12. Juli 2018 / 13:53 Uhr

Thomas Aldag von der VT Rinteln kämpft um mehr Aufmerksamkeit für den Futsal

Thomas Aldag von der VT Rinteln kämpft um mehr Aufmerksamkeit für den Futsal

Daniel Kultau
Thomas Aldag trainiert bei der VT Rinteln das bisher einzige Futsal-Team in Schaumburg.
Thomas Aldag trainiert bei der VT Rinteln das bisher einzige Futsal-Team in Schaumburg. © dak
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Das bisher einzige Futsal-Team in Schaumburg steht im Schatten des ganz großen Bruders

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Hallenfußball mit einem kleineren Ball, kleineren Toren und längerer Spielzeit: Während sich Futsal in Ländern wie Brasilien, Spanien oder Portugal schon großer Beliebtheit erfreut, ist Deutschland diesbezüglich immer noch ein Entwicklungsland.

In Schaumburg gibt es mit der VT Rinteln nur einen Verein, der diese Variante des Hallenfußballs anbietet und gleich zwei Mannschaften stellt. VT-Trainer Thomas Aldag ist 2011 zu diesem Sport gekommen. Damals war er Jugendtrainer des SC Rinteln. „Es gab ein paar meiner Jugendlichen, die wollten Futsal spielen“, berichtet der 56-Jährige. „Ich bin dann mitgegangen, habe geschaut, wie sich das entwickelt. Und es lief dann auch ganz gut an.“

Es hatten viele beim Deutschen Fußball-Bund gedacht, dass der Erfolg des Futsals ein Selbstläufer wird. Dem ist aber nicht so.

Thomas Aldag, Trainer VT Rinteln

Seitdem ist der Rintelner nun Coach beider VT. Seine Jungs hätten sich auch beim SC Rinteln nach einer Spartengründung erkundigt, „diese hatten jedoch kein Interesse“, erklärt Aldag.

Die Gründe dafür, dass es schwierig ist, Leute für den Sport zu begeistern, sind laut Aldag vielfältig: Das Fehlen von Vorbildern, da es noch keine Bundesliga gibt, genereller Widerstand der Vereine gegen die Variante mit dem kleineren Ball und den kleinen Toren sowie die Tatsache, dass gute Fußballer schon in unteren Klassen Geld bekämen. „Es hatten viele beim Deutschen Fußball-Bund gedacht, dass der Erfolg des Futsals ein Selbstläufer wird. Dem ist aber nicht so“, klagt Coach Aldag.

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Dass sich die Sportart hierzulande noch im Aufbau befindet, zeigt, dass es in Niedersachsen erst seit 2015 einen organisierten Spielbetrieb seitens des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) gibt. Dabei bietet der Sport durchaus einige Vorteile. „Man hat als Spieler mehr Ballberührungen, lernt, zu verteidigen und Tore zu schießen, und die Ballkontrolle verbessert sich enorm“, weiß der VT-Trainer.

Umfrage zum Futsal

Für sein Team läuft es währenddessen aktuell sehr gut. Nach zwei Spieltagen steht die erste Mannschaft in der NFV-Futsal-Liga, in etwa vergleichbar mit der Bezirksliga, auf Rang eins. „Wenn alles normal läuft und alle am Ball bleiben, sollten wir dieses Jahr Meister werden“, hofft Aldag. Einige seiner Jungs spielen ausschließlich Futsal, andere sind aber auch fußballerisch beim TSV Eintracht Exten, dem TuS Germania Apelern oder dem SC Rinteln im Einsatz.

Ein 15-Sekunden-Ausschnitt in der Sportschau würde ja schon reichen, um die Leute anzusprechen.

Thomas Aldag, Trainer VT Rinteln

Eine Saison läuft über das gesamte Jahr und bietet 15 Spieltage. Fahrtstrecken von bis zu zwei Stunden können dabei durchaus vorkommen. „Es wäre deswegen schön, wenn wir noch Mannschaften aus Schaumburg oder der Region Hameln hätten, damit wir nicht so weit fahren müssten“, hofft Aldag. Ein Erfolgsrezept dafür, wie der Futsal in Deutschland beliebter werden könnte, hat auch der Rintelner nicht parat. „Selbst in Spanien, wo Futsal ein extrem hohes Ansehen hat, genießt der Fußball ein immer noch größeres Ansehen.“ Aldag hofft darauf, dass durch die für das Jahr 2020 geplante Bundesliga mehr  Aufmerksamkeit erzeugt werden kann. „Ein 15-Sekunden-Ausschnitt in der Sportschau würde ja schon reichen, um die Leute anzusprechen.“

Wer es selbst mal ausprobieren möchte, sollte am besten montags in der Kreissporthalle in Rinteln vorbeischauen. Da findet von 18.30 bis 20 Uhr das freie Spiel statt. Training ist jeden Mittwoch von 20 bis 21.30 Uhr.

Futsal-Besonderheiten

  • Eine Halbzeit dauert 20 Minuten.
  • Es gibt zwei Strafstoßpunkte. Einen in sechs Meter Entfernung, der für Fouls innerhalb des Strafraums genutzt wird. Der andere ist zehn Meter vom Tor entfernt und kommt ab fünf Team-Fouls zum Einsatz.
  • Es gibt Aus-Linien auf allen Seiten.
  • Der Ball ist kleiner und schwerer. Dadurch verringert sich seine Sprunghöhe.
  • Die Tore sind zwei Meter hoch und drei Meter breit.
  • Drei Schiedsrichter sind im Einsatz.
  • Körperliche Attacken, wenn auch nur mit der Schulter, werden sofort bestraft.
  • Pro Hälfte kann ein Trainer eine Auszeit nehmen, sofern sein Team in Ballbesitz ist.
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