10. Juli 2018 / 17:08 Uhr

Trainer der SG Bergdörfer berichtet von Fußball-WM in Russland

Trainer der SG Bergdörfer berichtet von Fußball-WM in Russland

Eduard Warda
Simon Schneegans (Zweiter von rechts), Trainer der SG Bergdörfer, zu Gast bei der Fußball-WM in Russland – und mit Fans beim Spiel Brasilien gegen Costa Rica.
Simon Schneegans (Zweiter von rechts), Trainer der SG Bergdörfer, zu Gast bei der Fußball-WM in Russland – und mit Fans beim Spiel Brasilien gegen Costa Rica. © r
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Mit der Eisenbahn von Moskau nach St. Petersburg, um sich das Spiel der brasilianischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft anzuschauen – das, wovon viele träumen, hat Simon Schneegans, Trainer des Bezirksligisten SG Bergdörfer, erlebt.

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Geboren worden war die Idee vor vier Jahren. Schneegans und ein Kumpel, der wie er bei der Polizei beschäftigt ist, hätten sich gesagt: „Es könnte doch ganz lustig sein, zur WM nach Russland zu reisen.“ Gesagt, getan – „wir haben angefangen, Sparschweine aufzustellen und sie zu füttern“, berichtet der Eichsfelder A-Lizenzinhaber.

Am Ende reichte das Ersparte für drei Tage in Moskau und fünf Tage in St. Petersburg, inklusive des Bahntransfers und Eintrittskarten. Schneegans und sein Kollege sahen die Partien Portugal gegen Marokko und Brasilien gegen Costa Rica.

Die WM in Russland - fotografiert von Simon Schneegans.
Die WM in Russland - fotografiert von Simon Schneegans. © R
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Natürlich habe das Spiel in St. Petersburg in puncto Atmosphäre Vorteile gehabt, unterstreicht der 32-Jährige: „Das Brasilien-Spiel war besser, allein von den Fans her. Das war ein Riesen-Hype, aber das ist ja auch nicht groß verwunderlich, wenn zwei Mannschaften aus Zentral- und Südamerika aufeinandertreffen.“ 76000 Zuschauer wollten die Partie sehen, allein 40000 kamen aus Brasilien.

Stars beim Public Viewing in russischer Kneipe

Aber auch sonst war die Stimmung gut bei der zweiköpfigen Reisegruppe. Günstig war, dass die Partie der deutschen Mannschaft gegen Südkorea zum Zeitpunkt der Reise noch ausstand. Nach der Niederlage gegen Mexiko seien zwar ein, zwei Fragen zur schlechten Leistung der DFB-Elf gekommen, aber im Prinzip seien sie beim Public Viewing in der Kneipe bei der Partie gegen Schweden in ihren Deutschland-Trikots die Stars gewesen: „Die Leute haben uns sofort angesprochen, die Marine hat Fotos gemacht.“ Warum zwei Deutsche in einer russischen Kneipe so hoch im Kurs standen, könne er sich nicht erklären: „Vielleicht, weil Deutschland als große Fußballnation gilt.“

Gastfreundliche Russen helfen bei Übersetzung

Im Übrigen fühlten sich die beiden WM-Urlauber, die mit durchaus gemischten Gefühlen losgefahren waren, in Russland pudelwohl. „Alle waren gastfreundlich. Wir hatten uns vorher Gedanken gemacht und waren dann total überrascht“, sagt Schneegans. Für ihn und seinen Kumpel habe die kyrillische Schreibweise auf Hinweisschildern zu den größten Problemen gehört. „Die Leute sind sofort angekommen und haben uns geholfen. Auch in den Bars waren die Leute total freundlich. Entweder hat Putin ’ne Ansage gemacht, oder die Leute haben sich einfach gefreut.“

Die gefühlte Sicherheit sei sehr groß gewesen, auch weil das Militär präsent gewesen sei. „Aber nur mit Knüppeln.“ Die Kontrollen an den Stadien seien nicht so scharf gewesen, wie vermutet, „aber man hat sich schon sehr sicher gefühlt“.

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Für rund 75 Euro sei es zwischendurch mit einem Hochgeschwindigkeitszug von Moskau nach St. Petersburg gegangen, „vier Stunden lang durch den Wald. Das war überragend. Da kann sich die deutsche Bahn eine Scheibe abschneiden.“ In dieser Hinsicht gab es auch sportliche Aspekte, bei denen sich die Deutschen bei anderen Nationen etwas abgucken konnten. „Bei den Deutschen hat man gemerkt, das es nicht ausschlaggebend ist, zehn Stars zu haben, sondern ein richtiges Team“, urteilt Schneegans.

Sein Russland-Abenteuer blieb davon unberührt. „Ich würde immer wieder in beide Städte fahren“, sagt er. „Das Flair einer Fußball-WM, Fan-Gruppen in den Städten, ist einzigartig.“ Für Schneegans ein Abenteuer fürs Leben.

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