Das vielleicht letzte Mannschaftsfoto des SV Engern mit Erfolgstrainer Wilhelm Sieker. Das vielleicht letzte Mannschaftsfoto des SV Engern mit Erfolgstrainer Wilhelm Sieker. © ph
Das vielleicht letzte Mannschaftsfoto des SV Engern mit Erfolgstrainer Wilhelm Sieker.

Teamcheck: SV Engern

Trainer Wilhelm Sieker geht wohl auf Abschiedstournee

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Wohin geht die Reise des SV Engern in der neuen Kreisliga-Saison? Diese Frage ist eng verknüpft mit der Zukunft von Erfolgstrainer Wilhelm Sieker. Der Vizemeister aus dem Jahr 2016 bilanzierte in diesem Sommer auf einem enttäuschenden 9. Platz. Die Bindung zwischen dem 57-jährigen Coach und den Gänsedörflern beträgt nun schon fünf Jahre. Im Trainergeschäft ist das eine halbe Ewigkeit. Sollte es in der neuen Spielzeit wieder bergauf gehen, dann würde nichts gegen einen Fortbestand der Ehe sprechen, sollte es aber wieder nur tristes Mittelmaß werden, dann könnten die Abnutzungserscheinungen vielleicht doch zu groß sein, sodass die Erfolgsgeschichte SV Engern und Wilhelm Sieker nach sechs Jahren zu Ende gehen könnte.

Nach dem überraschenden zweiten Platz kehrten mit Ivo und Dennis Kirasic sowie Benedikt Eckel vor dem Spieljahr 2016/17 drei Stammkräfte zum SV Engern zurück. Frederik Meier löste Torwartikone Michael Zerbst im Kasten ab. Der Kader war aufgemotzt worden. Trainer und Mannschaft wollten den Platz in der Spitzengruppe bestätigen. Doch es kam alles ganz anders: Der Vizemeister hatte großes Verletzungspech, geriet ins Trudeln und landete auf Rang neun. „Die Ausfälle haben uns hart getroffen. Zudem liefen viele Spieler ihrer Form hinterher“, analysiert Sieker das vergangene Spieljahr. In den Serien zuvor habe sein Team immer am absoluten Leistungslimit gespielt, die vergangene Saison verlief halt normal. Denis Stapel (22 Tore), Patrick Ruhe (18 Tore) und Oliver Watermann (8 Tore) waren in der Glanzserie für insgesamt 48 Treffer verantwortlich. Im letzten Jahr kam das Trio nur auf 31 Tore. Das hatte Gründe: Ruhe war eine Ewigkeit verletzt, Stapel litt an Ladehemmung, nur Watermann lieferte mit 12 Buden ordentlich ab. „Es gibt solche Phasen“, weiß Sieker. Der Angestellte des Landkreises hat lange überlegt, ob eine weitere Saison Sinn macht, hat sich auch intensiv mit dem Mannschaftsrat ausgetauscht. „Ich habe die volle Rückendeckung“, sagt Sieker.

Der 9. Platz sei zwar nicht zufriedenstellend gewesen. „Trotzdem war es kein verlorenes Jahr. Wir sind Stadtmeister geworden, waren beim Hallenmasters und standen im Halbfinale des Kreispokals. Zudem haben sich einige Spieler toll entwickelt“, will der SVE-Trainer nicht schwarz malen. Yannick Scheermann sei auf ein nächstes Level gekommen. Keeper Meier habe super gehalten und das SVE-Torwartdenkmal Michael Zerbst hervorragend ersetzt. Und auch Stapel hätte durch sein Seuchenjahr viel gelernt. „Er hat einige Tore vorbereitet. Ich glaube bei ihm hat es jetzt Klick gemacht, er gibt im Training endlich Vollgas“, lobt Sieker seinen Torjäger.

Der Trainer hat vor dieser Runde einige Veränderungen geplant. „Ich muss die Jungs mehr puschen“, meint er und tüftelt an einer Systemveränderung. Die taktische Variante im 4-4-2- und im 4-2-3-1-System habe seine Elf verinnerlicht. „Vielleicht spielen wir in Zukunft nur mit einem Sechser im 4-1-4-1-System“, verrät Sieker. Der Trainer wolle mehr Druck auf die gegnerischen Abwehrreihen erzeugen, die Wege zum Tor sollen kürzer werden. Doch eines sei immer wieder klar. „Wir müssen in jedem Spiel an unsere Leistungsgrenze gehen. Der SV Engern wird keinen Gegner in der Kreisliga im Schongang besiegen“, stellt Sieker klar. Aber der Coach ist optimistisch, dass seine Jungs, eine bessere Performance auf den grünen Rasen bringen werden. „Wir wollen in einer sehr ausgeglichenen Liga in die Top-Fünf. Bringen wir unsere PS aber nicht auf die Strecke, dann werden wir wieder Neunter“, glaubt Sieker.

