11. November 2018 / 18:25 Uhr

Unfassbarer Villadsen – SC DHfK Leipzig dreht Spiel gegen GWD Minden

Unfassbarer Villadsen – SC DHfK Leipzig dreht Spiel gegen GWD Minden

Matthias Roth
Keeper Rene Villadsen sorgte mit seinen Paraden für die Wende im Spiel des SC DHfK Leipzig. 
Keeper Rene Villadsen sorgte mit seinen Paraden für die Wende im Spiel des SC DHfK Leipzig.  © Alexander Prautzsch
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Die Bundesliga-Handballer des SC DHfK sind weiter im Vorwärtsgang unterwegs. Mit einem 26:25-Sieg gegen GWD Minden ist die Mannschaft von Trainer André Haber auf Rang 13 vorgerückt. Erfolgsgarant war Torhüter René Villadsen.

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Leipzig. Das war ein hartes Stück Arbeit und Mitte der zweiten Halbzeit hatten einige Zuschauer ihr Team schon abgeschrieben. Wenig klappte und der Gegner traf nach Belieben. Dann brachte Trainer André Haber mit Torhüter René Villadsen den entscheidenden Mann in der Schlussphase aufs Parkett. Mit einer unglaublichen Aufholjagd hat der SC DHfK Leipzig den zweiten Bundesligasieg in Folge perfekt gemacht. Gegen GWD Minden reichte es am Ende noch zu einem 26:25 (12:14). Wegen den gleichzeitigen Niederlagen von Gummersbach, Erlangen und Lemgo verschaffen sich die Sachsen etwas Luft im Tabellenkeller und klettern auf den 13. Tabellenrang. „Dieser Erfolg spricht viel für die Moral der Mannschaft und auch der Fans“, so Haber.

Alle wollten nach dem Abpfiff zu Villadsen. Journalisten baten um ein Interview, Besucher machten Selfies mit ihm und die Fans luden ihn zu einem kalten Bier ein. Der dänische Keeper hat dem SC DHfK Leipzig den Sieg gerettet. Mit seiner Einwechslung kippte die Partie zu Gunsten der Leipziger. Villadsen hielt einen Ball nach dem anderen und die Gastgeber drehten einen 19:23-Rückstand in der 51. Minute in den am Ende knappen Erfolg. „Wir haben als Mannschaft den Kasten zugenagelt“, lobt der Torhüter seine Vorderleute in der Abwehr. Und Trainer Haber hatte auch jede Menge Lob für die Keeperkollegen Milos Putera und den verletzten Jens Vortmann übrig. „Wir müssen beide mit ins Boot holen, mir gefällt einfach die Kommunikation im Torhüterteam“, so Haber.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Heimspielsieg gegen GWD Minden

Mit einer großartigen kämpferischen Leistung hat der SC DHfK Leipzig das Team von GWD Minden mit 26:25 niedergerungen. Zur Galerie
Mit einer großartigen kämpferischen Leistung hat der SC DHfK Leipzig das Team von GWD Minden mit 26:25 niedergerungen. ©
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Lange Zeit sah es allerdings nach einer weiteren Heimpleite für die Grün-Weißen aus. Der SC DHfK dominierte zwar in den ersten zehn Minuten die Partie, vor allem mit einer bärenstarken Abwehrreihe. Danach stellte sich Minden besser aufs Spiel ein und griff in der Defensive nun beherzter zu.

Was beide Teams allerdings gemeinsam hatten, waren die vielen technischen Fehler. Anspiele ins Niemandsland, Pässe ins Aus, Bälle neben das leere Tor: Die Zuschauer bekamen die gesamte Palette geboten. Minden konnte so den zwischenzeitlichen Drei-Tore-Vorsprung nicht ausbauen, Leipzig aber auch nicht verkürzen. Besonders bitter: Auch eine doppelte Überzahl nutzte dem SC DHfK nichts, Minden verteidigte eine knappe Führung bis zum Seitenwechsel.

Statt einer Aufholjagd in der zweiten Halbzeit sahen die 3119 Zuschauer weiter dominierende Gäste. „Jetzt müssen wir aufhören zu denken alle sind gegen uns. Wir müssen selber unseren Job erfülen“, forderte Haber während seiner Auszeit in der 40. Minute. In dieser Phase habe es sich nicht nach einer Aufholjagd angefühlt, gab er später zu. Zwar traf Philipp Weber mit am Ende zehn Toren dieses Mal wieder sicher vom Siebenmeterpunkt und auch aus dem Spiel heraus, insgesamt machte der SC DHfK aber weiter zu viele Fehler. Bis dann die Villadsen-Show begann. GWD-Trainer Frank Carstens blieb trotz der Paraden ruhig. Ansprache in seiner letzten Auszeit beim Stand von 24:24 rund zwei Minuten vor Schluss: „Es ist alles cool. Wir machen jetzt ein Tor und holen uns hinten einen Ball“, so der Coach. Der Plan ging nicht auf. Nach einer weiteren Glanztat von Villadsen brachte Niclas Pieczkowski seine Mannschaft in Führung, die der SC DHfK bis zur Schlusssirene verteidigte. „Ich hatte am Ende das Gefühl, wir spielen mit Angst“, schätzte Carstens ein.

Am kommenden Sonntag spielen die Leipziger bei den Eulen in Luwigshafen, reisen nun mit breiter Brust an und können bei einem weiteren Erfolg den Anschluss ans Mittelfeld herstellen.

Die Trainer bei der Pressekonferenz

André Haber: „Wir sind heute nur über Moral zurück ins Spiel gekommen. Da war die Mannschaft besser als ich. Ich hatte nach 45 Minuten und 5 Toren hinten, wirklich gezweifelt. In der ersten Hälfte haben wir nicht kontinuierlich genug gespielt und hatten eine relativ hohe Fehleranzahl. Ab der 45. Minute so eine Verbesserung zu sehen, hat mich stolz gemacht. Ich mache das nicht oft, Spieler hervorzuheben: Aber Rene Villadsen hat uns heute etwas Besonderes gegeben. Eine wirklich starke Leistung.“

Frank Carstens: „Glückwunsch an den SC DHfK für die kämpferische und moralische Leistung. Bemerkenswerte Unterstützung kam von den Fans - was da für Kräfte freiwerden! In der zweiten Hälfte haben uns die Alternativen gefehlt. Die Kreativität und Ausdauer aus der ersten Hälfte hat gefehlt. Da muss ich auch kritisch sagen, wir hätten höher führen müssen. Auch in der zweiten Hälfte waren wir kämpferisch gut, aber in der Verteidigung hat einiges gefehlt. Eine faire Niederlage.“

SC DHfK: Putera, Villadsen – Semper 3, Rojewski, Jurdzs, Krzikalla 3, Janke 1, Pieczkowski 2, Roscheck, Weber 10/4, Hellmann, Remke 2, Gebala, Milosevic 3, Esche, Santos 2

GWD Minden: Christensen, Sonne-Hansen – Mansson 1, Nowatzki, Savvas, Korte, Pusica 5, Gullerud 2, Michalczik 3, Kister, Staar, Doder 3, Cederholm 7, Guliksen 1, Zvizej 3/1

Siebenmeter: DHfK 4/4, GWD 1/2

Zeitstrafen: DHfK: 2 Minuten, GWD: 10 Minuten

Zuschauer: 3119

Matthias Roth/Tilmann Kortenhaus

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