DSC_2585 Die Spielerin des Tages: Anna Mirbach erzilte alle vier Treffer für den TV Jahn Delmenhorst. © Ingo Moellers
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TV Jahn Delmenhorst: Mit etwas Glück und Mirbach

2. Bundesliga Nord Frauen: Jahn-Stürmerin erzielt beim 4:3 gegen Herforder SV Borussia Friedenstal alle Tore

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Die Schlussviertelstunde erinnerte eher an ein Eishockey- als ein Fußballspiel: Mit zehn Spielerinnen umkreiste der Herforder SV Borussia Friedenstal den Strafraum des TV Jahn Delmenhorst. Der Ball wurde immer wieder auf den Flügel herausgegeben, jedoch tat sich keine geeignete Anspielstation auf, sodass er letztlich wieder zurück in die Zentrale gepasst wurde. Vergebens suchte der HSV nach einer Lücke, denn die Jahnerinnen bekamen in entscheidenden Momenten gerade noch den Fuß dazwischen. Und als die Schiedsrichterin nach drei Minuten Nachspielzeit abpfiff, war der Jubel und die Erleichterung bei den Delmenhorsterinnen groß. Mit einer couragierten Leistung und etwas Glück hat sich der Aufsteiger die ersten drei Punkte in der 2. Frauen-Bundesliga Nord geholt: Im Delmenhorster Stadion fuhren sie einen knappen, aber nicht unverdienten 4:3 (2:2)-Erfolg ein. 

Mit vier Zählern auf dem Konto liegt die Elf um Trainer Claus-Dieter Meier nach zwei Spieltagen auf dem dritten Rang – eine sicherlich kurzweilige, aber auch schöne Momentaufnahme für die Jahn-Frauen. Immerhin spöttelten nicht wenige, dass die Violetten nicht mehr als ein Punktelieferant seien. "Wir sollten vernünftig bleiben. Jena war ebenfalls ein Aufsteiger und Herford hat Probleme. Das waren noch nicht die ganz großen Gegner", beschwichtige Meier sofort, nachdem er mit seiner Elf den ersten Sieg gefeiert hatte. Zweifelsohne haben die anderen Teams aus der Liga den Jahnerinnen einigen voraus, sei es nun fußballerisch oder körperlich. Das Spiel gegen die Herforderinnen, die in einigen Belangen besser waren, hat jedoch gezeigt, dass mit einem engagierten Auftritt und etwas Glück so manche Überraschung durchaus möglich ist. 

Chancenreicher Anfang

Von Beginn an waren die Gastgeberinnen auf Augenhöhe mit den Herforderinnen. Beide Teams verzeichneten einige Chancen, etwas Zählbares sprang vorerst aber nicht heraus. Sowohl der TV als auch der HSV wirkten in den ersten Minuten nervös. Das machte sich nicht nur an der doch recht hohen Fehlpassquote bemerkbar, sondern auch dem Auftreten der Spielerinnen vor dem Tor. Beispiele gefälligst? In Minute zehn trat TV-Akteurin Malin Knodel einen Freistoß von rechts scharf und flach an den Fünfmeterraum, dort brachte Julia Hechtenberg jedoch nicht genügend Druck hinter den Ball und produzierte lediglich ein Schüsschen. Wenig später tauchte Anna Mirbach allein vor der HSV-Torhüterin Kira Kutzinski auf und schoss diese aber nur an (15.). Zwei Minuten später jubelte die Jahn-Akteurin dann doch: Die auffällige Neele Detken wurde in der Schnittstelle gut in Szene gesetzt und lief allein auf das Tor zu. Im Strafraum behielt sie die Übersicht und legte auf die besser positionierte Mirbach quer (17.). 

Mit der Führung im Rücken wirkte die Meier-Elf nun wesentlicher wacher. Sie gewann mehr Zweikämpfe und kam mit schönen Kombinationen immer wieder in Richtung HSV-Strafraum. Es dauerte zehn Minuten, bis sich die Herfoderinnen wieder zurechtfanden und nicht nur Fehlpässe produzierten. Stürmerin Giustina Ronzetti hatte TV-Schlussfrau Magdalena Flug schon mit einem Lupfer überwunden, doch die Latte verhinderte den Ausgleich (27.). Chancen gab es nun auf beiden Seiten, und der TV muss sich den Vorwurf gefallen lassen, mit seinen Möglichkeiten zu schludrig umgegangen zu sein. Denn das sollte sich rächen: Nachdem die TV-Abwehr zu hoch aufgerückt war, kam Ronzetti ungehindert zum Abschluss und schob das Leder flach ins rechte Eck – 1:1 (29.). 

Allerdings zeigten die Jahn-Frauen die passende Reaktion auf den Gegentreffer. Statt sich zu verstecken, suchten sie auch weiterhin den Weg nach vorne – mit Erfolg. Stefanie Herzberg passte das Leder rechts zu Detken, die sich in Richtung HSV-Strafraum aufmachte. Und erneut bewies die Nummer elf des TV ein gutes Auge, als sie den Ball nach links in den Lauf von Mirbach legte, die sich nicht zweimal bitten ließ und Jahn wieder in Front brachte (40.). Postwendend glich der Gast durch Ronzetti aber wieder aus, gegen die Stürmerin fanden die Violetten einfach kein Mittel. Meier: "Ich habe es meine Spielerinnen gesagt. Wir wollten sie aus der Partie herausnehmen, aber das hat ja nur mäßig geklappt." 

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten die Herforderinnen. Sie agierten druckvoller, außerdem schafften sie es, die TV-Abwehr das ein ums andere Mal zu überspielen. Allerdings waren es die Delmenhorsterinnen, die zunächst jubelten – erneut dank Mirbach. Sie nutzte einen groben Schnitzer der HSV-Hintermannschaft eiskalt zum 3:2 aus (54.). Und nur wenig später profitierte der TV wieder von einem Fehler der Herforderinnen, diesmal patzte Torhüterin Kutzinski: Mirbach kam über die linke Seite und wollte vermutlich flanken, offenbar rutschte der Ball ihr jedoch über den Fuß, er flog in Richtung des linken Pfostens. Kutzinski dachte, er verfehlt den Kasten, doch stattdessen schlug er nur wenige Zentimeter neben ihr ein (59.).

Fortan agierten die Jahnerinnen deutlich defensiver, Stürmerin Mirbach rückte nun weiter nach hinten. Nichtsdestotrotz gelang Ronzetti aus der zweiten Reihe erneut der Anschlusstreffer (75.). Es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor: Die Herforderinnen drückten auf das Gas, jedoch fiel ihnen nur wenig kreatives sehr. Die Abhängigkeit von Ronzetti war zu offensichtlich. Zwar kam sich auch noch mal vor das Tor, allerdings vollbrachte sie das Kunststück, den Ball aus vielleicht drei Metern über den TV-Kasten zu befördern – alles wollte eben auch ihr nicht gelingen. Meier: "Wir hatten heute sicherlich etwas Glück, das ist aber auch mit den Tüchtigen. Einige Spielerinnen waren an ihren Grenzen. Wir sind stolz und der erste Sieg in der 2. Bundesliga ist legendär."

Region/Bremen Bezirk Weser-Ems TV Jahn Delmenhorst (Frauen) Herforder SV Borussia Friedenstal (Frauen) Frauen 2.Bundesliga Deutschland 2. Frauen-Bundesliga Nord TV Jahn Delmenhorst-Herforder SV Borussia Friedenstal (10/09/2017 16:00)

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