20-Jahre-Teil04 20 Jahre, 20 Geschichten: Die AZ/WAZ-Serie zum Bundesliga-Jubiläum des VfL ©
20-Jahre-Teil04

Teil 4: Die Trainer - Wolf, Magath, Hecking: Drei ragen heraus

20 Jahre, 20 Geschichten: In der großen AZ/WAZ-Serie blicken wir auf zwei Jahrzehnte Bundesliga-Fußball in Wolfsburg zurück. Zu jeder Folge gibt es nur hier im Sportbuzzer ein Video-Special mit Roy Präger und Mathias Stammann, die vor 20 Jahren mit dem VfL in die 1. Liga aufstiegen und heute immer noch für den Klub arbeiten.

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Zwei Jahrzehnte Bundesliga – 15 Trainer, einer kam zweimal. Doch gefühlt hatte der VfL in all‘ den Jahren nur drei Trainer: Wolfgang Wolf, Felix Magath, Dieter Hecking. Die anderen waren halt mal da. Oder sowieso nur als Interimslösungen eingeplant. Inzwischen ist der VfL Wolfsburg, was die Verweildauer seines Personals an der Seitenlinie angeht, ein ganz normaler Verein. Das war er in dieser Hinsicht im ersten Viertel seiner Bundesliga-Geschichte nicht. Denn den Rekord hält immer noch Wolfgang Wolf. Wolfsburgs dritter Trainer im Oberhaus.

Wolfsburgs erster Bundesliga-Trainer war Willi Reimann, der knorrige Hamburger, der mit den Grün-Weißen 1997 aufgestiegen war. Das galt vielen Experten schon als Wunder. Als die Abstiegsgefahr größer wurde, kam Wolfgang Wolf. Für ein Spiel (1:3 in Bremen) war Uwe Erkenbrecher Interimscoach gewesen. Es folgte das Wunder Klassenerhalt. Wo Reimann nur noch knapp acht Monate Bundesliga-Coach des VfL war, blieb Wolf fünf Jahre. Vom 23. März 1998 bis zum 4. März 2003.

20 Jahre mit Präger und Stammann - Teil 4

Ein Ultimatum für Wolf

Gut, es war die Zeit, als Wolfsburg in der Bundesliga vielen noch als bald erledigte Randnotiz in der Beletage des deutschen Fußballs galt. Eine Zeit, in der Volkswagen den Klub noch nicht als gigantisches Werbevehikel entdeckt hatte. Wolf umschiffte vielleicht auch deshalb manche Klippe. Vielleicht war der Druck etwas geringer, andererseits aber auch die Mittel weitaus bescheidener. Martin Petrov, für umgerechnet etwa 3,5 Millionen Euro gekommen, war lange Zeit der VfL-Rekordeinkauf.

Wolfgang Wolf und Roy Präger 1998 beim VfL Wolfsburg Keiner blieb länger da: Wolfgang Wolf (links) war von März 1998 bis März 2003 VfL-Trainer. ©

Mehrmals missriet der Saisonstart unter Wolf mächtig. Er erinnert sich: „Da gab es mal ein Ultimatum von Fußball-Chef Wolfgang Heitmann, es sollten aus drei Spielen drei Siege her – und wir spielten 1:1 in Kaiserslautern.“ Wolf: „Manager Peter Pander hat mir über manche problematische Situation hinweggeholfen. Mit ihm, Martin Winterkorn, Heitmann und Wolfgang Hotze, der ja immer noch dabei ist, war gutes, ehrliches Auskommen.“ Dass sich seine Zeit 2003 dem Ende zuneigte, das wusste er schon. Mit dem VfL hatte er viel erreicht. Unter anderem den UEFA-Cup – nur eine Saison, nachdem er gekommen war und das Team vor dem stark drohenden Abstieg gerettet hatte. Wolf, in dessen Ära auch der Stadionneubau fiel, hatte sich lange auf dem Trainerstuhl gehalten.

Danach verschliss der VfL vier Nachfolger in vier Jahren, dann kam Felix Magath. Und der Meistertitel. Die Zeiten waren wilder geworden. Wolf hatte noch Stefan Effenberg erlebt, einen Transfer, der sportlich nichts brachte, aber marketingtechnisch ein Zeichen setzte. So wie es Jürgen?Röbers Königs-Zugang Andrés D‘Alessandro tun sollte. Der galt als kommender Superstar in Argentinien. Große Klasse hatte er. Ab und zu. Der VfL brannte oft Offensiv-Feuerwerke ab, hinten brannte es noch öfter lichterloh. Nach 13 Monaten Röber kam Eric Gerets. Unter dem einstigen belgischen Nationalspieler wurde Wolfsburg erstmals Tabellenführer, sackte dann ab. Gerets kam mit Manager Thomas Strunz nicht klar, haute aus laufendem Vertrag ab in die Türkei. Für Nachfolger Holger Fach war nach fünf Monaten Ende. Klaus Augenthaler machte es auch nicht länger, aber immerhin blieb seine legendäre 43-Sekunden-Pressekonferenz („Die Fragen stelle ich, die Antworten gebe ich auch“) haften.

Magath entschwand wieder

Felix Magath - Deutscher Meister 2009 mit dem VfL Wolfsburg Der doppelte Magath: Im Sommer 2007 kam der Meistermacher, 2009 war er wieder weg - um 2011 zurückzukehren und den Klassenerhalt zu sichern. Im Oktorber 2012 war dann zum weiten Mal Schluss. © Imago

Dann schnappte sich Wolfsburg einen Meistertrainer, einen, der wusste, wie es geht. Felix Magath. Der Kader wurde groß wie nie. Das Erreichen des UEFA-Cups und der Supersturm Dzeko/Grafite entfachten Euphorie. Die steigerte sich noch im Frühjahr 2009, als der VfL von Sieg zu Sieg eilte, dann vor ausverkauftem Haus Bayern München unter anderem mit einem legendären Solo-Tor von Grafite mit 5:1 auseinandernahm und schließlich Meister wurde. Magath allerdings entschwand nach Schalke, der Trainerstuhl wurde wieder zum Schleudersitz. Unter anderem für den ersten englischen Trainer eines Bundesligisten (Steve McClaren, sieben Monate). Und auch für Rückkehrer Magath. Schnelllebig ist der Ruhm. „Magath raus“ hieß es im Oktober 2012, der Klub leistete Folge nach 19 wenig spektakulären Magath-Monaten.

Lorenz-Günther Köstner, Coach der Reserve, übernahm mal wieder, dann kam Dieter Hecking und ein neuerlicher VfL-Höhenflug. Zu Vizemeisterschaft und DFB-Pokalsieg, angeführt von Superstar Kevin De Bruyne. Es folgte Champions League mit einem Heimsieg gegen Real Madrid, aber auch Stagnation nach De Bruynes Abschied. Valérien Ismaël folgte. Trainer Nummer 15 in 20 Jahren. Fast vier Jahre war Hecking geblieben. Hecking, wie Wolf ein Dauerbrenner. Und beide mussten die schwersten VfL-Stunden miterleben. 2002 war Krzysztof Nowak, ein kommender Superstar, den Bayern München wollte, nach schwerer Krankheit gestorben, im Januar 2015 starb der junge belgische VfL-Profi Junior Malanda auf dem Weg zum Flughafen Braunschweig, wo der VfL ins Trainingslager starten wollte, bei einem Verkehrsunfall. Nächsten Mittwoch: Vom Stadion am Elsterweg?zur VW-Arena

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