12. Juni 2018 / 11:21 Uhr

TSV Wallhöfen: Das Ende einer Ära

TSV Wallhöfen: Das Ende einer Ära

Jan Gantzkow
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Erzielte sieben Tore: Patrick Hirsch (links), hier im Duell mit Scharmbeckstotels Jonas Krebs. © Tobias Dohr
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Mangelnde Qualität und vor allem die fehlende Einstellung besiegeln den Abstieg der Waldstadionkicker

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Jahrelang sorgte der TSV Wallhöfen in der Fußball-Bezirksliga 3 für Furore und beeindruckte Fans und Gegner durch sein spektakuläres und gnadenloses Offensivpressing. Doch in dieser Saison fand die Erfolgsgeschichte des Klubs ein jähes Ende: Nach einem katastrophalen Jahr stieg die Mannschaft als Tabellenletzter ab und steht aufgrund von etlichen Abgängen vor einer ungewissen Zukunft in der Kreisliga Osterholz.

Doch nicht nur die Ära des TSV auf Bezirksebene endete unschön, sondern auch die des langjährigen Erfolgstrainers Oliver Schilling. Nach einer desaströsen 0:5-Pleite in Bothel zog Schilling im April die Reißleine: „Mir hat in diesem wegweisenden Spiel komplett der Wille gefehlt. Bei einigen Spielern hatte ich das Gefühl, dass sie überhaupt nicht wollten. Da stellt man sich schon die Frage, warum man sich selber jeden Tag voll reinhaut und Gedanken macht. Außerdem wollte ich dem Team noch mal einen neuen Impuls geben“, erklärt Schilling seinen vorzeitigen Abgang.

Allerdings ging dieser Plan nicht auf: Auch Nachfolger Patrick Bauer konnte den Bock in den verbleibenden zwölf Spielen nicht umstoßen. Gegen Ende der Saison gelang es den Waldstadionkickern dann kaum noch, überhaupt eine Mannschaft aufzustellen – das letzte Spiel in Verden musste sogar kampflos abgegeben werden. Dies war der negative Höhepunkt einer komplett verkorksten Saison, welche der TSV nicht nur als abgeschlagenes Schlusslicht beendete, sondern auch mit den meisten Gegentoren (93) und den wenigsten eigenen Treffern (31).

Zu viele individuelle Fehler

Aber wie konnte es so weit kommen? Zum einen fehlte es den Schwarz-Weißen durch die Verluste von einigen Leistungsträgern schon vor Saisonbeginn an Qualität. Dann kamen auch noch schwere Verletzungen von Felix Hampel, Paskal Monsees oder Steffen Brünjes hinzu. „Auch durch diese Ausfälle hatten wir im Vergleich zum Vorjahr definitiv eine schwächere und unerfahrenere Truppe. Wir waren zwar in vielen Spielen nicht die schlechtere Mannschaft, haben uns aber durch individuelle Fehler oft selber geschlagen“, bilanziert Kapitän Gian-Luka Muskee.

Seinem ehemaligen Coach ist die Ausrede der vielen Verletzten indes ein wenig zu einfach. Schilling sieht vielmehr das Kernproblem in der Mentalität: „Auch andere Teams hatten Verletzte, und mir fallen auf Anhieb einige Mannschaften ein, die nicht besser als wir besetzt waren. Letztlich kommen viele Faktoren zusammen, aber die Einstellung hat bei vielen Spielern auch einfach nicht gepasst“, moniert Schilling.

Der Versuch, gleich zum Saisonbeginn mit aggressivem Pressing zum Erfolg zu kommen, schlug fehl. Schilling räumt selbstkritisch ein: „Da habe ich auch Fehler gemacht. Mit einer destruktiveren Spielweise hätten wir sicherlich mehr Punkte geholt, aber ich habe gedacht, die Jungs wären weiter.“

Das Unheil nahm nach zwei deutlichen Derbyniederlagen gegen Hambergen und Pennigbüttel seinen Lauf, und die junge Truppe steckte von Anfang an im Tabellenkeller fest. Wallhöfens Joe Reese: „So entwickeln sich dann die typischen Sachen, die letztlich zu einem Abstieg führen: fehlende Qualität, mangelnde Einstellung, Verletzte, unnötige Fehler, ausbleibende Verstärkungen. Und irgendwann ist dann die Luft einfach raus“, umschreibt der Defensivallrounder die Negativspirale, in der das Team feststeckte. Und aus der es bis zum bitteren Ende nicht mehr herauskam.

Zwar gab es nach überraschenden Siegen über den Nachbarn aus Pennigbüttel oder das Überraschungsteam aus Riede immer wieder einen Funken Hoffnung. Auch die Stimmung ging nie gänzlich in den Keller – aber letztlich fehlten Konstanz und Wille, um den endgültigen Absturz doch noch zu vermeiden. Völlig überraschend kam der für die Beteiligten indes nicht: „Wir gingen von Anfang an auf dem Zahnfleisch, und das spiegelt sich jetzt auch wider“, bemängelt Reese angesichts der zahlreichen Abgänge die fehlende Nachhaltigkeit.

Wie es beim TSV Wallhöfen nun weitergeht, dürfte eine spannende Frage sein, und es bleibt nur zu hoffen, dass ein rascher Neuanfang gelingt. Vielleicht kann dann auch erneut eine erfolgreiche Ära am Waldstadion eingeleitet werden.

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