06. März 2018 / 17:16 Uhr

Teamcheck zur Rückrunde: SC Schwalbe Möllenbeck

Teamcheck zur Rückrunde: SC Schwalbe Möllenbeck

Sebastian Blaumann
TSV Steinbergen - SC Schwalbe Möllenbeck, 20170827
Für den SC Schwalbe Möllenbeck (rechts) bleibt Wohl nur der Gang in die 1. Kreisklasse. © Archiv
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Der Abstieg in die 1. Kreisklasse ist wohl nicht mehr zu vermeiden

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In Möllenbeck steht ein Kloster und in Köln ein Dom. Der SC Schwalbe spielt in der Kreisliga, der 1. FC in der Bundesliga, aber trotzdem gibt es Parallelen. Beide Vereine erlebten einen beispiellosen Absturz: Vor einem Jahr überwinterte der SC Schwalbe Möllenbeck sensationell auf dem zweiten Tabellenplatz in der Kreisliga. Nur 365 Tage später herrscht im Klosterdorf große Tristesse. Das Team vom Trainerduo Kamuran Özkan und Ferhat Gür hat ohne Punkte die Rote Laterne inne, in 13 Spielen gab es 13 Pleiten. Der Kader der Schwalben war schon immer klein, aber fein. Doch in diesem Jahr war der Substanzverlust einfach zu groß.

13 Spiele, 13 Niederlagen: Das Team ist in der Kreisliga nicht mehr zu retten. Der SC Schwalbe Möllenbeck hat im Sommer viel Substanz verloren. Die Abgänge von Florim Mustafa, Marvin Deerberg, Christopher Marth und André Korff konnte der letztjährige Tabellensiebte nicht auffangen. Während der Saison verabschiedeten sich auch noch Meakel Andraws, Bunyamin Fazioglu und Hassan Al Fahad. Dazu gesellten sich noch einige Verletzte wie Kapitän Marcel Nottmeier. „Da war das Kind in den Brunnen gefallen“, weiß Trainer Kamuran Özkan. Die Neuzugänge Turgay Avcioglu und Tolga Altunsöz konnten den Substanzverlust nicht auffangen. Ein weiterer Grund für die Möllenbecker Talfahrt ist die mangelhafte Trainingsmoral. „Es gibt einige Abende, da stehen das Trainerteam und zwei, drei Spieler auf dem Trainingsplatz, sogar Testspiele mussten wir mangels Masse absagen, so ist natürlich kein Blumentopf zu gewinnen“, kennt Özkan die Gründe für die Pleitenserie. Es gebe Spieler, die trainieren wollen, aber nicht können, und es gebe Spieler, die trainieren können, aber nicht wollen.

UNSERE KREISLIGA-UMFRAGE: Welches Team schafft den Aufstieg? Stimmt jetzt ab!

Der SC lebte von seiner individuellen Klasse. In den letzten sechs Jahren in der Kreisliga gab es zweimal einen einstelligen Tabellenplatz. Besserung ist nicht in Sicht: Zwar liefen dem Tabellenletzten mit Michal Wietrzycki und André Voll zwei Spieler in der Winterpause zu, aber den Trainingseifer hat die Mannschaft weiter noch nicht für sich entdeckt. „Michal kehrte vom ETSV Haste zu uns zurück und André spielte bei der SG Ronnenberg. Sie sind immer da und erweitern unseren Kader“, freut sich Özkan über den Zuwachs. Das ist auch bitter nötig, denn mit einem 15-Mann-Kader und fünf Schichtarbeitern könnte es bei den Nachholspielen unter der Woche zu Engpässen kommen. Doch das Möllenbecker Trainergespann stellt klar: „Wir wollen die Serie anständig zu Ende bringen.“

Innenansicht mit Turgay Avcioglu

Nach acht Jahren Pause steht DJ und Musikproduzent Turgay Avcioglu wieder im Tor.
Nach acht Jahren Pause steht DJ und Musikproduzent Turgay Avcioglu wieder im Tor. © seb
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Wie groß ist der Frust bei Ihnen, dass sie nach so langer Pause in der Schießbude der Liga stehen?

Es ist ein Freundschaftsdienst für Kamuram Özkan gewesen. Der SC hatte im Sommer keinen Torwart und ich hatte beruflich ein wenig Luft, sodass ich meine Zusage gab. Aber die vielen Pleiten nagen schon an einem. Der Zehnerpack von meinem Ex-Verein SC Rinteln war richtig bitter. Aber ich bin einer, der zu seinem Wort steht, deshalb ziehe ich die Saison auch durch. Aber natürlich ist der Spaßfaktor gering, wenn keiner zum Training kommt und wir nur verlieren.

Der Spaßfaktor hält sich bei Özkan und Gür natürlich arg in Grenzen. Wie die Zukunft des Trainerduos aussieht, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. „Es macht nur Sinn, wenn wir für die 1. Kreisklasse eine spielfähige und trainingseifrige Mannschaft zur Verfügung hätten“, stellt Özkan klar, der seit sechs Jahren im Klosterdorf kickt. Der Verein sei ihm ans Herz gewachsen, deshalb habe er auch noch nicht hingeschmissen.

Es stellt sich die Frage, ob die Schwalben noch eine Zukunft haben? Zwei Szenarien werden im Moment durchgespielt. Nach dem Abstieg könnte die erste Mannschaft in der 1. Kreisklasse weiterkicken. Das macht aber nur Sinn, wenn der Kader zwischen 18 und 20 Mann stark ist und die Spieler auch bereitwillig zum Training gehen. „Wir müssten in neue Spieler investieren, aber das wird es beim SC Möllenbeck nicht mehr geben“, stellt Fußball-Obmann Karsten Schröder klar. Die zweite Überlegung ist, aus zwei Mannschaften eine zu machen. Aktuell spielt die Reserve in der 4. Kreisklasse. „Wenn nach dem Abstieg uns einige Spieler verlassen würden, dann wäre es fast unmöglich, zwei Mannschaften zu melden. Dann könnte ich mir vorstellen, dass wir dann nur ein Team haben, das dann in der 4. Kreisklasse spielt“, meint Schröder.

So lief die Hinrunde

SC Schwalbe Möllenbeck | Tabellenplatz 16 | Punkte 0 | Tore 9:57

Bester Torschütze: Meakel Goreg Andraws 5 Tore

Prognose

Das Ende eines Traditionsvereins naht: Der SC Möllenbeck wird aus der Kreisliga absteigen und dann mit nur einer Mannschaft in der 4. Kreisklasse einen Neustart wagen. Aber Hut ab, wenn die Schwalben zu jedem Spiel antreten würden.

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