14. März 2018 / 13:55 Uhr

Teuerste WM-Spielstätte: Luxus für RB Leipzig im Krestowski-Stadion

Teuerste WM-Spielstätte: Luxus für RB Leipzig im Krestowski-Stadion

Anne Grimm
Das Krestowski-Stadion in St. Petersburg ist die teuerste Spielstätte der WM 2018
Das Krestowski-Stadion in St. Petersburg ist die teuerste Spielstätte der WM 2018 © dpa
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Skandalstadion und eine der modernsten Arenen der Welt: Im Achtelfinale der Europa League erwartet RB Leipzig in St. Petersburg eine Spielstätte, die den Gigantismus der bevorstehenden Weltmeisterschaft im Sommer in Russland verdeutlicht.

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St. Petersburg. In solch einem modernen Stadion hat RB Leipzig international noch nie gespielt. Ein gigantischer Fußballtempel erwartet die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl am Donnerstagabend in St. Petersburg. Das Krestowski-Stadion, auf der idyllisch gelegenen Kreuzinsel im Zentrum der russischen Millionenmetropole, erstreckt sich auf 56 Meter Höhe. Im Dunkeln, wenn die Arena wie beim Rückspiel von RB Leipzig im Achtelfinale der Europa League gegen Zenit St. Petersburg beleuchtet wird, ähnelt es mit seiner runden Form einem Ufo.

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Für die Leipziger wird es ein komplettes Kontrastprogramm zum rostigen Stadio San Paolo in Neapel, oder dem muffigen Stade Louis II in Monaco. Der russische Erstligist Zenit St. Petersburg bestreitet seine Heimspiele seit dieser Saison in dem extra für die WM im Sommer errichteten Bau, der einen ausfahrbaren Rasen besitzt. Derzeit finden dort bis zu 56.000 Zuschauer Platz, bei der WM werden es 72.000 sein. Auf dem verschneiten Vorplatz erinnert nur noch die Statue von Sergei Mironowitsch Kirow, sowjetischer Staatsfunktionär, Stalin-Vertrauter und Namensgeber des bis 2006 an dieser Stelle stehenden Stadions, an die Vergangenheit. Der im damaligen Leningrad 1934 umgebrachte Politiker ist auch in Leipzig bekannt. Die Maschinenbaufabrik in der Plagwitzer Spinnereistraße trägt ebenfalls Kirows Namen.

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Posted by LVZ Sportbuzzer on Mittwoch, 14. März 2018

Inzwischen hat die Moderne Einzug gehalten. An jedem Eingang des hochmodernen Baus müssen die Zuschauer durch Sicherheitsschleusen – ein bisschen Flughafenatmosphäre. Vor dem eisigen russischen Winter, müssen sich die 30 mitgereisten RB-Fans allerdings nicht fürchten. Auch wenn am Donnerstagabend zum Anpfiff um 21 Uhr russischer Zeit bitterkalte Temperaturen bis zu minus zwölf Grad Celsisus erwartet werden, ist es im Krestowski-Stadion mit 15 Grad plus kuschlig warm. Denn es besitzt ein verschließbares Dach sowie eine Klimaanlage.

Der prunkvolle Fußballpalast, der sich ans Wasser der Ostsee schmiegt wie einst die russischen Zaren an ihre Pelze, hatte seinen Preis. Ursprünglich sollte Gazprom, Sponsor von Zenit St. Petersburg, die Kosten für den Prachtbau übernehmen. Doch das Unternehmen trat von der Finanzierung zurück, sodass die Stadt Gelder locker machen musste. Fast eine Milliarde Euro sollen in den Bau geflossen sein. Damit ist das Krestwoski-Stadion die kostspieligste Spielstätte der WM, die im Sommer als teuerstes Turnier aller Zeiten in die Fußballgeschichte eingehen wird.

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Baustart für die vom japanischen Stararchitekten Kisho Kurokawa entworfene Spielstätte war bereits 2007. Die Fertigstellung, 2009 geplant, musste aufgrund extrem gestiegener Kosten mehrmals verschoben werden. Der Spiegel berichtete kurz vor der Eröffnung im vergangenen Jahr, pünktlich zum Confed-Cup und zehn Jahre nach Baubeginn, über die unzumutbaren Bedingungen auf der Baustelle in Wladimir Putins Heimatstadt, in der nun das zweitgrößte Stadion des Landes steht.

1500 Arbeiter aus aller Herren Länder sollen dort geschuftet haben. Laut Schätzungen von Transparency International hatten 90 Prozent von Ihnen keine Verträge. Ihren Lohn sahen viele von ihnen bis heute nicht, berichteten Betroffene. Es habe keine Toiletten sowie ausreichende warme Kleidung gegeben. Human Rights Watch hat den Fußballweltverband Fifa für die Bedingungen auf der Stadionbaustelle scharf kritisiert.

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Zur WM in diesem Sommer werden gleich sieben Spiele im Krestowski-Stadion ausgetragen. Darunter das Halbfinale sowie die Partie um Platz drei. Ein Leipziger Nationalspieler kennt sich schon jetzt bestens im russischen Fußballtempel aus. Timo Werner feierte hier im Juli 2017 mit Deutschland und dem 1:0-Sieg gegen Chile den Gewinn des Confed-Cups. Der RB-Stürmer bekam den goldenen Schuh als bester Torschütze des Turniers (drei Tore, zwei Assists) überreicht. Mit nur einem Treffer könnte er seinen Verein in der ersten Europapokalsaison am Donnerstagabend bereits ins Viertelfinale schießen. Ein 0:0 würde RB nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel natürlich auch schon reichen.

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