Lars Stindl im Sportbuzzer-Interview. Lars Stindl im Sportbuzzer-Interview. © dpa
Lars Stindl im Sportbuzzer-Interview.

Überflieger Lars Stindl im Interview: Kampfansage an die DFB-Konkurrenz!

Gladbachs Mittelfeldspieler Lars Stindl: "Ich möchte dem Bundestrainer die Entscheidung natürlich so schwer wie möglich machen".

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Herr Stindl, Sie haben Deutschland im Finale des Confed Cups mit Ihrem Tor zum 1:0 gegen Chile zum Titel geschossen. Haben Sie danach eigentlich einen ausgegeben?

Nach dem Spiel war ja nicht mehr viel Zeit. Wir sind im Hotel zusammengekommen, danach ist dann jeder schnell in seinen wohlverdienten Urlaub gegangen. Aber bei Borussia Mönchengladbach habe ich dann einen ausgegeben. Weil alleine hätte ich es nicht geschafft, soweit zu kommen.

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Fühlt sich das Leben als Confed-Cup-Sieger anders an?

Nicht wirklich. (lacht) Es war einfach ein schönes Erlebnis, im Sommer bei einem so großen Turnier dabei gewesen zu sein. Natürlich wussten wir alle, dass das keine EM oder WM ist. Aber trotzdem: Das war etwas Besonderes – mit einem sehr optimalen Ausgang für uns. Und ich bin einfach froh darüber, dass ich dort zeigen konnte, was ich mir vorgenommen hatte.

Und das war so gut, dass Sie der Bundestrainer jetzt wieder nominiert hat.

Natürlich freut es mich, wieder hier sein zu dürfen. Ich habe in den Wochen mit der Nationalmannschaft im Sommer versucht, ein gutes Bild abzuliefern und zu zeigen, was mich ausmacht – um vielleicht mal in Zukunft wiederkommen zu dürfen. Das ist jetzt der Fall. Ich genieße das. Wir wissen alle, dass der Bundestrainer ein sehr, sehr großes Portfolio hat. Wenn ich an die U21 denke, an den Confed Cup, dann an die etablierten Spieler, die Weltmeister. Da hat er sich seine Gedanken gemacht. Und darüber, dass ich letztendlich wieder eingeladen wurde, bin ich einfach nur glücklich.

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Spüren Sie schon, ob in dem aktuellen Mannschaftgefüge, in dem nun auch wieder die etablierten Spieler sind, etwas anders ist im Vergleich mit der Mannschaft, die beim Confed Cup war?

Natürlich spüre ich, dass sich diese Nationalmannschaft über einen langen Zeitraum und über Turniere gebildet hat. Aber es sind ja wieder viele vom Confed Cup dabei, die ich dort näher kennengelernt habe. Das Gefühl hier ist einfach rundherum positiv und die Weltmeister bilden den Kern.

Hat Ihre durch den Confed Cup verkürzte Sommerpause Auswirkungen auf Ihren Fitnessstand?

Momentan nicht (klopft dreimal auf die Tischplatte). Ich muss ehrlich gestehen, mir am Anfang darüber Gedanken gemacht zu haben, wie das so wird mit einer so kurzen Vorbereitung. Aber ich bin fit, es fühlt sich gut an. Von daher habe ich da jetzt keine Bedenken. Wie das im Laufe der Vorrunde weitergehen wird, muss ich mal sehen. Das ist ja neu für mich. Aber ich gehe nicht davon aus, noch Folgen des Confed Cups zu spüren.

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Joachim Löw hat mit Blick auf die WM 2018 den härtesten Konkurrenzkampf um die Plätze im Kader ausgerufen. Lassen Sie sich durch solche Worte motivieren oder eher einschüchtern?

Weder noch. Grundsätzlich versuche ich natürlich, mich in jedem Spiel zu zeigen und mich anzubieten, um dann mit der ganzen Mannschaft erfolgreich zu sein. Ich möchte einfach noch mal eine andere Variable in unser Spiel einbringen. Ich möchte dem Bundestrainer die Entscheidung natürlich so schwer wie möglich machen. Jeder, der hier dabei ist, hat den Ansporn, auch weiterhin dazuzugehören. Und auch für mich gilt: So lange ich hier bin, werde ich alles dafür tun, auch dabei zu bleiben.

International sind Sie aktuell nur mit dem DFB-Team unterwegs, mit der Borussia hat es nicht für den europäischen Wettbewerb gereicht.

