Tiefpunkt. Aber die Entwicklung hat sich über mehrere Jahre angekündigt. Es fehlt eben an Jugendmannschaften.“ Besonders der Abwärtstrend im vergangenen halben Jahr sei erschreckend gewesen. „Nach der positiven Hinrunde hatten wir in der Rückrunde immer mehr Schwierigkeiten, eine schlagkräftige Truppe aufzustellen. Ohne unsere Oldies hätten wir so manche Spiele in Unterzahl bestreiten müssen.“

Dabei hatte die Saison 2017/18 für den SV Steilküste verheißungsvoll begonnen. Nach fünf Spielen führten die Reriker die Tabelle in der Kreisliga Warnow (Staffel I) überraschend an. Danach ging es bergab. Nach dem dritten Platz im Winter holten die Reriker in der zweiten Saisonhälfte nur noch magere elf Zähler und rutschten ab. Beim 0:13 gegen den späteren Staffelsieger FSV Rühn traten sie sogar nur mit zehn Spielern an. Am Ende landete der SV Steilküste mit 38 Punkten aus 26 Partien auf dem siebten Tabellenrang.

„Wir haben es immer sportlich genommen und sind trotz aller Umstände in jedem Spiel angetreten“, sagt Gradt. Das wäre in der neuen Saison wohl nicht mehr gelungen. „Dem Kader hätten zwar bis zu 16 Spieler angehört. Allerdings wären aus beruflichen Gründen am Spieltag selten mehr als elf da.“ Der Rückzug war daher unausweichlich.

Kooperation mit Kühlungsborn

Ganz auf Fußball verzichtet werden soll im Ostseebad trotzdem nicht. „Die verbleibenden Spieler werden mit einer Gastspielgenehmigung für den FSV Kühlungsborn II ausgestattet“, sagt Thomas Gradt.

Betreut wird die Kühlungsborner Verbandsliga-Reserve von Ole Grunwald. Mehrere Heimspiele sollen in Rerik ausgetragen werden. „Die Gespräche mit dem FSV Kühlungsborn waren sehr gut. Wir bleiben im ständigen Austausch. Ich bin mir sicher, dass wir gut zusammenarbeiten werden“, glaubt Thomas Gradt.

Ole Grunwald freut sich auf die neue Saison – dann in der Kreisoberliga, wo die Kühlungsborner im Vorjahr den dritten Platz belegten. „Wir haben den Schritt zum FSV gewagt, um noch möglichst viele Spieler im Verein zu halten. Das ist uns auch gelungen“, sagt der 31-Jährige. Der Trainer hat sich schon erste Eindrücke von seiner neuen Truppe verschafft. „Ich bin begeistert vom Potenzial der Mannschaft und vom Umfeld. Es wird nicht einfach am Anfang, aber wir beginnen demnächst mit der Vorbereitung und dann gilt es, das Potenzial voll auszuschöpfen“, sagt Grunwald.

Nachwuchs-Spielgemeinschaft wird aufgelöst

Unterdessen hoffen die Reriker, in Zukunft wieder ein eigenes Team an den Start schicken zu können. „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht klappt es ja schon in einem Jahr wieder“, sagt Thomas Gradt. Als zentraler Spielansetzer beim Kreisfußballverband (KFV) Warnow weiß er, dass nicht nur sein Verein von der negativen Entwicklung betroffen ist, dass Spieler fehlen. „Vielen Mannschaften geht es ähnlich“, meint er.

Auch in der Reriker Jugend ist die Situation dramatisch. Die bisherige Spielgemeinschaft mit der TSG Neubukow und dem Mulsower SV wurde aufgelöst. Um wieder eine eigenständige Jugendmannschaft auf die Beine zu stellen, fehlt es in Rerik an Nachwuchs. Deshalb werden die Jugendspieler ebenfalls mit Zweitspielrechten ausgestattet. Für das neue Spieljahr wird der SV Steilküste ausschließlich eine Alt-Herren-Mannschaft für den Spielbetrieb im KFV melden.

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