18. Januar 2018 / 15:21 Uhr

Kreisliga Gifhorn: Überflieger, Remiskönige und Kurzarbeiter

Kreisliga Gifhorn: Überflieger, Remiskönige und Kurzarbeiter

Redaktion Sportbuzzer
Wilsche
Gewohntes Bild: Wilsche/Neubokel durfte nach jeder seiner 15 Partien jubeln. © Cagla Canidar
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Die erste Saisonhälfte der Fußball-Kreisliga Gifhorn war vor allem vom starken Auftritt des VfR Wilsche/Neubokel geprägt – doch auch bei den anderen Teams ging es spannend zu, wie unser AZ/WAZ-Rückblick zeigt.

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VfR Wilsche/Neubokel

Am VfR führte kein Weg vorbei: Wilsche gewann inklusive Wittinger-Kreispokal sämtliche bisherigen Pflichtspiele, grüßt daher verlustpunktfrei und mit satten zwölf Zählern Vorsprung von der Spitze. „Das war bislang ordentlich, aber es waren einige knappe Ergebnisse dabei. Ich denke nicht, dass es nahtlos so weitergehen wird“, erklärt VfR-Coach Bernd Huneke. Aber: „Die Mannschaft macht einen guten Eindruck, ist eine komplette Einheit. Es gilt, unsere Form fortzusetzen.“ Genau das dürfte der Rest der Liga fürchten – der Titelgewinn scheint für Überflieger VfR nur noch Formsache.

SV Westerbeck

Besser hätte es für den SV nach dem Kreisliga-Aufstieg kaum weitergehen können – zweite Kraft hinter Überflieger Wilsche zu sein, ist ein beeindruckendes Abschneiden. „Mit dem, was die Jungs geleistet haben, bin ich absolut zufrieden“, freut sich Coach Hartmut Müller. „Sie haben sich reingehängt, waren mit Eifer dabei – da muss man nicht von Aufstiegs-Euphorie sprechen.“ Westerbecks Plus: der breite Kader. „Wenn jemand ausfällt, stehen fünf, sechs Spieler an, die ihn eins zu eins ersetzen können“, so Müller. „Das zeichnet uns aus, wir sind eine sehr ausgeglichene Mannschaft.“

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Nach der Hinrunde: Die Top-11 der Fußball-Kreisliga Gifhorn

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SV Leiferde

Dritte Kraft: Obwohl die Leiferder zwischenzeitlich eine Durststrecke von fünf Spielen ohne Sieg verzeichneten, hielt das Team trotzdem Platz drei. Möglich machten es ein guter Start und die Ergebnisse der Konkurrenz. „Die Liga ist sehr ausgeglichen“, weiß Leiferdes Manuel Deppe. „Wir sind derweil wieder ein bisschen eingebrochen, hatten mit Verletzungs-Pech zu kämpfen. Das Gute ist aber, dass wir immer noch Dritter sind. Wir wollen natürlich Gas geben, um eine gute Rückrunde zu spielen.“ Und, um Coach Ralf Keller einen würdigen Abschied zu bereiten – er verlässt das Team nach der Saison.

FC Brome

Nach Platz zwei im Vorjahr stand der FCB auf vielen Favoriten-Zetteln ganz oben, an der Tabellenspitze mischen die Bromer bislang aber noch nicht mit. „Es wird allerdings oft vergessen, dass wir immer noch an einem Fundament arbeiten“, sagt FC-Coach Mark-Oliver Schmidt. „In den letzten zwei Jahren haben wir die Mannschaft ex-trem verjüngt. Deshalb ist es top, wenn wir mit der jungen Mannschaft da oben mitwuseln.“ Schmidts Plan für die zweite Saisonhälfte: „Wir wollen kontinuierlich weiterarbeiten.“

VfL Knesebeck

Von einem guten Start kann der VfL nicht sprechen: Zum Auftakt gab’s ein 1:3 in Wilsche, der erste Sieg folgte erst im fünften Spiel (2:1 beim VfL Wittingen) – und dann ging es bergauf: Vor dem Erfolg spielte Knesebeck bereits 3:3 gegen den VfL Vorhop, startete damit eine Serie von sieben Spielen ohne Niederlage – auch deshalb reichte es zur Winterpause zu Platz fünf. „Deshalb herrscht schon eine gewisse Zufriedenheit“, erklärt VfL-Trainer Detlef Weber. „Gegen Vorhop haben wir ein 1:3 aufgeholt, das gelang uns dann immer häufiger. Nach einiger Zeit hatten sich die jungen und neuen Spieler gut eingefunden.“ Webers Bilanz: „Insgesamt haben wir sehr gute Auftritte gezeigt.“ Wichtiger war Weber aber: „Wir haben uns stabilisiert. Zwar hatten wir regelmäßig Ausfälle, konnten das aber kompensieren. Gut war auch, dass wir viele Spiele in den letzten Minuten entscheiden konnten.“

