Ehemalige Fürther unter sich: Edgar Prib und Stefan Thesker. Ehemalige Fürther unter sich: Edgar Prib und Stefan Thesker. © Team zur Nieden
Ehemalige Fürther unter sich: Edgar Prib und Stefan Thesker.

Ex-96er Stefan Thesker: Eine Karriere mit Höhen und Tiefen

Am Sonnabend traf Stefan Thesker beim Testspiel in Ilten mit Twente Enschede auf seinen Ex-Verein. Bei Hannover 96 konnte sich der Innenverteidiger nie durchsetzen, doch die Karriere-Achterbahnfahrt mit einem schweren Schicksalsschlag begann erst hinterher. 

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Als sich Stefan Thesker hinter dem Tor von seinem Testspiel-Einsatz gegen Hannover 96 in Ilten erholte, feierten die rund 30 mitgereisten Twente-Fans ihren Kapitän. „Wir wollen Stefan Thesker sehen“, sangen sie.

Und der groß gewachsene Innenverteidiger ging nach wenigen Minuten zu ihnen hin, begrüßte jeden einzeln, machte fleißig Selfies. Vor drei Jahren war die Situation in Ilten beim Testspiel von 96 gegen PEC Zwolle schon einmal eine ähnliche gewesen. 

Dort wollten allerdings hunderte 96-Fans vom damaligen Neuzugang ein Autogramm haben. Der frühere 96-Sportdirektor Dirk Dufner hatte Thesker zusammen mit Kenan Karaman, Maurice Hirsch und Joselu von der TSG Hoffenheim an die Leine gelotst.

So lief das Testspiel von Hannover 96 gegen Twente Enschede

Erinnern werden sich aber wenigsten 96-Fans an den Defensivmann. Schließlich brachte er das Kunststück fertig genau 96 Minuten für Hannover in der Bundesliga zu spielen. Stolz darauf war er nicht, zumal er hauptsächlich als Außenverteidiger ran musste.

Ein halbes Jahr später verließ er 96 schon wieder, ging nach Fürth. Beim Zweitligisten kam der heute 26-Jährige regelmäßig zum Einsatz, bis zu einem Vorfall, der in deutschlandweit bekannt machte. 

Nach einem Streit in einer Nürnberger Diskothek beleidigt er das Sicherheitspersonal, bewarf es mit Geldscheinen und prahlte mit seinem Gehalt. Thesker entschuldigte sich später, sein Verhalten hätte ihn selbst erschrocken. Bei den Franken war er unten durch und machte kein Spiel mehr bei Fürth.

Eine neue Chance bekam der nahe der niederländische Grenze geborene Westfale bei seinem Jugendverein Twente Enschede. Doch dort spielte das Schicksal übel mit ihm mit. Der frühere U-Nationalspieler erkrankte im Februar 2016 an Hodenkrebs. „Mein erster Gedanke war: Wann kann ich wieder Fußball spielen. Bis der Arzt dir gegenüber sagt: Es geht um Ihr Leben“, sagte Thesker später in einem Interview.

Doch der Verteidiger hatte Glück im Unglück. Der Tumor konnte operativ entfernt werden, Thesker musste sich keiner Chemotherapie unterziehen. Bei seinem Comeback 40 Tage später gegen AZ Alkmaar erzielte er gleich zwei Tore. Für ihn heute der schönste Moment seiner Karriere. 

Vor dem Spiel gegen 96 sagte Twente-Manager Jan van Halst mit Blick auf den Ajax-Profi Abdelhak Nouri, der nach einem Herzanfall im Testspiel gegen Bremen schwere und bleibende Hirnschäden davon trug: „Gesundheit ist das Wichtigste. Viel wichtiger als Fußball.“ Das hat auch Stefan Thesker erfahren.

Region/Hannover Hannover 96 (Herren)

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