12. Januar 2019 / 08:24 Uhr

Tischtennis-Star Timo Boll vor Auftritt in Döbeln: „Die Zuschauer waren immer heiß“

Tischtennis-Star Timo Boll vor Auftritt in Döbeln: „Die Zuschauer waren immer heiß“

DAZ
Timo Boll
Timo Boll, der Weltreisende in Sachen Tischtennis, ist wieder in Döbeln zu Gast © Archiv
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Döbeln. Die Weihnachtszeit hat Timo Boll in seiner hessischen Heimat verbracht. Der Weltreisende in Sachen Tischtennis genießt es, einfach bei seiner Familie zu sein, zur Ruhe zu kommen und zu entspannen. Untätig war der 37-Jährige deshalb lange nicht. „Ich habe Körperaufbau betrieben“, erklärt der Rekord-Europameister. Radfahren, Kraft- und Stabilisationstraining standen dabei auf dem Programm. „Ich nehme höllisch zu, wenn ich nichts tue“, fügt der Routinier humorvoll hinzu. Und den Eltern und Schwiegereltern beim Festtagsessen einen Korb zu geben, das komme gar nicht infrage.

Mittlerweile steht der Meister des kleinen Plastikballes schon wieder am Tisch. Schließlich beginnt am Sonntag das Wettkampfprogramm. Mit seinem Club Borussia Düsseldorf trifft der Odenwälder auf den Tabellenfünften Post SV Mühlhausen. Doch das Sonntag-Heimspiel des deutschen Meisters wird nicht wie gewohnt auf dem eigenen Center Court ausgetragen, sondern in Döbeln (15 Uhr, SH Burgstraße). Mit dem dortigen Sportverein verbindet die Nordrhein-Westfalen eine lange Freundschaft. Nicht nur deshalb ist Boll zum wiederholten Mal bei den Sachsen zu Gast. Schon 1998 schlug der Ausnahmekönner als Teenager beim nationalen Top-48-Turnier in der Kreisstadt auf und sicherte sich 13 Jahre später dort auch den Sieg bei der Showturnier-Serie Leipold-Cup.

„Wir müssen höllisch aufpassen“

„Die Zuschauer waren immer heiß“, erinnert sich der Weltranglistenfünfte, der das Ranking der besten Spieler im vergangenen März zum dritten Mal in seiner Karriere angeführt hatte. „Die Stimmung ist gut, und die Organisation gibt sich sehr viel Mühe.“ Man fühle sich als Spieler in Döbeln stets gut aufgehoben. Als echtes Heimspiel dürfe der Auftritt jedoch nicht gelten. „Das ist es vielleicht sogar mehr für Mühlhausen“, dessen Anreise nur halb so weit wie die der Düsseldorfer ist. Der Spitzenspieler der offiziellen Gastgeber erwartet aber nicht nur deshalb eine spannende Begegnung. Die Thüringer, im Hinspiel im September nur 2:3 unterlegen, hätten in der ersten Saisonhälfte gute Leistungen abgeliefert. „Wir müssen höllisch aufpassen“, betont der bei der ersten Partie fehlende Boll. „Wir dürfen uns Aussetzer wie in der Vorrunde nicht mehr leisten.“ Unerwartete Niederlagen lassen den Titelverteidiger derzeit auf dem dritten Tabellenplatz rangieren (Spitzenreiter ist Ochsenhausen); die fast obligatorisch erscheinende Teilnahme am Pokal-Endturnier wurde durch eine Pleite im Viertelfinale beim ASV Grünwettersbach sogar verpasst.

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Boll freut sich auf den Jahresauftakt. „Ich habe momentan das Gefühl, mich gut zu bewegen. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass ich gut spiele.“ Oft schon in seiner Karriere hatte er mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Aber derzeit sei er schmerzfrei, „da kann ich mich zu 100 Prozent auf meinen Gegner konzentrieren“. Im vergangenen Sommer hatte ihn noch ein Bandscheibenvorfall wochenlang regenerieren lassen, eine Hüftverletzung quälte ihn in der Vorbereitung auf die lukrativen Grand Finals Mitte Dezember in Südkorea, wo er dann in der ersten Runde scheiterte. Trotzdem blickt Boll auf ein „Wahnsinnsjahr“ 2018 zurück, in dem er im September in Alicante zum siebten Mal und als bislang ältester Spieler den EM-Titel gewann und einen Monat später beim Weltcup-Finale in Paris ins Endspiel einzog.

In das neue Jahr, in dem es auch schon um die Olympiaqualifikation für die Spiele 2020 in Tokio geht, startet der WM-Bronzemedaillengewinner von 2011 nicht mit konkreten Erwartungen. „Ich setze mir keine großen Ziele mehr“; mit der Einstellung sei er zuletzt sehr gut gefahren. Und überzeugen müsse er von seinem Können schon längst niemanden mehr. Tochter Zoey Malaya steht der sportlichen Leidenschaft ihres Vaters im Übrigen recht reserviert gegenüber. „Sie hat mehr so Mädchen-Interessen wie Malen, Basteln, Tanzen, Singen“, sagt Boll. „Und ich will sie zu nichts drängen.“ Ab und an drücke er der Fünfjährigen zwar den Schläger in die Hand, doch die begeistere sich eher für Meerjungfrauen. Nicht nur deshalb ist die Kleine bei Spielen des Papas selten dabei. „Sie soll ein normales Leben führen“, sagt Boll, „und nicht so ein verrücktes wie ich.“

Katja Sturm

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