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Hinrundenüberblick der Kreisliga Gifhorn in der Saison 17/18

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SV Meinersen

Es war einiges los bei der SVM: Schon nach zwei Spielen trennte man sich von Trainer Ulrich Laudien, Peter Placinta übernahm das Team. Unter ihm verbesserte sich die Ausbeute, aber einen Sieger gab es bei Partien der SVM selten – sieben Unentschieden sind gemeinsam mit dem TSV Rothemühle Liga-Rekord, vier Remis gab es sogar direkt hintereinander. „Mit Platz sechs bin ich aber noch zufrieden“, so Placinta. „Auch wenn es eng ist, schauen wir in der Tabelle nicht nach oben, sondern nach unten.“

SV Groß Oesingen

Mitten im breit gefächerten Tabellen-Mittelfeld findet sich Oesingen auf Rang sieben wieder – nicht ideal, wie SV-Coach Torben König findet: „Wir sind ein bisschen hinter unseren Ansprüchen zurückgeblieben.“ Die lauten: Ein Platz unter den Top Fünf. Dass es damit nicht klappte, lag auch an der Personalsituation: Wegen vieler Ausfälle zu Saisonbeginn „hatten wir einen schlechten Start“, erinnert sich König. Zwar gab’s ein 3:2 gegen den SV Triangel zum Auftakt, danach musste Oesingen aber sechs Partien auf seinen nächsten Sieg warten. „Mit dem 3:2 gegen den VfL Vorhop haben wir den Bock umgestoßen“, so König. In der Tat war es der erste von vier Erfolgen in Serie. „Zum Jahresende ist uns dann ein bisschen die Kraft ausgegangen“, so König weiter. Aber: „Bis auf Wilsche ist noch keine Mannschaft enteilt.

SV Triangel

Der zweite Aufsteiger hatte es nicht leicht: Triangel brauchte eine Weile, um eine Klasse höher in Fahrt zu kommen, erst im sechsten Spiel gab es mit einem 2:1 gegen den TuS Müden-Dieckhorst den ersten Saisonsieg für den Neuling. „Am Anfang haben wir uns schwergetan. Eigentlich wollten wir die Aufstiegs-Euphorie mitnehmen, aber gerade zu Beginn waren wir kaum vollzählig“, resümiert Triangels Trainer Robert Müller. „Wir haben eine gute Truppe, aber alle kann man nicht ersetzen. Außerdem waren wir von der Spielweise in der Kreisliga etwas überrascht.“ Nachdem sich der SVT aber zurechtgefunden hatte, lief es immer besser: Die letzten Spiele vor der Winterpause wurden allesamt gewonnen, Platz acht war das Ergebnis – durch viele Spiel-Ausfälle aber mit nur zwölf Partien auf dem Konto. Weniger hat kein anderes Team der Liga.

VfL Germania Ummern

Es war eine durchwachsene Hinrunde für die Germanen: Nach ordentlichem Start fehlte nach dem 0:4 beim VfR Wilsche/Neubokel mit Vitali Sterz der Dreh- und Angelpunkt des Teams verletzt, eine lange Durststrecke begann. „Wir standen fast ganz unten“, erinnert sich Ummerns Coach Michael Alms. Sobald Sterz wieder da war, ging es wieder bergauf – bis auf Rang neun. „Wenn wir alle an Bord haben, sind wir ganz anders aufgestellt“, bekräftigt Alms. Ein gutes Beispiel sei das 3:3 gegen Westerbeck gewesen. Alms: „Da hat man es gesehen, das sollte uns Zuversicht für die Rückrunde geben.“

TSV Rothemühle

Für den TSV galt bisher ein Stichwort: Knapp. Sieben Remis sind gemeinsam mit der SV Meinersen Liga-Rekord, bei keinem seiner drei Siege erzielte er mehr als zwei Tore mehr als der Gegner. „Unser großes Handicap ist, dass wir die Chancen, die wir uns erspielen, nicht ummünzen“, erklärt Rothemühles Trainer Thorsten Meyer. Die Offensive ist nach der des MTV Wasbüttel mit nur 20 Treffern die harmloseste, zudem gewann der TSV bislang nur daheim – auswärts reichte es maximal zu Punkteteilungen. „Manchmal hätte es schon gereicht, wenn wir ein Tor mehr pro Spiel geschossen hätten“, so Meyer, der aber optimistisch bleibt: „Letztes Jahr hatten wir zur Winterpause gerade einmal sechs Punkte.“

