Der Aufsteiger TuS SW Enzen geht mit einer jungen Mannschaft in die neue Saison. Der Aufsteiger TuS SW Enzen geht mit einer jungen Mannschaft in die neue Saison. © uk
Der Aufsteiger TuS SW Enzen geht mit einer jungen Mannschaft in die neue Saison.

Teamcheck: TuS SW Enzen

Der Kreisliga-Aufsteiger setzt in der Bezirksliga weiter auf schönen Fußball

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Wer ohne hohen Anspruch auskommt, wer sich keine Ziele setzt und sich mit dem auskömmlichen Status quo zufrieden gibt, der lebt wahrscheinlich sehr entspannt. Wer aber Pläne hat, erfolgreich ist und die nächste Stufe erklimmt, der bekommt womöglich Stress, weil es das Erreichte zu verteidigen gilt. In diese Lage hat sich der TuS SW Enzen mit seiner Kreismeisterschaft willentlich manövriert. „Wir müssen jetzt ganz schnell lernen, um in der Bezirksliga mithalten zu können“, weiß Fabian Stapel, Enzens junger und erfolgreicher Meistertrainer.

Natürlich will er die Klasse halten, natürlich hat er Respekt vor den neuen Aufgaben. Aber Stress, nein, den wolle er der Mannschaft ganz bestimmt nicht vermitteln. Allerdings ist er sich bewusst, dass die Aufgabe mit der des Vorjahres nicht zu vergleichen ist. Enzen war in der Kreisliga das dominierende Team, ging mit acht Punkten Vorsprung ins Ziel, war der große Favorit und stand eigentlich von Anfang an als neuer Titelträger fest. Das machte Spaß und es wäre unnormal gewesen, wenn es in der Mannschaft irgendwelche Unruhe gegeben hätte.

In der Bezirksliga sieht das jetzt ganz anders aus. „Wir werden lernen müssen, Rückschläge wegzustecken, vielleicht sogar mehrere hintereinander“, kündigt Stapel an. Natürlich könne diese neue Rolle eher zu Konflikten führen als bisher. Der Aufsteiger hat aber eine gefestigte, wenngleich äußerst junge Mannschaft. Das Durchschnittsalter liegt bei gerade mal 22 Jahren.

Trotz dieser kurzen Zeit der Kooperation stellt sich das Team als gewachsene Einheit dar, was auch an der berechenbaren und soliden Personalpolitik liegt. Stapel baute gemeinsam mit den Verantwortlichen innerhalb kurzer Zeit eine leistungsfähige Truppe mit Spielern aus dem näheren Umland auf. Als ehemaliger Trainer der A-Jugend der JSG Niedernwöhren/Enzen war er dafür der ideale Mann, das erkannten die Experten im Verein sehr treffsicher. Stapel ist seitdem dabei, seine alten Schützlinge um sich zu versammeln und war auch in diesem Sommer äußerst erfolgreich. Mit dem früheren Stadthäger Kevin Gottwald zog der TuS SW Enzen sogar einen richtig dicken Fisch an Land. Auch viele der anderen Zugänge werden sich schon bald einen Namen machen, ist Stapel überzeugt.

Seine ideale Truppe hat er allerdings noch nicht gefunden. Das beginnt schon beim Torwart. Bjarne Mücke und Florian Schaper bewegen sich derzeit auf Augenhöhe. Wer sich als Stammkraft durchsetzen wird, hat der Trainer noch nicht entschieden. Ein Job-Sharing wird es aber wohl nicht geben. In der Abwehr haben allenfalls Marvin Schmidt und Tim Schwarze eine Stammplatzgarantie. Schmidt ragt in der Innenverteidigung heraus, Schwarze ist als rechter Verteidiger kaum wegzudenken, kann an guten Tagen auch in der Offensive viel bewegen. Aus seiner Zeit beim SV Nienstädt 09 und beim FC Stadthagen ist er einer der ganz wenigen Spieler, die Bezirksligaerfahrung mitbringen. Auch bei Kevin Wöbbeking ist zu spüren, dass er bereits oberhalb der Kreisliga spielte. Er hat sich unter Stapel erstaunlich gut entwickelt, fordert die Bälle, ist die zentrale Figur und trotz seiner erst 23 Jahre ein Führungsspieler. Auch Joshua Kahlert ist als wichtige Kraft im Mittelfeld zu beachten, ist zweikampfstark und machte beim Gewinn der Kreismeisterschaft fast jedes Spiel mit. Im Angriff sind die Schwarz-Weißen mit Lennart Faul (13 Saisontore), Leon Horstmann (18) und Fabian Schwalm (19) breit besetzt. Einen klassischen Knipser gibt es nicht. „Bei uns können viele Tore machen“, freut sich der Trainer.