Die Stärken des SV Engern bleiben der tolle Teamgeist, der unbändige Einsatzwille. „Die Defensivarbeit stimmt, der Torwart ist gut“, weiß der SVE-Coach. In der Abwehr ist Sieker gezwungen, eine Veränderung vorzunehmen. Paul Albrecht legte eine Fußballpause ein, ihn wird Mario Cimino als Innenverteidiger ersetzen. Kai Moch ist als Abwehrchef nicht wegzudenken, Watermann muss als Antreiber funktionieren, Ruhe und Stapel sind für das Toreschießen eingeplant. In den letzten Monaten entwickelte sich Benedikt Eckel zum Torjäger. „Plötzlich war er da und macht viele Tore. Er ist ein Gewinner der Vorbereitung“, lobt Sieker seinen Schützling. Das ist auch wichtig, denn Ruhe hat sich wieder verletzt, diesmal zog sich der Torjäger einen Bänderriss im Fuß zu und wird erst ab September zum Einsatz kommen. Sieker freut sich auf eine interessante und spannende Kreisliga-Serie mit vielen Derbys.seb

Neuzugänge

Christopher Marth: Kehrt nach seinem kurzen Gastspiel in Möllenbeck an die alte Wirkungsstätte zurück. „Es ist so, als sei er nie weggewesen“, findet Trainer Wilhelm Sieker. Er ist eine Arbeitsbiene im Mittelfeld.

Nino Kirasic: Der Jüngste der Kirasic-Brüder trainiert seit einem halben Jahr bei den Herren mit. Der Youngster kann als rechter Verteidiger oder in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen. Der Hüne ist kopfballstark und ein Gewinn für die Mannschaft.

Prognose

Der Lack ist ab: Der SV Engern wird im Mittelmaß versinken. Es wird das letzte Jahr von Erfolgstrainer Wilhelm Sieker im Gänsedorf sein.

Unser Tipp: Platz 10

Verein: SV Engern

Trainer: Wilhelm Sieker

Betreuer: Martin Keppler

Spartenleiter: Michael Ritter

Torhüter: Frederik Meier, Michael Zerbst

Abwehr: Robert Brückner, Serhat Ceylen, Arkadius Chwalek, Ivo Kirasic, Nino Kirasic, Kai Moch, Marcel Ollenborger, Dennis Rinne, Simon Whalley

Mittelfeld: Mario Cimino, Michael Deisner, Alexander Henze, Dennis Kirasic, Christopher Marth, Yannick Scheermann, Oliver Watermann

Angriff: Benedikt Eckel, Pascal Glissmann, Daniel Kiensvater, Florian Petersen, Patrick Ruhe, Dennis Stapel, Jörg Wilke

Zugänge: Christopher Marth (SC Möllenbeck), Nino Kirasic (eigene Jugend)

Abgänge: Paul Albrecht (legt eine Fußballpause ein)

Favoriten: SC Auetal, TSV Hagenburg, SC Rinteln

Ziel der Saison: attraktiven Fußball spielen und einen Platz im oberen Tabellendrittel erreichen

Benedikt Eckel, SV Engern Benedikt Eckel, SV Engern © ph

Nachgefragt bei Benedikt Eckel.

Der Rechtsfuß entwickelt sich beim SV Engern langsam zum Torjäger. Der Ausflug zum SC Auetal war nicht von langer Dauer, denn für den 27-Jährigen ist das Team aus dem Gänsedorf eine Herzensangelegenheit. Der Kicker ist Fan von Hannover 96.

Der SV Engern spielte nach der Vizemeisterschaft eine ganz schwache Saison und wurde nur Neunter. Hat sich das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft nach fünf Jahren abgenutzt?

Nein, auf gar keinen Fall. Der Trainer ist super, die Chemie stimmt. Wir hatten im letzten Spieljahr viele Verletzte, darunter ganz wichtige Spieler. Das konnten wir nicht auffangen. Wenn diesmal alle fit bleiben, dann greifen wir wieder an. Ich bin optimistisch und sehe uns zwischen Platz zwei und fünf.

Region/Schaumburg SV Engern (Herren) schaumburg-teamcheck

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