Wesendorfer SC

Eigentlich sah es anfangs für Wesendorf gar nicht schlecht aus: Drei seiner ersten fünf Partien gewann der WSC, hatte zeitweise sogar Platz drei inne. Langsam, aber sicher wurde man in der Folge im Tableau durchgereicht, bis man zur Winterpause auf Rang elf ankam. Das war auch der Personalsituation geschuldet, Trainer Matthias Hopp musste in gleich acht Partien selbst die Schuhe schnüren. Neben einiger ausgefallener Spiele halfen auch ein 0:7 beim SV Westerbeck und ein 1:3 gegen den MTV Wasbüttel nicht...

TuS Müden-Dieckhorst

Elf Punkte aus 14 Spielen sind wahrlich keine Bilanz, auf die man stolz sein kann – das sieht auch TuS-Coach Sven Arne Börner so: „Zufrieden sind wir natürlich nicht. Es lief nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten.“ Und zwar auch, weil der Ehrgeiz zu wünschen übrig ließ. Börner: „Einige Spieler haben nicht die richtige Einstellung auf den Platz gebracht. Außerdem haben wir viel zu viele und zu einfache Gegentore bekommen.“ Insgesamt schlug es 39 Mal im TuS-Gehäuse ein – öfter als bei jedem anderen Team der Liga. Börner resümiert: „Wir haben einige glückliche Punkte geholt, aber auch mit Pech welche liegengelassen.“ So gab es beim FC Brome ein 3:4, auch beim 1:2 beim SV Triangel fehlte nicht viel zu Zählbarem.

MTV Wasbüttel

Für den Bezirksliga-Absteiger war es keine leichte erste Saisonhälfte: Erst Ende Oktober holte Wasbüttel seinen ersten Saisonerfolg, mit dem 3:1 gegen die SV Leiferde platzte endlich der Knoten. Zwar lässt die Ausbeute von zehn Punkten bislang noch jede Menge Luft nach oben, aber „die meisten haben wieder verstanden, wie Fußball gespielt wird: miteinander“, erklärt MTV-Coach Holger Haustein-Bastian. Er wechselte zusammen mit Co-Trainer Marcel Neumann vom SSV Kästorf II nach Wasbüttel, einige Spieler folgten. Mit ihnen und den bereits vorhandenen MTVern galt es, eine neue Einheit zu formen. „Da ist noch so viel, was es zu schaffen gilt“, weiß Haustein-Bastian. Aber: „Wenn die Mannschaft unseren Weg als Trainer mitgeht, sind wir auf dem richtigen Weg.“ Der führte nach langer Zeit auf den Abstiegsplätzen bislang zumindest auf Rang 13.

VfL Vorhop

Viel lief in Vorhop nicht zusammen: Drei Siege, ein Remis, ganze zehn Pleiten und Platz 14 lautet die Bilanz der ersten Saisonhälfte. Zudem gab’s Ende Oktober auch noch die Trennung von Coach Thorsten Thielemann, die der Mannschaft einen neuen Impuls geben sollte – das klappte: Beim 4:2 im wichtigen Kellerduell gegen Wasbüttel gab’s mit Sebastian Sommer am Ruder den zweiten Saisonerfolg, danach hielt der VfL die starke Wilscher Offensive bei nur einem Treffer, bezwang danach auch noch die SV Leiferde mit 2:0. Für Vorhops Vorsitzenden Nicky Urbanitsch auch ein Verdienst von Spielertrainer Sommer: „Er ist in die Bresche gesprungen und hat die Mannschaft, den Vorstand und die Zuschauer mit seiner positiven Einstellung mitgerissen.“

VfL Wittingen

Nach Platz fünf im Vorjahr hatten viele den VfL als Mitfavoriten auf den Titel auf dem Zettel – stattdessen landete Wittingen nach einer katastrophalen Hinrunde auf dem letzten Platz. Der Grund? „Ganz einfach: Viele Verletzte. Wir hatten zwölf verschiedene Mannschaften in 13 Spielen auf dem Platz“, berichtet VfL-Trainer Torsten Haase, der aus beruflichen und sportlichen Gründen im Januar von Peter Dierks als Coach abgelöst wurde. „Wir sind zu Recht Letzter. Aber die Mannschaft hat gut weitergearbeitet“, schränkt Haase ein. „Ich hatte einfach nur zu wenig Spieler zur Verfügung.“

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