Wer die Aussichten des TuS SW Enzen in der Bezirksliga prognostizieren will, kommt an einem Vergleich mit dem TSV Algesdorf nicht vorbei. Stapel weiß, dass die Erfolge des Vorjahresaufsteigers vornehmlich auf dem kämpferischen Einsatz beruhen, will aber den eigenen Stil nicht ändern. „Wir werden es weiterhin mit unseren spielerischen Mitteln versuchen“, sagt er selbstbewusst. Er glaubt nicht, dass seiner Mannschaft diese fußballerische Ausrichtung zum Verhängnis werden könnte, sieht aber auch, dass es ratsam wäre, sich schnell auf das neue Tempo in der Bezirksliga einzustellen: „Sonst können wir schnell in eine Abwärtsspirale geraten“. Beim Masters in Lüdersfeld war Enzen bei der Niederlage gegen den VfR Evesen zu Beginn spürbar von der Dynamik des Gegners überrascht. Als auch der Aufsteiger endlich das Tempo anzog, war das Spiel bereits entschieden. Stapel hat all das aufmerksam registriert und weiß, dass das Aufstiegsjahr Überraschungen für ihn bereithält. „Wir wollen den Klassenerhalt, aber weiterhin mit schönem Fußball erreichen.“.

Marius Zeckel (von links), Lukas Zechel, Kevin Gottwald und Luka-Tim Serinek verstärken das Team von Trainer Fabian Stapel. Marius Zeckel (von links), Lukas Zechel, Kevin Gottwald und Luka-Tim Serinek verstärken das Team von Trainer Fabian Stapel. © uk

Neuzugänge

Kevin Gottwald: Ging einst gemeinsam mit Lennard Heine zum FC Stadthagen und wollte eigentlich schon im letzten Sommer mit Fabian Stapel nach Enzen kommen. Kann im Mittelfeld zu einer wichtigen Verstärkung werden.

Renke Mücke: Dass er im Kader des Aufsteigers auftaucht, muss als Marketinggag gewertet werden. Er wohnt in Berlin, hat zwar jetzt seinen Pass in Enzen, wird aber allenfalls mal mittrainieren, wenn er hier ist.

Luka-Tim Serinek: Der Youngster kommt vom TSV Eintracht Bückeberge und mochte nach seiner Zeit als Gastspieler in der A-Junioren der JSG Samtg. Niedernwöhren/Enzen nicht in der 2. Kreisklasse kicken.

Lukas Zechel: Ist ebenfalls ein Flüchtling des TSV Eintracht Bückeberge und spielte einst in der Landesliga-A-Jugend der JSG Samtg. Enzen/Niedernwöhren.

Marius Zeckel: Auch ihn lernte Fabian Stapel im Nachwuchs der JSG Samtg. Niedernwöhren/Enzen kennen. Spielt auf der Zehn und machte bisher einen starken Eindruck.

Prognose

Wenn der Aufsteiger TuS SW Enzen zügig in Fahrt kommt, die kritischen ersten Spiele selbstbewusst meistert und lernt, sich den Weg auch mal frei zu rempeln, dann ist sogar ein Platz im einstelligen Tabellenbereich drin. Fehler werden in der Bezirksliga unmittelbarer bestraft. Deshalb ruht auf der Abwehr des Neulings viel mehr Verantwortung als bisher.

Verein: TuS SW Enzen

Trainer: Fabian Stapel

Ko-Trainer: Marc-Oliver Kreft

Physio: Alexander Müller

Betreuer: Vincent von Herz

Torhüter: Bjarne Mücke, Henrik Rode, Florian Schaper

Abwehr: Bennet Blume, Mark Henselewski , Patric Pluta, Felix Schmidt, Marvin Schmidt, Laurids Schölzel, Hendrik Schröder, Tim Schwarze

Mittelfeld: Julius Buhr, Kevin Gottwald, Johann Isaak, Joshua Kahlert, Renke Mücke, Sebastian Schmidt, Luka-Tim Serinek, Tom Socher, Nico Steege, Kevin Wöbbeking, Marius Zeckel

Angriff: Lennart Faul, Leon Horstmann, Fabian Schwalm, Lukas Zechel

Zugänge: Kevin Gottwald (FSG Pollhagen-Nordsehl-Lauenhagen), Mark Henselewski (TuS Südhorsten), Renke Mücke (FC Stadthagen), Luka-Tim Serinek (A-Jun. JSG Samtg. Niedernwöhren/Enzen/TSV Eintracht Bückeberge), Lukas Zechel (TSV Eintracht Bückeberge), Marius Zeckel (A-Jun. JSG Samtg. Niedernwöhren/Enzen/TuS Niedernwöhren)

Abgänge: Dustin Philip Schönen (TuS Lüdersfeld)

Favoriten: VfR Evesen

Saisonziel: mit sehenswertem Fußball zum Klassenerhalt

Nachgefragt bei Kevin Wöbbeking vom TuS SW Enzen

Warum schneidet der TuS SW Enzen im ersten Bezirksligajahr genauso gut ab, wie der TSV Algesdorf mit seinem sechsten Platz?

Weil wir noch freies Potenzial haben und diese Aufgabe spielerisch lösen werden. Unsere Mannschaft ist jung und wird schnell dazulernen. Viele Spieler sind zudem noch längst nicht am Leistungszenit und werden sich entwickeln. Außerdem sind wir mit den neu hinzugekommenen Kräften noch stärker als in der letzten Saison.

Region/Schaumburg TuS Schwarz Weiß Enzen (Herren) Bezirksliga Bezirk Hannover Staffel 2 (Herren) schaumburg-teamcheck

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