11. März 2018 / 20:55 Uhr

TSV Ottersberg hadert mit sich und dem Schiedsrichter

TSV Ottersberg hadert mit sich und dem Schiedsrichter

Patrick Hilmes
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Bekim Murati (grün) und der TSV Ottersberg kassierten gegen die SV Drochtersen/Assel II (rot) eine Heimpleite. © Sebi Berens
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Bei der 1:3-Niederlage gegen die SV Drochtersen/Assel II gibt es gleich mehrere Schuldige - unter anderem auch den Landesligisten selbst

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An der Seitenlinie bewegt sich Mike Gabel mit wütendem und schnellem Gang dem Schiedsrichterassistenten entgegen. Er tut lautstark und gestenreich seinem Unmut kund. Warum? Weil der TSV Ottersberg gerade einen Elfmeter gegen sich gepfiffen bekommen hat. Und mit dieser Entscheidung ist der Sportliche Leiter der Wümmekicker ebenso wenig zufrieden wie der Coach. „Wir sind alle Menschen und machen alle Fehler, aber das ist zum wiederholten Male eine spielentscheidende Situation“, monierte Jan Fitschen nach dem Schlusspfiff. Mit dem Ertönen dieses Signals wurde die 1:3 (1:0)-Heimniederlage des Fußball-Landesligisten aus Ottersberg gegen die SV Drochtersen/Assel II besiegelt.

Für den TSV wurde mit dem Spiel gegen die Regionalliga-Reserve das Pflichtspieljahr 2018 eingeläutet. Und derzeit geht es für die Wümmekicker ausschließlich um eines, den Klassenerhalt. Fünf Punkte Rückstand weist der TSV auf das rettende Ufer auf, dementsprechend ist jedes Spiel immens wichtig. So auch das gegen die Gäste auch Drochtersen, und das wurde insbesondere in den kritischen Momenten sichtbar. Emotional wurde auf sowie neben dem Platz gestikuliert und argumentiert, wenn es zu strittigen Situationen kam. Und der emotionalste sowie strittigste war der Moment in der 80. Minute, als Schiedsrichter Marvin Schories auf Anraten seines Assistenten auf den Elfmeterpunkt im Ottersberger Strafraum zeigte.

Ein halbes Dutzend Spieler in grünen Trikots, angeführt von Keeper Felix Mindermann, belagerte anschließend die Unparteiischen – ohne Erfolg. Der Assistent hatte ein vermeintliches Handspiel von TSV-Kapitän Dominik Rosenbrock im Strafraum beanstandet. „Erstens: Selbst wenn es Hand war, dann war es außerhalb, so wie ich es gehört habe. Und zweitens: Ich habe vorher dreimal gerufen, dass ich wechseln möchte und das wird einfach missachtet“, haderte Fitschen, „das sind Situationen, die kannst du irgendwann nicht mehr auffangen“. Den folgenden Strafraum versenkte Niko Junge souverän.

„Ich bin aber auch ein Freund davon, die Fehler bei sich selbst zu suchen“, waren ebenfalls die Worte von Jan Fitschen. Und bei dieser Suche wurde der Coach auch bei seinen eigenen Mannen fündig. Wenige Sekunden vor der Elfmeter-Szene hatten die Gastgeber die große Chance, das 2:1 zu erzielen. Enes Acarbays Versuch wurde aber auf der Linie geklärt. Ähnlich knapp wurde der Führungstreffer in Minute 74 verpasst: Jens Finger flankte in den Fünfer auf den völlig frei stehenden Lukas Klapp. Der rauschte aber ins Leere, da der Gästekeeper dem Ball mit den Fingerspitzen noch eine andere Flugbahn verpasst hatte. Drei Minuten vor dem Schlusspfiff war es Drilon Demaku, der den Ausgleich auf dem Kopf hatte. Doch es sollte an diesem Sonntagnachmittag nicht mehr sein für die Gastgeber. Den Schlusspunkt setzte erneut Niko Junge, der nach Ballverlust von Ottersbergs Nisar Atris durch seinen Mannschaftskollegen Mike Pye in Szene gesetzt wurde (87.).

Dabei hatte die Partie anfangs einen positiven Verlauf für die Gastgeber genommen. Beide Teams begegneten sich auf einem gut bespielbaren Ottersberger Trainingsplatz, jedoch ließ das fußballerische Niveau zu wünschen übrig. Torraumszenen waren Mangelware, die ersten Notizen der schreibenden Zuschauer wurden in Minute 20 getätigt, als Artur Janot aus 30 Metern den gegnerischen Schlussmann prüfte. Elf Minuten später haderten die Gäste mit dem Schiedsrichterassistenten, weil dieser seine Fahne nicht hob. Nach einem Demaku-Freistoß, der in der Mauer hängen blieb, tauchte Finger frei vor dem Tor auf und markierte das 1:0. Diese Führung wurde in Minute 67 durch Jan-Miklas Steffens egalisiert, dem zuvor ging erneut ein Ottersberger Ballverlust im Mittelfeld. Dementsprechend gab es für den TSVmehrere Schuldige: die Unparteiischen und sie selbst.

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