10. Juli 2018 / 12:17 Uhr

SV Türkspor: Neuzugang Ferdi Kök ist auf den großen Fang aus

SV Türkspor: Neuzugang Ferdi Kök ist auf den großen Fang aus

Jens Pillnick
Zurück in Bremen-Nord: Ferdi Kök (vorne) bestritt für die SG Aumund-Vegesack 91 Bremen-Liga-Partien und läuft künftig für den Bezirksligisten SV Türkspor auf.
Zurück in Bremen-Nord: Ferdi Kök (vorne) bestritt für die SG Aumund-Vegesack 91 Bremen-Liga-Partien und läuft künftig für den Bezirksligisten SV Türkspor auf. © Photocube
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Hobby-Angler strebt mit dem Bezirksligisten mittelfristig die Rückkehr in die Bremen-Liga an

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Der SV Türkspor hat die sofortige Rückkehr in die Fußball-Landesliga verpasst, weil er die Topspiele in der Saison 2017/18 verlor oder zumindest keines gewann. Das soll sich nicht wiederholen. Ein entscheidender Baustein für den Aufstieg im zweiten Anlauf könnte nun FerdiKök sein, der 134 Bremen-Liga-Spiele für die SG Aumund-Vegesack, den VfL 07 und den FC Oberneuland bestritt und künftig für den Bezirksligisten SV Türkspor auf Torejagd gehen soll. „So einen für die Bezirksliga zu kriegen, ist nicht einfach“, ist Türkspor-Trainer Bahadir Kilickeser heilfroh darüber, dass sich der 26-Jährige für den Tabellenvierten der abgelaufenen Serie entschieden hat.

Und das trotz höherklassiger Angebote, wie Ferdi Kök beteuert. Aber mittlerweile würde die Spielklasse für ihn nicht mehr die entscheidende Rolle spielen, vielmehr wolle er sich wohlfühlen. Nachdem er beim SV Türkspor reingeschnuppert hatte, konnte er genau das bejahen. Mit Bela Prieß und John-Marvin Halstenberg spielen dort Freude, sein Cousin befindet sich ebenfalls im Kader und mit mehreren Teamkameraden hat er schon die Kindergartenzeit verbracht. Erleichtert hat ihm die Entscheidung zudem seine räumliche Veränderung. Ferdi Kök ist nun wieder seinen Eltern nach Blumenthal zurückgezogen. Damit hat er einen kurzen Weg zum Burgwall.

Zeitlich möglichst kurz soll jetzt auch der weitere Weg in die Landesliga gehalten werden. „Wir wollen so schnell wie möglich aus der Bezirksliga raus“, sagt Bahadir Kilickeser und will einem Kicker wie Ferdi Kök natürlich auch eine höhere Spielklasse bieten. Denn die Befürchtung, dass ein weiterer Verbleib in der Bezirksliga den einen oder anderen zum Weggang bewegen könnte, ist natürlich da. „Eine Saison geht immer“, will er Ferdi Kök, der mit Rückkehrer Sinan Alija (SAV) geradezu eine Torflut verspricht, gar nicht erst vor diese Frage stellen. Kök gibt aber umgehend Entwarnung: „Es ist auch kein Problem, wenn ich zwei Jahre in der Bezirksliga spiele.“

Damit will Ferdi Kök aber keineswegs ausdrücken, dass er nicht wieder höherklassig spielen will. Ganz im Gegenteil. Er hat den SV Türkspor kennen und lieben gelernt, als er noch jugendlich war. Und damals spielte der SV Türkspor in der Bremen-Liga. Genau da möchte er mit den Nordbremern auch wieder hin: „Der Aufstieg jetzt wäre optimal. Und dann irgendwann noch einmal aufsteigen.“

Dass Ferdi Kök heute wieder fußballerische Pläne schmiedet, ist keine Selbstverständlichkeit. Ein Achillessehnenriss unterbrach seine Karriere und er beschäftigte sich mit dem Gedanken ans Aufhören. Schließlich entschied er sich dafür, seinem Körper Zeit zu lassen. Beim FC Oberneuland wagte er unter Kristian Arambasic (Kök: „Wenn ich keinen Trainer gehabt hätte, der mich getriezt hätte, dann wäre ich nicht wieder fit geworden“), der auch schon der der SAV für zweieinhalb Jahre sein Trainer war, den Wiederbeginn und wurde behutsam aufgebaut. Seit März dieses Jahres ist er wieder beschwerdefrei, ins Team spielen konnte er sich dann allerdings nicht mehr. Kök: „Ich hatte keine Chance an ein Team ranzukommen, das monatelang unter Vollgas trainiert hat.“ Kristian Arambasic hat Ferdi Kök aber nicht nur beim Weg zurück auf den Platz entscheidend geholfen. Kristian Arambasic ist auch der Trainer, der ihn gedanklich in Sachen Fußball entscheidend geprägt hat: „Bei ihm habe ich gelernt, was es heißt, ein Team zu sein.“

Nun ist er ein Teil des Teams des SV Türkspor und will seine Qualitäten beim Vorhaben, an glanzvolle Tage der Vergangenheit anzuknüpfen, einbringen. Während er in der Vergangenheit stets die gesamte rechte Seite beackerte (Kök: „Von einer festen Position konnte man da gar nicht sprechen“) will und soll er sich beim SV Türkspor ganz vorne entfalten. Und da den Unterschied ausmachen. Den Unterschied in den Topspielen. Denn da sah der SV Türkspor – wie eingangs erwähnt – nicht gerade gut aus. Gegen Meister SG Findorff unterlag Türkspor mit 0:4 und 1:3, gegen den Zweiten FC Huchting gab es ein 0:4 und ein 1:1, und gegen den Tabellendritten TSV Hasenbüren mussten sich die Nordbremer mit einem 1:5 und einer 0:5-Wertung abfinden.

Ferdi Kök will einer solchen Bilanz aber nicht nur mit hoher Qualität, sondern auch mit seiner Emotionalität („Davon lebe ich“) entgegenwirken. Um diese Emotionalität richtig zu dosieren, setzt sich Ferdi Kök seit drei, vier Jahren regelmäßig an den Teich und angelt. „Da kann ich gut runterkommen, das ist ein guter Ausgleich“, hat der 26-Jährige festgestellt. Gerne geht er auch mal auf Aal („Die kann ich bei meinen Eltern im Garten räuchern“), aber das bisherige Highlight sei ein 42 Zentimeter großer Barsch gewesen. Ab jetzt geht Ferdi Kök  zudem in der Bezirksliga fischen und will dort mit dem SV Türkspor den Aufstieg an Land ziehen.

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