Trainer Uwe Oberländer (mittlere Reihe, rechts) sieht auf dem Weg zur Kreisliga-Meisterschaft viel Konkurrenz. Trainer Uwe Oberländer (mittlere Reihe, rechts) sieht auf dem Weg zur Kreisliga-Meisterschaft viel Konkurrenz. © ph
Trainer Uwe Oberländer (mittlere Reihe, rechts) sieht auf dem Weg zur Kreisliga-Meisterschaft viel Konkurrenz.

Teamcheck: SC Rinteln

Der Wiederaufstieg in die Bezirksliga ist nicht in Stein gemeißelt

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Der SC Rinteln in der Kreisliga – daran muss sich der Fußball erst einmal gewöhnen. Die Frage ist, wie lange der Traditionsklub aus der einwohnerstärksten Stadt Schaumburgs diese Erniedrigung aushalten muss. Derzeit deutet wenig darauf hin, dass es nur ein kurzer einjähriger Ausflug wird, allenfalls gehört der SC Rinteln zu einem größeren Favoritenkreis. Trainer Uwe Oberländer sieht das ähnlich: „Ich kann keine Mannschaft erkennen, die herausragt und einen Durchmarsch machen wird. Es gibt eine Spitzengruppe und ich hoffe, dass wir mittendrin sind.“

Für diese nüchterne, aber realistische Einschätzung der Kräfteverhältnisse gibt es mehrere Gründe. Der SC Rinteln tat sich als Absteiger im Sommer mit frischen Verpflichtungen schwer. Die meisten neuen Spieler kommen aus dem eigenen Nachwuchs und waren teilweise bereits in der letzten Saison in der ersten Herrenmannschaft unterwegs. Mit Marvin Deerberg hat der SCR zumindest das Torwartproblem gelöst, das sich anbahnte. Luis Böhm geht demnächst studieren und steht dann wohl nicht mehr voll zur Verfügung. Bei Tino Bedey sieht es ähnlich aus. Er wird sich nach drei Meisterschaftsspielen in ein Auslandssemester verabschieden. Im offiziellen Kader gibt es weitere Wackelkandidaten. Waldemar Dirks zum Beispiel kann allenfalls als Stand-by-Allrounder eingestuft werden. Tomas Muzik trainiert bisweilen mit, kann einem Kreisligisten auch ohne Zweifel weiterhelfen, ist aber ebenfalls eher eine Aushilfskraft. Ein großes Fragezeichen steht auch hinter Alexander Rogowski, der nach seiner langen Verletzung eigentlich aufhören wollte, von Oberländer nun aber zumindest dazu überredet wurde, am Training teilzunehmen. Rund läuft er noch nicht, aber seit vier Wochen ist er wieder bei den Übungsabenden.

Dafür scheinen sich andere Spieler in den Vordergrund zu schieben. Philipp Bergmann etwa, der athletischer und stärker geworden ist. Vielleicht kann auch der durchaus veranlagte Serhat Merdoglu seine fußballerischen Qualitäten in der Kreisliga besser in Leistung umsetzen. Bei den Abgängen ist wahrscheinlich Sebastian Wittek als bisheriger Abwehrchef der größte Verlust. Der talentierte, aber im Spiel oft unsichtbare Felix Quindt schloss sich Aufsteiger FC Preussen Hameln 07 an und Oguzhan Gök versucht es zum zweiten Mal beim SV Obernkirchen.

Viel wird von der Einstellung des SC Rinteln abhängen. Wenn die Mannschaft ihre Erfahrung aus der Bezirksliga noch einige Zeit erhält, wenn sie sich nicht zu schnell dem schwächeren Niveau und bedächtigeren Tempo anpasst, dann kann sie im Kreisoberhaus eine gute Rolle spielen. Der wichtigste Aspekt ist aber die kämpferische Einstellung. „Rein fußballerisch werden wir unsere Ziele nicht erreichen“, bestätigt Oberländer. „Wir müssen nicht glauben, nach Lüdersfeld zu fahren, um dort widerstandslos zu gewinnen. Das funktioniert nur, wenn wir den Kampf annehmen.“

Nach Oberländers Erwartung gilt das besonders für die Rintelner Stadtderbys. Mit dem TSV Steinbergen, dem TSV Eintracht Exten, dem SV Engern, dem SC Schwalbe Möllenbeck und mit Aufsteiger TSV Krankenhagen hat der SC Rinteln gleich fünf davon. „Natürlich sind alle heiß auf uns, natürlich geben sie zehn Prozent mehr als sonst“, weiß Oberländer. Die Mitfavoriten stecken aber wahrscheinlich woanders: Vizemeister SC Auetal gehört dazu, Mitabsteiger TSV Hagenburg sowieso. Sicher werden auch der Kreispokalsieger FSG Pollhagen-Nordsehl-Lauenhagen und der Vorjahresdritte SV Victoria Lauenau nach seiner sensationellen Rückrundenleistung eine gute Rolle in der Kreisliga spielen. Bei so viel Konkurrenz ist Rintelns Trainer zu Kunstgriffen gezwungen. Die Karriere von Moritz Peters als Stürmer ist beendet. Er wird in der Abwehr gebraucht. Selbst Kastriot Hasani, der vielleicht seine letzte Saison spielt, wird wahrlich in die Defensive abkommandiert. „Der zweite Platz und die Relegation würde uns schon reichen“, sagt Oberländer.

