10. Oktober 2018 / 10:09 Uhr

Teresa Enke kontert Gladbachs Sportdirektor: Im Umgang mit Depressionen hat sich viel verändert

Teresa Enke kontert Gladbachs Sportdirektor: Im Umgang mit Depressionen hat sich viel verändert

Redaktion Sportbuzzer
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Teresa Enke kontert Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl: „Es hat sich viel im Kampf gegen seelisches Leid getan.“
Teresa Enke kontert Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl: „Es hat sich viel im Kampf gegen seelisches Leid getan.“
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Auf die Aussage von Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl, dass Robert Enkes Selbstmord nicht nachhaltig in Gedanken geblieben wäre, hat dessen Witwe Teresa Enke in einem Offenen Brief geantwortet. Es habe sich viel getan: Neben einem Netzwerk aus Sportpsychiatern muss mittlerweile jedes Nachwuchsleistungszentrum einen Psychologen beschäftigen - und Depressionen sind nicht weiter ein Tabu-Thema.

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Teresa Enke, Ehefrau des verstorbenen Fußball-Nationalspielers Robert Enke, hat in einem Offenen Brief an Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl darauf hingewiesen, dass sich im Kampf gegen Depressionen viel geändert habe. Eberl hatte zuvor der Deutschen Presse-Agentur gesagt, Enkes Tod sei für alle ein großer Schock gewesen, sei aber nicht so nachhaltig in den Gedanken geblieben, dass er heute noch als warnendes Beispiel gelte. Eberl betonte in dem Gespräch, dass junge Fußballer oft überfordert seien, mit dem, was auf sie einprassele.

"Wir haben in Deutschland ein Netzwerk von mehr als 70 Sportpsychiatern"

Teresa Enke, die Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke-Stiftung, schrieb, sie sei gerührt gewesen, dass Max Eberl seinen ehemaligen Mitspieler noch immer in Erinnerung halte. Es habe sich aber eben doch viel im Kampf gegen seelisches Leiden getan. „Wir haben in Deutschland ein Netzwerk von mehr als 70 Sportpsychiatern aufgebaut, mit telefonischer Beratungshotline und der Enke-App als Informationsquellen.“

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Mittlerweile jedes Nachwuchsleistungszentrum mit Psychologen

Sie nannte auch ein aktuelles Beispiel: „Vor wenigen Wochen klagte ein Jugend-Bundesligafußballer über anhaltende Erschöpfung und Gefühllosigkeit, und als im Gespräch mit dem Sportpsychologen seines Vereins der Verdacht einer Depression im Raum stand, kontaktierten sie die Stiftung. Innerhalb eines Tages hatte der Jugendliche einen Termin bei einem Sportpsychiater in seiner Stadt“. Auch müsse mittlerweile jedes Nachwuchsleistungszentrum einen Psychologen beschäftigen.

"Wir litten unter dem Gefühl, Roberts Krankheit verheimlichen zu müssen"

Dies sei ein Kontrast zu der Situation, als Robert Enke vor 15 Jahren erstmals gegen eine tiefergehende Depression zu kämpfen gehabt habe. „Wir litten unter dem schrecklichen Gefühl, Roberts Krankheit verheimlichen zu müssen - einem Torwart mit Depression würde doch kein Verein mehr trauen“, schrieb Teresa Enke. Robert Enke nahm sich am 10. November 2009 im Alter von 32 Jahren das Leben. RND/güm/lni

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