Timo Werner wurde von den deutschen Fans gefeiert wie selten zuvor. Timo Werner wurde von den deutschen Fans gefeiert wie selten zuvor. © imago
Timo Werner wurde von den deutschen Fans gefeiert wie selten zuvor.

Sprechchöre und viel Applaus: DFB-Fans feiern Timo Werner gegen Norwegen

Der zuletzt so ungeliebte Stürmer wurde beim deutschen Länderspiel in Stuttgart gefeiert wie selten zuvor. Für den gebürtigen Stuttgarter gab es sogar Sprechchöre.

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Es ist seine erste Rückkehr nach Stuttgart - und das Länderspiel zwischen Deutschland und Norwegen (6:0) wurde für Timo Werner zu einem tollen Erlebnis und nicht - wie befürchtet - zu einem Spießrutenlauf. Am Ende schoss er zwei Tore und war bester Mann auf dem Platz.

Beim Länderspiel in Prag wurde der Stürmer von RB Leipzig noch heftig beleidigt - nach seinem Tor zum 1:0 gegen Tschechien stimmte der Nazi-Mob, der mit 200 Mann ins Stadion gestürmt war, den inzwischen in deutschen Stadien zu fragwürdiger Prominenz gekommenen Song "Timo Werner ist ein H*rensohn" an.

Szenenapplaus und Sprechchöre

Ganz anders die Fans in Stuttgart - als die Namen der Spieler vor der Partie verlesen wurden, brüllten die Fans seinen Namen am lautesten von allen. Nach einer Viertelstunde bekam Werner bei einer Offensiv- und einer Defensivaktion großen Szenenapplaus. Anschließend gab es "Timo-Werner-Sprechchöre" - etwas, das es außerhalb Leipzigs in den vergangenen Monaten praktisch nie gab. Ändert dieses Spiel endlich das Image des 21-Jährigen, der in vielen Stadien in Deutschland immer noch verhasst ist?

Er dankte es den Zuschauern - mit einem Doppelpack in der ersten Halbzeit. Beim Jubel gab es vom Publikum dreimal laut das übliche "WERNER!" - gefolgt von Sprechchören. Der Leipziger hat jetzt bereits sechs Tore in seinen ersten acht Länderspielen erzielt. Für den SPORTBUZZER war Werner nach den 90 Minuten sogar Man Of The Match - als einziger DFB-Star verdiente er sich die Bestnote 1 in der Einzelkritik.

Deutschland in der Einzelkritik: Die Noten gegen Norwegen!

Wer ist Timo Werner?

Werner, der 2016 für zehn Millionen Euro vom VfB Stuttgart nach Leipzig gewechselt war, absolviert in seiner Heimatstadt sein achtes Länderspiel. Seit seinem Debüt im März schoss der 21-Jährige bislang vier Tore, zuletzt traf er auch beim 2:1 gegen Tschechien in Prag.

Der Youngster wurde in Stuttgart geboren und wurde beim VfB zum Rekordmann: Er ist jüngster Bundesliga-Doppeltorschütze aller zeiten, jüngster eingesetzter Spieler in einem Pflichtspiel und jüngster Bundesliga-Torschütze in der langen und ruhmreichen Geschichte des VfB Stuttgart. 2013 gewann er die Fritz-Walter-Medaille in Gold im Bereich U17, 2015 die silberne Ausführung bei den A-Junioren. Für den VfB kam er in 103 Pflichtspielen zum Einsatz und schoss 14 Tore, bei RB kommt er nach nur 35 Spielen bereits auf 24 Treffer.

Warum hassen so viele Fans Timo Werner?

21 Jahre ist der Stürmer von RB Leipzig jung – und hat schon so viel erlebt, wie manch anderer nicht in seiner ganzen Karriere. Weil er letzte Saison beim Spiel gegen Schalke eine peinliche Schwalbe hinlegte, wird er bis heute nicht nur in nahezu jedem Bundesliga-Stadion ausgepfiffen, sondern auch mit einem Schmähgesang verunglimpft, der mittlerweile jedem Fußballfan bekannt ist.

*Hier lesen: *Die Rückkehr des Wunderknaben nach Stuttgart

Sogar bei der Darts-WM in London oder auf dem Münchner Oktoberfest machen sich die Leute einen (dummen) Spaß daraus, den Werner-Song anzustimmen. Dass dieser sogar nach seinem Führungstreffer im DFB-Dress beim Länderspiel gegen Tschechien in Prag (2:1) aus dem deutschen Block zu hören war, sorgt bei allen Beteiligten nur noch für Kopfschütteln. Mats Hummels sprach von „idiotischen Chören“, Bundestrainer Jogi Löw fand es „oberpeinlich“ und appellierte vor der Partie heute Abend an die Fans: „Ich erwarte, dass man mit ihm respektvoll umgeht. Er hat einen Fehler gemacht, für den er sich längst entschuldigt hat. Timo ist jemand, der mit Stolz das deutsche Trikot trägt und sich immer voll reinhängt.“

Fotogalerie: Timo Werner bei RB Leipzig

Wie es in ihm innerlich aussieht, weiß Werner wohl nur selbst. Nach außen gibt er sich cool und gelassen, lächelte sogar die Schmähgesänge von Prag weg: „Man weiß ja, welche deutsche Stadt in der Nähe von Prag liegt,“, sagte er. „Da kann man sich seinen Teil denken.“ Damit spielte er natürlich auf Dresden an. Und tatsächlich wurden heute 13 Anhänger aus der Dynamo-Fanszene identifiziert, die sich in Tschechien noch anderweitig daneben benommen hatten.

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