Ein Schuss, kein Treffer: Auch TuS-Kapitän Nico Riekers war gegen Schwarme – hier mit Cengiz Yalcin (links) – nicht erfolgreich. Am Ende gab es mehr Rote Karten als Tore. © Janina Rahn

Unglaubliche Kartenflut

TuS Sudweyhe muss die Aufstiegsfeier nach dem 1:1 gegen Schwarme verschieben / Sieben Platzverweise

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Die Kreisliga-Fußballer des TuS Sudweyhe konnten die Steilvorlage nicht nutzen, die ihnen Verfolger TuS Kirchdorf mit dem Remis gegen Vilsen lieferte. Gegen den TSV Schwarme kam der Spitzenreiter lediglich zu einem 1:1 (0:1)-Unentschieden und muss den Aufstieg zunächst einmal um eine Woche verschieben. Für den Gesprächsstoff des Spiels sorgte jedoch Schiedsrichter Jörg Uhde (TSV Asendorf), der sage und schreibe sieben Akteure des Feldes verwies.

Wer jetzt jedoch vermuten würde, die Begegnung verlief überhart oder gar brutal, der irrt. Die fünf Roten beziehungsweise zwei Gelb-Rote Karten verteilte Uhde allesamt im zweiten Abschnitt einer umkämpften, aber keineswegs unfairen Partie. Doch es wurde auch Fußball gespielt. In der Anfangsphase tat dies der Außenseiter aus Schwarme gar nicht schlecht und ging nach acht Minuten in Führung. Marvin Just traf nach Vorarbeit des sehr agilen Julian Albrecht, der von seinen Mitspielern immer wieder gesucht wurde. „Wir haben die Räume schön eng gemacht und die entscheidenden Sudweyher Akteure weitgehend neutralisiert“, sah Schwarmes Coach Jörg Beese eine couragierte Vorstellung seines Teams. Zwar erarbeiteten sich die Gastgeber dann ein Übergewicht, doch etwas Zählbares kam trotz einiger guter Gelegenheiten vorerst nicht heraus.

Farbenfrohe zweite Hälfte

Nach dem Seitenwechsel kam reichlich Farbe ins Spiel, in Form von Roten Karten und Ampelkarten. Die erste glatte Rote Karte erhielt Sudweyhes Innenverteidiger Timo Diephaus nach einer Notbremse an Albrecht – völlig zu Recht (54.).

Vier Minuten später trat TuS-Offensivkraft Nicolai Gräpler gegen Marcel Mellendorf nach und sah ebenfalls Rot. Es folgte eine Tätlichkeit des Schwarmers Thomas Knief, der auch den Roten Karton erhielt (62.). Zur Abwechslung rollte dann wieder mal der Ball. Trotz Unterzahl drängte der Tabellenführer auf den Ausgleich und wurde spät belohnt. Der eingewechselte Dominik Schröder stoppte die Kugel mit der Brust und versenkte sie dann volley aus der Distanz ins Schwarmer Gehäuse (85.).

Danach überschlugen sich die Ereignisse und Schiedsrichter Uhde entglitt dieses Spiel endgültig. Torben Meyer sah zunächst die Ampelkarte (90.+1). Es folgte Sudweyhes Nico Riekers mit Gelb-Rot (90.+4), gefolgt von Teamkollege Jan-Ove Bäker, der nach Foul an Albrecht wiederum glatt Rot sah (90.+4). Während dieser mehr als turbulenten Minuten trafen die Sudweyher zudem noch drei Mal Aluminium. Maik Behrens scheiterte zunächst per Kopfball am Querbalken (90+2), wenige Augenblicke später streifte sein Schuss den rechten Pfosten (90.+3). Und auch Bäkers Freistoß-Geschoss landete am Pfosten (90.+3). „Die Schwarmer haben das zunächst gut gemacht und uns vor Probleme gestellt. Dieses Spiel hätten wir aufgrund der Vielzahl unserer Chancen jedoch auch in Unterzahl gewinnen müssen“, fasste Sudweyhes Coach Wilco Freund zusammen. Ihr Ziel, den Spitzenreiter zu ärgern, erreichte die Elf von Jörg Beese. „Wir wollten Spaß haben und die vorzeitige Aufstiegsfeier der Sudweyher verhindern“, so der Schwarmer Trainer.

Der letzte Akt der äußerst spektakulären Schlussphase blieb Schiedsrichter Uhde vorbehalten, der nach dem Schlusspfiff erneut eine Rote Karte zückte. Dieses Mal erwischte es Marco Haut wegen Schiedsrichterbeleidigung, übrigens der fünfte Sudweyher, der Rot oder Gelb-Rot sah.

Region/Bremen TSV Schwarme (Herren) TUS Sudweyhe (Herren)

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