11. Juli 2018 / 15:40 Uhr

TSV Bramstedt: Die Entwicklung des Zusammenhalts

TSV Bramstedt: Die Entwicklung des Zusammenhalts

Karsten Bödeker
v.l. (8, Sudweyhe), (9, Bramstedt)
Daniel Zimmermann (re) ist nicht nur Spieler, sondern auch Spartenleiter des TSV Bramstedt. © Jonas Kako
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Saison-Rückblick: Der Kreisligist rauft sich im Winter zusammen und absolviert eine starke Rückserie

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Man stelle sich vor, Oliver Bierhoff wäre noch so fit und jung, dass er zu den elf besten Bundeskickern gehörte und deswegen im Kader von Nationaltrainer Jogi Löw stünde. Der Trainer müsste dann entscheiden, ob sein Chef Fußball spielen darf. Undenkbar? Im Profifußball vielleicht, nicht aber etliche Ligen tiefer in der hiesigen Kreisliga. Dort gibt es beim TSV Bramstedt eine ähnliche Konstellation: Spartenleiter Daniel Zimmermann ist anders als Bierhoff noch fit genug für seine Liga und steht daher nicht nur im Kader, sondern regelmäßig auch in der ersten Elf von Trainer Sascha Feldt. Mit einem leichten Augenzwinkern stellt sich beim TSV Bramstedt also regelmäßig die Frage der Hierarchie. Nach dieser Saison können beide zufrieden sein. Der Trainer mit seinem Spieler und der spielende Spartenleiter mit seinem Trainer. Denn Zimmermann kam in 29 von 30 Spielen zum Einsatz und schoss dabei 21 Tore. Trainer Feldt bewies seinerseits, dass er die Bramstedter stabilisiert und ihnen seine Handschrift verpasst hat. Platz neun lautete das Endergebnis, die Bramstedter waren anders als in der Vorsaison nie so richtig im Abstiegskampf.

Dabei ging der Trend eindeutig nach oben, denn in der Tabelle der Rückrunde landete der TSV sogar auf Platz fünf. „Wir haben rechtzeitig die Kurve gekriegt“, kommentiert Feldt die Spielzeit. Highlights seien die Spieltage 13 bis 27 gewesen. Feldt variierte seine taktischen Aufstellungen. „Das ist uns gut gelungen, obwohl uns immer wieder Spieler fehlten. Wir waren schwerer auszurechnen.“ Die Bramstedter konnten Spiele drehen und hielten gegen die drei Spitzenteams mit. Gegen Mörsen gelang ein 2:1-Sieg, eine Woche später gegen Bezirksliga-Aufsteiger Bruchhausen-Vilsen ein 2:2-Remis. Die Niederlage gegen Meister Lemförde war knapp. Und wenn die Bramstedter gegen die TSG Osterholz-Gödestorf und den TV Neuenkirchen keine Punkte verschenkt hätten, wäre noch mehr drin gewesen. „Ich konnte sehen, was das Team kann“, so Feldt.

Neben dem taktischen und spielerischen Schritt nach vorn lobt der Coach auch die Entwicklung des Zusammenhalts. Für Feldt war das der größte Unterschied zur Hinrunde. „Da waren wir keine Einheit. Es gab Spieler, die wollten mehr, andere glaubten, es läuft von allein.“ Eine schonungslose Analyse, die er etwas pointiert ergänzt: „Der Klassenerhalt vom letzten Sommer und vor allem der Sieg im Kreispokal scheint einigen nicht bekommen zu sein.“ Die Folge war ein schwacher Start, guten Spielen gegen Mörsen und Lahausen folgte eine Schwächephase mit Pleiten etwa gegen Brockum und Dickel. Besonders ist Feldt das 2:4 gegen den FC Sulingen II in Erinnerung. „Bis zur Pause spielten wir wie in der Bezirksliga, führten 2:0. Danach war das nur noch Kreisklasse.“ Vom siebten bis zwölften Spieltag standen die Bramstedter fünfmal auf dem letzten Platz. Mit drei Siegen und 11:2 Toren – darunter ein 7:2 über Neuenkirchen – setzte der TSV noch ein Zeichen vor der Winterpause und machte sich auf in höhere Tabellenregionen. Neben der guten Entwicklung zählte für Feldt auch das Prestige: „Wir wollten unbedingt einen einstelligen Platz.“

Noch einstellig, aber erstaunlich hoch ist die Zahl der Torhüter, die Feldt – früher selbst Keeper – einsetzte. Mit Philipp Cohrs (drei Spiele), dem früh verletzten Deniz Ersöz (1), Torwarttrainer Michael Harpenau (1), Youngster Julian Zurmühlen (2) und Hendrik Neumann (24) standen fünf unterschiedliche Spieler im Tor. Neumann war letztlich die Nummer eins. Er spielte, obwohl er berufsbedingt nicht trainieren konnte. „Er hat das trotz einiger Böcke sehr gut gemacht“, lobt Feldt. Für die neue Saison ist der Trainer optimistisch, dass sein Team den guten Weg fortsetzen wird. Mit den Neuen Nils Hindahl, Peter Tylla, Dominik Schröder, Silas Scharf, Richy Rabba und dem reaktivierten Lukas Frese ist der Kader breit aufgestellt. Nur Alexander Matissek verlässt den Verein. Jens Meyer, Amadeus Stucke und Tristan Godesberg erwartet Feldt als Führungsspieler. Und dann ist da ja noch sein Top-Scorer und Spartenleiter Daniel Zimmermann. „Der kann sogar noch mehr, er hat in guten Positionen sogar noch einige Bälle vertändelt“, sagt Trainer Feldt schmunzelnd.

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