12. Juni 2018 / 21:26 Uhr

Timo Hübers exklusiv: Der Aufsteiger von Hannover 96 über seinen emotionalen Weg zum Profi

Timo Hübers exklusiv: Der Aufsteiger von Hannover 96 über seinen emotionalen Weg zum Profi

Dirk Tietenberg
Harte einen harten Weg bis zu den Profis der Roten: 96-Aufsteiger Timo Hübers.
Harte einen harten Weg bis zu den Profis der Roten: 96-Aufsteiger Timo Hübers. © imago/Pressefoto Baumann
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Einen Tag nach der Vertragsverlängerung bei 96 (bis 2021) sprach der Sportbuzzer im Eiscafé Massimo mit Timo Hübers (21). Dabei erzählt er exklusiv im Sportbuzzer über versteckte Fouls, über seinen emotionalen Aufstieg zum Bundesligaspieler und seiner Vermutung, dass vielleicht irgendwer etwas gegen seine Profi-Karriere hatte. 

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Timo Hübers, Sie haben viel Geduld gebraucht. Wie schwer war Ihre Zeit als Senior bis jetzt?

In Köln hat mein Kapitel Herrenfußball begonnen. Da triffst du nicht mehr auf Bubis, sondern auf echte Typen. Da wird versucht, dich mit Sprüchen und versteckten Fouls aus der Bahn zu bringen. Ich kam gut damit klar. Eine Schambeinentzündung hat mich dann vier Monate gekostet. Eine Schambeinentzündung wünsche ich echt keinem. Aber ich war rechtzeitig wieder fit.

"Da hatte ich richtig Herzklopfen"

Rechtzeitig für 96?

Genau. Zeitgleich wurde Daniel Stendel Profitrainer. Er hat mich angerufen. Ich kam zurück, hatte ein gutes Gefühl. Ich denke, ich wäre gegen Kaiserslautern wahrscheinlich im Kader gewesen. Dann kam der Schockmoment mit dem Kreuzbandriss. Da steht dir das große Tor offen, und dann macht dir so eine Sache einen Strich durch die Rechnung. Das hat mich auch mental stark getroffen. Ein Jahr später unter André Breitenreiter hatte ich eine gute Vorbereitung, bin dann aber im Sommer leistungsmäßig etwas zurückgefallen. Dann stand in der Rückrunde das Spiel gegen Bremen vor der Tür, und wir hatten Verletzungssorgen. Tja, und dann hatte ich mir eine Woche zuvor in der Regionalliga die erste rote Karte meiner Herren-Karriere abgeholt.

Es wurde erstmal nichts aus dem Debüt.

Genau. Ich habe schon gedacht, irgendwer hat was dagegen, dass ich Profi werde. Aber es ging dann schnell. Am Tag vor dem Stuttgart-Spiel, bevor wir nach Stuttgart geflogen sind, wurde mir gesagt, dass ich mich darauf vorbereiten soll. Da hatte ich richtig Herzklopfen.

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Der Vertrag bis 2021 war nicht Ihr erster Profivertrag. Sie haben am Montag den Kontrakt unterschrieben. War das der Moment, als Sie wussten, dass Sie ein echter Profi sind?

So ein Vertrag ist wichtig, weil er die Grundlage für unser Einkommen ist. Aber das Gefühl, angekommen zu sein, ist da, wenn man ins Stadion einläuft. Der Vertrag ist ein Stück Papier, aber auf dem Platz passiert plötzlich das, wovon du als Junge geträumt hast.

Das war dann in Stuttgart. War es so, wie Sie es als Junge geträumt haben?

In Stuttgart war alles neu. Am Morgen war ich schon sehr nervös, aber das hat sich zum Glück mit dem Abpfiff gelegt. Aber danach, das Heimspiel gegen Hertha, das war Gänsehaut pur für mich. Das war der Moment, in dem ich dachte, so habe ich mir das vorgestellt. Gegen Hertha habe ich an der Südwestecke das Tor vorbereitet. Meine Kumpel, denen ich Karten besorgt hatte, saßen in W1. Ich gebe die Vorlage, schaue hoch und sehe, wie alle aufstehen und jubeln. Das war ... wow ... das war echt cool. Das für wird man Fußballer.

Ist das wie Fliegen?

Ja.

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*Wer bringt einen wieder auf den Boden? *

Ach, ich bin keiner, der sagt: Ich habe fünf Spiele für Hannover gemacht, muss ein anderes Auto fahren oder zu einem anderen Club wechseln. Ich habe außerdem Familie und Freunde, die mich ganz gut erden. 

*Hatten Sie einen Dienstwagen? *

Ja, aber einen kleinen VW. Einen größeren brauche ich nicht, weil ich sowieso nur in der Stadt unterwegs bin. Mit einem großen Touareg würde ich doch nur überall anschlagen (lacht).

*Und in der Uni? Müssen Sie Autogramme schreiben oder bringt Ihnen jemand das Stammessen vorbei? *

Nein. Auf dem Campus ist zum Glück alles so wie vorher. Es werden einige mittlerweile wissen, dass ich ganz gut Fußball spielen kann. Meine Freunde freuen sich natürlich total, wahrscheinlich sogar mehr als ich.

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