29. Mai 2018 / 10:46 Uhr

Tim Walter wird Holstein-Sportchef auf Zeit

Tim Walter wird Holstein-Sportchef auf Zeit

Thomas Pfeiffer
Neu-Trainer Tim Walter muss die Kaderplanung vorerst allein bewältigen, unter anderem Ersatz für den wechselwilligen Rafael Czichos (kl. Foto) finden.
Neu-Trainer Tim Walter muss die Kaderplanung vorerst allein bewältigen, unter anderem Ersatz für den wechselwilligen Rafael Czichos (kl. Foto) finden. © Imago/Agentur 54°
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Nach dem Becker-Abgang plant zunächst der neue Trainer den Kader – Scheitert Czichos-Transfer an Ablösesumme?

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Die fast genau zwei Jahre währende Ära von Ralf Becker als Geschäftsführer Sport des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel ist seit Montag auch offiziell Geschichte. Der 47-jährige, der sein Amt bei den Störchen am 5. Juni 2016 angetreten hatte, wurde am Nachmittag im Volksparkstadion als neuer Sportvorstand des Hamburger SV vorgestellt. Becker tritt seine Funktion beim Bundesliga-Absteiger sofort an, der bis 30. Juni 2019 datierte Vertrag mit der KSV wurde aufgelöst.

„Die Auflösungsvereinbarung ist getroffen, die Unterschriften folgen spätestens am Dienstag“, bestätigte Holsteins Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Stefan Tholund die Trennung. Der HSV zahlt an die KSV eine Ablösesumme, über deren Höhe Stillschweigen vereinbart wurde. Sie dürfte im Bereich zwischen 200000 und 500000 Euro liegen. Somit ist die Position des Sportchefs bis auf Weiteres vakant, doch das stellt nach Aussage der KSV-Verantwortlichen kein Problem dar.

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Schon als der jetzige Sportchef des 1. FC Nürnberg, Andreas Bornemann, im Juni 2014 bei den Störchen ausstieg, wurde der damalige Trainer Karsten Neitzel in das Transfer-Geschäft eingebunden. Tragende Säulen des Teams in den beiden vergangenen Erfolgsjahren wie Rafael Czichos, Dominik Schmidt, Dominic Peitz oder Dominick Drexler hatte Neitzel an die Förde gelotst. Ein ähnliches Modell wollen die Holstein-Macher nun mit dem neuen Trainer Tim Walter realisieren, bis der neue Geschäftsführer Sport gefunden ist. „Wir sind wie immer handlungsfähig“, betonte der kaufmännische Geschäftsführer Wolfgang Schwenke am Montag. „Tim Walter hat ab sofort die Handlungshoheit, Spieler auszusuchen, Gespräche zu führen und sich für Verpflichtungen einzusetzen. Das Finanzielle regeln dann die dafür Verantwortlichen“, ergänzte der 50-Jährige. „Unsere klare Trennung zwischen Sport und Geschäft bleibt unverändert.“

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Tim Walter lernt Kiel kennen

Walter hat seinen Italien-Urlaub unterbrochen und hält sich derzeit in Kiel auf, auch um seinen Trainerstab sowie die Mitarbeiter und Strukturen im Projensdorfer Leistungszentrum kennenzulernen. In seiner temporären Zusatzfunktion als Sportchef soll der 42-Jährige auch davon profitieren, dass Becker in Kiel keine verbrannte Erde hinterlassen hat. „Ralf Becker hat sein Wissen bei uns hinterlegt“, sagte Tholund und betonte, dass Walter derzeit der wichtigste Mann im Verein sei, ihm aber auf Dauer nicht zu viel aufgebürdet werden soll. „Wir suchen schon länger intensiv einen neuen Sportchef.“ Becker bestätigte am Montag dieser Zeitung, dass er dem Aufsichtsrat schon vor Wochen mitgeteilt habe, „dass für mich im Sommer Schluss ist bei Holstein und ich unabhängig von Angeboten eine neue Herausforderung suche“. Tholund ergänzte zur Nachfolger-Suche: „Es muss möglichst schnell gehen, aber auch passen. Wir haben Kontakte aufgenommen, führen Gespräche, aber es gibt noch keinen Favoriten.“

Könnte auch Boris Notzon zum Kandidatenkreis gehören? Der 38-jährige Sportdirektor des in die Dritte Liga abgestiegenen Traditionsklubs 1. FC Kaiserslautern hat einen ähnlichen Karriereweg genommen wie Becker, war zuvor Chefscout bei den Roten Teufeln und Chefanalytiker beim 1. FC Köln. „Zu Namen äußern wir uns nicht“, sagte Tholund erwartungsgemäß.

Holstein Kiel fordert über 2 Millionen Euro für Czichos

Neue Bewegung, oder korrekter ausgedrückt, einen neuen Stillstand gibt es hingegen in Sachen Rafael Czichos. Der Wechsel des KSV-Kapitäns und -Innenverteidigers zum Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln, dem neuen Klub des ehemaligen Holstein-Trainers Markus Anfang, schien so gut wie vollzogen, doch jetzt hakt es an der Ablösesumme. Wie der „kicker“ berichtet, verlangen die Kieler mehr als zwei Millionen Euro für den 28-Jährigen, dessen Vertrag noch bis 30. Juni 2020 läuft. Zu viel für den „Effzeh“, der nur eine Eins vor dem Komma akzeptieren will. Czichos’ Marktwert beziffert „transfermarkt.de“ auf eine Million Euro. FC-Sportchef Armin Veh will offensichtlich hart bleiben. Bewegt sich Holstein nicht, könnte der Capitano womöglich auch nächste Saison das Störche-Trikot tragen...

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