29. Januar 2018 / 23:59 Uhr

Unerreichbarer FC Bayern: Was kann die Liga tun?

Unerreichbarer FC Bayern: Was kann die Liga tun?

Patrick Strasser
Seit der Saison 2012/2013 hat der FC Bayern jedes Jahr die Bundesliga gewonnen. Und der Abstand zwischen dem FCB und dem Rest der Liga wird immer größer.
Seit der Saison 2012/2013 hat der FC Bayern jedes Jahr die Bundesliga gewonnen. Und der Abstand zwischen dem FCB und dem Rest der Liga wird immer größer. © imago/Peter Widmann
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Mit 16 Punkten Vorsprung führt der FC Bayern München die Bundesliga an - und das bereits im Januar. Der Meisterkampf ist entschieden, die letzten verbliebenen Fragen lauten: Wie früh werden die Bayern dieses Jahr Meister? Und was kann die DFL für die Spannung in der Liga tun?

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Wie frech! Die Hoffenheimer haben ihre Majestät den FC Bayern München, den Souverän der Bundesliga, an diesem Wochenende kurz genervt, mit der 2:0-Führung nach elf Minuten sogar geschockt. Zwei so frühe Tore auf bayerischem Territorium waren zuletzt dem MSV Duisburg gelungen, im Januar 1977 war das. Das Spiel endete 2:2. Diesen Samstag schlug das Imperium entschlossener zurück. Nach behäbigem Start und dank der Hallo-Wach-Therapie durch die mutigen Gäste, den Mini-Angstgegner des Jahres 2017, trafen Robert Lewandowski, Jérôme Boateng, Kingsley Coman, Arturo Vidal und der eingewechselte Sandro Wagner. Partie gedreht, 5:2.

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50 von 60 möglichen Punkten hat Bayern auf dem Konto, thront 16 Zähler vor dem Zweiten – ein wahrer Graben zwischen dem Primus und der Konkurrenz. Und das im Januar! Die Meisterschaft, die sechste hintereinander, ist bereits im März möglich. Wird es die schnellste? 2014 packten es die Guardiola-Bayern am 27. Spieltag, als erster März-Meister der Liga-Historie. "Wir präsentieren uns als Mannschaft, arbeiten füreinander", erklärte Trainer Jupp Heynckes, "wir bügeln Fehler aus, der eine ist für den anderen da." Macht sieben Jupp-Erfolge in der Liga hintereinander, Zwölf von 13 seit Amtsantritt im Oktober. Mit Bayern hat er insgesamt nun 150. Die Bayern sind unumstößlich, wirken unabsteigbar vom Thron.

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Ihre Dominanz erdrückt die Liga. Sie verstärken den Kader kontinuierlich, zuletzt mit Wagner als Minuten-Joker, im Sommer mit Leon Goretzka vom FC Schalke, der dadurch wiederum an Qualität verliert. Es gibt hierzulande keine echten Gegner, für die Lieferung der Meisterschale nach München kann die DFL einen Dauerauftrag einrichten. Der Titel im Abo, Spannung war einmal. Wird Bayern nun auf ewig Meister?

Doch was könnte die DFL tun, damit es wieder einen echten Zwei- oder Dreikampf um den Titel gibt, damit man das Produkt Bundesliga in der Auslandsvermarktung besser anpreisen und verkaufen kann? Selbst in Spielen wie gegen Hoffenheim schöpfen die Münchner nicht ihr ganzes Potenzial aus und gewinnen am Ende doch (recht locker).

Play-offs einführen: Wie im Basketball oder Eishockey könnten die besten acht nach Hin- und Rückrunde den Meister ausspielen, beginnend mit dem Viertelfinale (best of three). Der Vorteil: ein echtes Finale und Spannung bis zum Schluss. Schalkes Sportvorstand Christian Heidel: "Man muss darüber irgendwann nachdenken, sollten die Bayern die nächsten 24 Jahre Meister werden." Tendenz: eines Tages denkbar. Zumindest eine Meisterrunde der besten vier bis acht mit Hin- und Rückspiel wie etwa in der belgischen oder schottischen Liga.

Die 50+1-Regel abschaffen: Bisher dürfen Investoren die Stimmenmehrheit bei Kapitalgesellschaften, in die Fußballvereine ihre Profimannschaften ausgegliedert haben, nicht übernehmen. "Ich bin dafür, dass jeder Verein selbst entscheidet, ob er die Tür für fremdes Kapital aufmacht", sagt FCB-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, "wir sind die letzte der Top-5-Ligen in Europa, die sich diesen Luxus noch leistet." Tendenz: Die Regel wird in wenigen Jahren gekippt. Auch damit die Bundesliga-Vereine im Europapokal wieder konkurrenzfähiger sind.

Hier lesen: SPORTBUZZER-Umfrage: 50+1 - Sollte sich die Bundesliga für Investoren öffnen?

Die vielbesprochene 50+1-Regel dürfte in den nächsten Jahren ohnehin kippen.
Die vielbesprochene 50+1-Regel dürfte in den nächsten Jahren ohnehin kippen. © imago/Sven Simon

Andere Verteilung der TV-Gelder: Unwahrscheinlich. Denn dank Bayern erwirtschaftet die Liga immer höhere Summen im Pay-TV und auf dem Free-TV-Markt. Da würden Hoeneß und Rummenigge nicht mitmachen.

Der FC Bayern spült das meiste Geld in die Kassen der Liga. Eine neue TV-Gelder-Verteilung scheint daher unwahrscheinlich.
Der FC Bayern spült das meiste Geld in die Kassen der Liga. Eine neue TV-Gelder-Verteilung scheint daher unwahrscheinlich. © imago/Michael Weber

Draft-System wie in US-Profiligen: In den USA dürfen die schwächsten Teams der Ligen, etwa im Basketball, die besten Nachwuchsspieler aus dem Schul- und Hochschulsport der Colleges verpflichten. Nicht realistisch. Dann hätte ein Joshua Kimmich vor zweieinhalb Jahren zum Fast-Absteiger Hamburger SV wechseln MÜSSEN.

Joshua Kimmich beim HSV? Schwer vorstellbar.
Joshua Kimmich beim HSV? Schwer vorstellbar. © imago/GEPA Pictures

Gehaltsobergrenzen: Als "Salary Cap" (Gehaltsbeschränkung) bezeichnet man etwa in der nordamerikanischen Football-Profiliga NFL den Maximalbetrag, den eine Mannschaft in einer Saison für ihre Spielergehälter aufwenden darf. Auch eine Obergrenze für Ablösesummen scheint auf dem expandierenden Markt Fußball nicht umsetzbar. Fazit: Bayern wird Meister. Und Meister. Und Meister. Außer man verpflichtet mal wieder einen Trainer à la Jürgen Klinsmann …

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