Die Neuzugänge beim SC Rinteln sind alle unter 20 Jahre jung und können zum Teil noch in der A-Jugend spielen: Sinan Boga (von links), Qendrim Krasniqi, Robin Ronnenberg, Noshkar Sharo und Gohoreallan Kouebi. Die Neuzugänge beim SC Rinteln sind alle unter 20 Jahre jung und können zum Teil noch in der A-Jugend spielen: Sinan Boga (von links), Qendrim Krasniqi, Robin Ronnenberg, Noshkar Sharo und Gohoreallan Kouebi. © ph

Neuzugänge

Sinan Boga: Coach Uwe Oberländer trainierte einst seinen Vater Nedim. Sohn Sinan spielte in der A-Jugend des FC Bad Oeynhausen und ist im Mittelfeld überall einsetzbar. Zuletzt überzeugte der Rechtsfuß auch als zentraler Spieler in der Dreierkette. Der Trainer hält ihn für eine große Bereicherung.

Marvin Deerberg: Der bisherige Torwart des SC Schwalbe Möllenbeck durchlief im Nachwuchs des SC Rinteln alle Jahrgänge. Ist ein starker Kreisligatorwart.

Gohoreallan Kouebi: Spielt auf der Außenbahn und wird nur „Allan“ genannt. Kouebi ist ein Schutzsuchender aus Afrika, den Oberländers Co-Trainer Gordon Seymour in einer Freizeittruppe entdeckte, die er trainierte und aus der Rinteln weitere Spieler für die Reserve rekrutierte.

Luis Böhm und Emre Kaptan: Erreichen jetzt erst das Herrenalter, haben aber beide schon eine fast komplette Bezirksligasaison auf dem Tacho.

Robin Ronnenberg: Kommt aus der U 19. Oberländer ließ ihn gegen Ende der letzten Saison Bezirksligaluft schnuppern. Wurde als früherer Torwart erst spät als Feldspieler entdeckt.

Prognose

Eine dominierende Rolle ist vom SC Rinteln in der Kreisliga auf keinen Fall zu erwarten. Dazu ist das Personalgebilde zu brüchig, zu unerfahren und substanziell nicht stark genug. Wenn der SCR bis zuletzt den Kontakt nach oben hält, wenn er tatsächlich die Relegation erreicht, wäre das ein bemerkenswerter Erfolg.

Unser Tipp: Platz 5

Verein: SC Rinteln

Trainer: Uwe Oberländer

Ko-Trainer: Afrim Sulejmani und Gordon Seymour (TW-Trainer)
Torhüter: Luis Böhm, Marvin Deerberg

Abwehr: Tino Bedey, Umut Bozkurt, Waldemar Dirks, Domenic Fahrenkamp, Artur Kalis, André Kuhlmann, Moritz Peters, Karl-Oskar Rudz, Dennis Winkler

Mittelfeld: Sinan Boga, Jan-Niklas Everding, Emre Kaptan, Bujamin Kiki, Latif Kiki, Tobias Kraschewski, Tomas Muzik, Timo Schmidt, Dominik Schrader, Yannik Walter

Angriff: Serdar Akgün, Philipp Bergmann, Kastriot Hasani, Gohoreallan Kouebi, Serhat Merdoglu, Egzon Popoci, Alexander Rogowski, Robin Ronnenberg, Ivo Walter

Zugänge: Sinan Boga (FC Bad Oeynhausen), Marvin Deerberg (SC Möllenbeck), Gohoreallan Kouebi, Luis Böhm, Emre Kaptan und Robin Ronnenberg (alle eigene U19)

Abgänge: Oguzhan Gök (SV Obernkirchen), Felix Quindt (FC Preußen Hameln), Sebastian Wittek (SV Victoria Lauenau)

Favoriten: SC Auetal, SV Victoria Lauenau, MTV Rehren A/R

Saisonziel: An die ordentliche Rückrunde der letzten Saison anknüpfen und bei der Vergabe der Aufstiegsplätze ein gewichtiges Wort mitreden.

Nachgefragt bei André Kuhlmann

Er ist schnell, hat einen guten Abschluss, aber er ist auch oft verletzt. Die Leidensgeschichte von André Kuhlmann ist lang, aber der Linksfuß kann mit seiner Schnelligkeit in der Kreisliga zu einer Waffe werden. Außerdem ist er glühender Anhänger vom Zweitligisten SV Arminia Bielefeld.

Welche Gründe sprechen dafür, dass der SC Rinteln Erster oder Zweiter in der Kreisliga wird?

Wir sind als Mannschaft in diesem Sommer zusammengewachsen. Manche von uns haben schon in der Bezirksliga gespielt, auch das wird helfen. Der wichtigste Grund liegt aber in der Person von Uwe Oberländer. Der Trainer hat unheimlich viel Ahnung vom Fußball und ich behaupte, dass wir gar nicht abgestiegen wären, wenn er früher gekommen wäre.

SC Rinteln (Herren) Region/Schaumburg schaumburg-teamcheck

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