Varrel Pfingsturnier JSG Stuhr/Seckenhausen (weiß) gegen Fortuna Düsseldorf - Begegnungen wie diese sind in Varrel erst einmal Geschichte. © Udo Meissner
Varrel Pfingsturnier

TuS Varrel: 40-jährige Fußball-Tradition findet ein Ende

Das renommierte D-Jugend-Pfingstturnier gehört vorerst der Vergangenheit an

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40 Jahre lang herrschte auf dem Varreler Sportgelände reger Betrieb am Pfingstwochenende. Namhafte Vereine wie der FC St. Pauli, Fortuna Düsseldorf, Werder Bremen, PEC Zwolle aus den Niederlanden, Rot-Weiß Oberhausen, Borussia Mönchengladbach oder Eintracht Braunschweig schickten ihre Nachwuchs-Fußballer in den Stuhrer Ortsteil. Erstmals war in diesem Jahr jedoch höchstens das Vogelgezwitscher zu vernehmen – das traditionelle Internationale D-Jugend-Pfingstturnier fiel aus. Dem Organisations-Team brachen vier Mitglieder weg, und es fand sich niemand, der die Aufgaben übernehmen wollte.

„Die Stimmung ist gemischt: Einerseits sind wir traurig, dass es nicht weitergeht. Für das Team ist es aber auch eine Befreiung, dass die Belastung wegfällt“, sagt Gerrit Killig, der zuletzt für die allgemeine Organisation verantwortlich zeichnete. Für ihn und seine Kollegen sei dieser Schritt auch nicht überraschend gekommen. Bereits in den vergangenen Jahren habe sich angedeutet, dass es nicht mehr wie bislang weitergehen werde. „Das Turnier war nicht zeitgemäß. Im
Vergleich sind wir ein kleiner Verein, das Angebot wird immer größer. Außerdem waren wir noch ‚Old-School‘ – ohne großen Sponsor“, schildert Killig. Als er und der Kern des Organisations-Teams vor zehn Jahren ihre Arbeit begannen, seien Jugendturniere noch nicht so populär wie heute gewesen. Daher sei es schwierig gewesen, das eigene Pfingstturnier wie gewohnt fortzusetzen. Aber auch innerhalb des TuS Varrel ist die Situation eine Dekade später nicht mehr die gleiche. „Die
Anzahl der Mannschaften ist nicht mehr mit der vor zehn Jahren vergleichbar. Die Abteilung ist deutlich geschrumpft – das ist sehr schade“, sagt Killig. Damit reduzierte sich nicht nur der Nachwuchs, auch die Zahl möglicher Helfer und Organisatoren sank. Gerrit Killig zeigt aber Verständnis dafür, dass die vier Mitglieder nicht mehr weitermachen wollten – und sich niemand anderes fand. „Das waren arbeitsintensive Aufgaben. Man kann niemandem übel nehmen, wenn er aufhört oder das nicht macht“, betont er und schiebt nach: „Das muss man respektieren.“

Ob das Pfingstturnier noch einmal neu aufgelegt wird, mag Killig nicht vorhersagen. Vorstellbar sei vieles, eine Fortsetzung hänge maßgeblich von der Art und Weise der Ausrichtung ab. Der Verein könne nicht davon ausgehen, dass die Zahl der Mannschaften bestehen bleibe oder namhafte Stammgäste wie Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen wieder auf der Matte stehen. „Das wird schwierig, weil die Kontakte jetzt teilweise wegfallen“, erklärt der Organisator. Bereits im Winter habe der TuS besagten Vereinen mitgeteilt, dass sie sich in diesem Jahr ein anderes Turnier suchen müssten. Da seien gerade die Gäste, die bereits seit mehreren Jahren den Termin fest eingeplant hatten, enttäuscht gewesen, sagt Killig.

Denn die Resonanz bei den Vereinen sei stets positiv gewesen. Aber die Klubs würden sich in diesem Jahr eben ein anderes Turnier suchen. „Das wird ein schwieriges Unterfangen, die wieder zurückzuholen“, vermutet Killig. Das Varreler Turnier habe immer ausgezeichnet, dass die Teams genau gewusst hätten, was sie erwartet. „Die Teilnehmer mussten sich um nichts kümmern. Die Unterkunft war perfekt. Das Drumherum hat gepasst. Die Vereine waren gerne hier“, sagt er. „Es war immer toll und hat Spaß gemacht.“

Um Fußball musste sich Gerrit Killig an diesem Pfingstwochenende nun keine Gedanken mehr machen. Erstmals seit zehn Jahren konnte er die Feiertage seiner Familie widmen – außerhalb des Sportplatzes. Das sei zwar eine schöne Sache, einerseits. Andererseits habe er sich aber schon daran gewöhnt, in dieser Zeit das D-Jugendturnier auszurichten.

Region/Bremen Bezirk Hannover

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