Natürlich haben wir uns gewünscht, wieder international vertreten zu sein. Gerade zum Ende der vergangenen Saison hatten wir noch die Möglichkeit, das zu schaffen. Aber über die gesamte Spielzeit betrachtet hatten wir dann eben doch das ein oder andere Problem zu viel. Da waren uns andere Mannschaften leider voraus. Aber das ist jetzt mit Blick auf die neue Saison nichts Negatives mehr. Wir nehmen es, wie es kommt. Vielleicht tut das einer oder andere Spiel weniger ja auch gut, gerade wenn man an den Saisonendspurt denkt.

In der neuen Saison kommen in jedem Fall wieder Duelle mit Ihrem ehemaligen Verein: dem Aufsteiger Hannover 96. Freuen Sie sich auf das Wiedersehen?

Natürlich hat auch Hannover mich geprägt. Es war eine besondere Zeit, 96 ist ein besonderer Verein. Klar freue ich mich auf die Begegnungen – vor allem auf die im Frühjahr in Hannover.

Haben Sie noch Kontakte zu 96?

Nach einem Abstieg herrscht immer eine gewisse Fluktuation in Vereinen. Spieler kommen, Spieler gehen. Aber zu den Verantwortlichen gibt es noch Kontakt und natürlich auch zu denjenigen, die noch dort sind und schon da waren, als ich für 96 gespielt habe.

Momentan fällt 96 auch wegen Fanaktionen gegen Klub-Boss Martin Kind auf. Wie sehen Sie dieses Thema?

Es ist eine schwierige Situation – und die gab es ja in diesem Zusammenhang schon einmal in Hannover. Meine Ansicht war schon immer: Der Leidtragende ist die Mannschaft, wenn die dann eben mal keinen Support bekommt. Aber wie aktuell die genauen Gegebenheiten sind, auch mit der Diskussion um die 50+1-Angeleggenheit, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Ich hoffe nur für den Verein, dass sich das alles schnell wieder beruhigt.

Diskutiert wird aktuell natürlich auch über den Transfermarkt. Da ist zum Beispiel der 222-Millionen-Euro-Wechsel von Neymar zu Paris Saint-Germain.

Das sind alles Riesensummen. Die sind auch für uns Fußballer nicht mehr greifbar. Die Ablösesummen sind einfach extrem nach oben gegangen. Die Summe für Neymar – unglaublich. Ich hoffe, dass das wieder in andere Regionen geht und sich der Transfermarkt wieder beruhigt. Aber wir müssen uns zumindest mal darauf einstellen, dass das Ganze in den kommenden Jahren weiter nach oben gehen könnte.

Würden Sie sich in ein paar Jahren vielleicht mal von einem Wahnsinnsangebot locken lassen? Vielleicht nach China?

Aktuell überhaupt nicht. Ich fühle mich sehr, sehr wohl in Gladbach – nicht nur sportlich, sondern auch privat. Ich habe den Luxus, bei einem Verein mit großer Tradition und tollen Fans und einer starken sportlichen Perspektive spielen zu dürfen. Von den Verantwortlichen über die Mannschaft bis hin zu den Fans, Gladbach ist einfach klasse. Ich bin damit sehr glücklich und sehe keinen Grund, an meiner Situation etwas zu ändern.

Sie sind glücklich, mit dem, was Sie haben. Andere wie Ousmane Dembele greifen sogar zum Streik, um einen Wechsel zu erzwingen. Können Sie das verstehen?

Die Spieler des betroffenen Vereins (Borussia Dortmund, d. Red.) hatten sich ja gemeinsam dazu geäußert, dass es ein Unding ist. Das war auch der Tenor in Fußballdeutschland. Es ist einfach keine Art und Weise, so den Verein wechseln zu wollen – auch wenn die Anfrage eines so großen Vereins (FC Barcelona, d. Red.) natürlich etwas Besonderes ist. Aber der Ablauf dieses Wechsels war für alle Beteiligten unglücklich. Und für den Spieler keine Art, so mit seinem tollen Beruf umzugehen.

Wollen Sie Ihren tollen Beruf mit der Nominierung für die WM 2018 noch schöner gestalten?

Auf die WM gucken ja alle, die zum Kreis der Nationalmannschaft gehören. Grundsätzlich verfolge ich meine Ziele bei der Borussia. Da will ich meine Leistung zeigen - und dadurch hoffentlich auch noch lange in der Nationalmannschaft bleiben.

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