10. Juni 2018 / 20:14 Uhr

TSV Weyhe-Lahausen holt den Kreispokal!

TSV Weyhe-Lahausen holt den Kreispokal!

SVEN HERMANN
So sehen Sieger aus: Die Freude der Lahauser kannte keine Grenzen mehr nach dem Pokal-Coup.
So sehen Sieger aus: Die Freude der Lahauser kannte keine Grenzen mehr nach dem Pokal-Coup. © Thorin Mentrup
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Kreisligist setzt sich im Finale mit 3:2 gegen den SV Mörsen-Scharrendorf durch

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Thorsten Eppler vom Fußball-Kreisligisten TSV Weyhe-Lahausen hatte einiges in Kauf genommen, um dem Endspiel um den Kreispokal gegen den Ligarivalen SV Mörsen-Scharrendorf in Neuenkirchen beizuwohnen: Am Morgen landete der Coach aus seinem Kroatien-Urlaub, den er extra für dieses Finale für einen Tag unterbrach, in Berlin, wurde dann von einem Freund zum Berliner Hauptbahnhof gebracht, von wo aus es dann mit dem ICE weiter Richtung Heimat ging. Der immense Aufwand des scheidenden Epplers, das letzte Spiel in verantwortlicher Position hautnah zu erleben, hat sich vollends gelohnt. Sein Team schlug die Mörsener vor 400 Zuschauern mit 3:2 (1:0) und wiederholte den Triumph aus dem Jahre 2005. Alle drei Lahauser Tore erzielte dabei Angreifer Christian-Paul Wiesner, eine weitere Anekdote dieses denkwürdigen und hochdramatischen Finalspiels.

„Das ist ein Traumabschied. Ich bin so stolz auf die Jungs“, stammelte der sichtlich gerührte Eppler, der kurz zuvor Wiesner die so treffsicheren und erfolgreichen Füße geküsst
hatte. „Wir wollten das Ding als Abschiedsgeschenk für unsere beiden Trainer Thorsten Eppler und Eckart Zunft nach Lahausen holen. Die beiden haben in den drei Jahren so viel für uns getan“, jubelte Innenverteidiger Aljoscha Klatte. Dass sich das Spiel in der zweiten Hälfte zum Thriller entwickeln würde, war zuerst überhaupt nicht abzusehen. Mörsen tat sich gegen sehr tief stehende Lahauser, die sich immer wieder selbst anfeuerten und auch von ihrem Anhang gepusht wurden, sehr schwer, hätte allerdings in der achten Minute in Führung gehen können, als Bartosz Drozdowski nach Eckball von Storven Bockhorn knapp übers Tor köpfte. Nach gut einer halben Stunde machte auch der TSV auf sich aufmerksam, als Moritz-Tizian Anton fast von einem Patzer des Mörsener Torhüters Marcel Bavendiek profitierte, der sich verschätzte (28.). Dann bewies „Kirsche“ Wiesner ein erstes Mal seinen ausgeprägten Torriecher, als er nach einem langen Zuspiel Klattes cool zur Führung einschob (36.). Anton vergab eine weitere Kopfball-Gelegenheit (45.).

Super-GAU nach Wiederbeginn

Gleich nach Wiederanpfiff erlebten die Mörsener, die bis dato viel zu passiv agierten, den nächsten Super-GAU. Kay-Simon Sommerfeld leistete sich einen haarsträubenden Fehler auf der linken Abwehrseite, den Wiesner, der zunächst an Bavendiek scheiterte, im zweiten Versuch zum 2:0 nutzte (47.). Mörsen schien mausetot, blies jedoch nach diesem erneuten
Rückschlag zur Aufholjagd. Und was keiner mehr für möglich gehalten hatte, trat ein: Ein Schuss von Andre Nienaber wurde zunächst zwar abgeblockt, doch Bockhorn war zur Stelle und schoss den Abpraller ein (55.). Vier Minuten später zog Christoph Harms einfach mal aus 25 Metern ab und der Flatterball senkte sich zum Ausgleich ins Netz. Jetzt bewiesen die Lahauser Moral. „Wir haben kurz gewackelt. Wahnsinn, wie wir dann zurückgekommen sind“, bilanzierte Eppler. Nach einem Freistoß von Jannis Berendt köpfte Wiesner Richtung linker Torwinkel, doch Bavendiek fischte das Leder mit einer unglaublichen Parade aus dem Eck (66.). Bei einem weiteren Berendt-Freistoß schlief dann die komplette Mörsener Hintermannschaft, sodass der sträflich ungedeckte Wiesner aus fünf Metern direkt einschieben konnte (72.). „Überragend. Kirsche ist schon eine Rakete“, lobte Teamkollege Tobias Marquardt. „Der ist verrückt und mit Geld nicht zu bezahlen“, sparte auch Klatte nicht mit Superlativen über den Ausnahmestürmer. „Wir haben Wiesner überhaupt nicht in den Griff bekommen. Das war der Schlüssel“, resümierte der enttäuschte Mörsener Spartenleiter Andreas Siegmann. „Die, die Wiesner hätten stoppen können, waren angeschlagen. Frank Sander hat sich beim Aufwärmen verletzt und Kay-Simon Sommerfeld ging aufgrund von Leistenproblemen angeschlagen in diese Partie“, verriet SVMS-Coach Friedhelm Famulla, der in der kommenden Saison den neuen Pokalsieger als Coach übernehmen wird.

Hochdramatisch verliefen die letzten Spielminuten. Zweimal hielt Bavendiek großartig (84., 85.), Serdar Uludasdemir scheiterte auf der Gegenseite an TSV-Schlussmann Finn Luca
Wiechmann (87.). Schließlich köpfte Harms an den Lahauser Querbalken (88.). Es folgte grenzenloser Jubel im Lager der Lahauser, die sich am kommenden Freitag auf Abschlussfahrt nach Mallorca begeben werden. „Unser Wille hat uns heute und bereits im Halbfinale ausgezeichnet. Jetzt werden wir das Vereinsheim abreißen“, flachste Marquardt. Auch Jannis Berendt, der eigentlich schon morgens in den Italien-Urlaub aufbrechen wollte, hatte seine Reise verschoben. „Ich werde noch ein bisschen mitfeiern, am späten Abend mache ich mich dann mit meiner Schwester und meinem Bruder auf den Weg“, verriet er. Der Mann des Spiels gab indes ein Versprechen ab. „Ich bleibe definitiv in Lahausen.
Ich hatte Thorsten versprochen, den Pokal zu holen. Welch ein Glückstag“, lachte Pokalheld Wiesner.

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