09. Juni 2016 / 18:41 Uhr

"Union Berlin war mein ganz großes Highlight"

"Union Berlin war mein ganz großes Highlight"

Lennart Wunderlich
Tino Stein durfte bereits ein Testspiel von Union Berlin leiten.
Tino Stein durfte bereits ein Testspiel von Union Berlin leiten. © Privat
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Brandenburgliga: Tino Stein pfeift mit 23 Jahren bereits in Brandenburgs höchster Spielklasse.

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Sie sind diejenigen, ohne die wir als Fußballer kein Spiel bestreiten könnten: die Schiedsrichter. Ohne sie müssten 22 Kicker vergeblich auf einen Anpfiff warten. Deshalb stellen wir ab sofort einmal wöchentlich einen Unparteiischen vor – dieses Mal ist Tino Stein vom SV Grün-Weiß Brieselang an der Reihe.

Tino Stein ist seit 2008 als Schiedsrichter aktiv. Aktuell leitet er Spiele in Brandenburgs höchster Männer-Spielklasse und durfte sogar schon Bundesliga-Luft schnuppern. Diese Woche ist der sportbegeisterte Brieselanger unser "Schiedsrichter im Blickpunkt" und schaut mit uns auf seine achtjährige Laufbahn zurück. Dabei hat er unter anderem von Union Berlin und einem F-Junioren-Spiel zu berichten.

Stein: "Der Weg ist noch nicht am Ende" 

Stein begann bereits in jungen Jahren aktiv Fußball zu spielen. Schon im F-Junioren-Alter schloss er sich dem SV Grün-Weiß Brieselang an. Dort durchlief er alle Junioren-Teams und fing im Jahr 2008 zudem an auch die andere Seite eines Fußballspiels zu sehen, die eines Schiedsrichters. Als dann der Wechsel in eine Männermannschaft anstand, entschloss sich der ehemalige Innenverteidiger sich komplett dem Pfeifen zu widmen. "Das war damals schon ein enormer Zeitaufwand zu pfeifen und aktiv zu spielen. Von daher habe ich schon gezweifelt, ob ich mich den Männern von Brieselang anschließen möchte. Als dann der neue Sponsor bei Brieselang einstieg und sich das Niveau in der ersten Männermannschaft erhöhte, sah ich keine Chance mehr mich dort durchzusetzen und entschied mich nur noch als Schiedsrichter aktiv zu sein", erklärt Stein seine damalige Entscheidung.

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Eine gute Entscheidung wie sich zeigte, schließlich stieg der heute 23-Jährige so gut wie jedes Jahr auf. Lediglich in der Landesklasse pfiff er zwei Jahre. Seit ebenfalls zwei Jahren pfeift er nun bereits in der Brandenburgliga und bis zum Ende der Saison noch in der B-Junioren-Bundesliga. "Das war eine tolle Zeit in der Junioren-Bundesliga, dort konnte man eine Menge lernen", erinnert sich Stein bereits heute gern zurück. Doch auch in die Zukunft blickt der Verbandsliga-Schiedsrichter optimistisch: "Der Weg ist noch nicht am Ende. Vielleicht ist noch ein Aufstieg möglich. Spiele zu leiten bereitet mir sehr viel Freude und es ist mein Hobby, da ist es schön damit auch Erfolg zu haben. Ein festes Ziel habe ich aber nicht, ich weiß auch, dass der Schritt von der Brandenburgliga in die Oberliga ein sehr großer ist."

F-Junioren-Spiel vor dem Sportgericht

Besonders viel Freude und Erfolg erlebte Tino Stein auch, als er am 27. Juni 2015 ein Testspiel zwischen dem MSV Neuruppin und Union Berlin leiten durfte: "Es ist bereits jetzt ein ganz großes Highlight in meiner bisherigen Karriere. Es war ein riesen Spaß vor so vielen Leuten ein Spiel eines Zweitliga-Teams zu leiten." Das Spiel konnten die Unioner damals mit 10:1 gewinnen, nachdem Neuruppin überraschend nach neun Minuten in Führung gegangen war. Doch auch negative Erlebnisse widerfuhren dem jungen Referee bereits. Dabei konnte er für seine erste Negativerfahrung nicht einmal etwas. Ganz am Anfang seiner Schiedsrichter-Laufbahn leitete der heutige Student eine Partie der F-Junioren. Vor einem Schiedsrichter-Ball erklärt er einem Spieler, dass sein Gegenspieler ihm den Ball zuspielen wird: "Der Gegenspieler hat das aber falsch verstanden, nahm sich den Ball und schoss ein Tor. Der Spieler mit dem ich zuvor gesprochen habe fing daraufhin an zu weinen", erinnert sich Stein.

Diese Szene wurde später vor dem Jugendsportgericht verhandelt, was den damaligen Jugendlichen jedoch glücklicherweise nicht von seinem Weg abbrachte: "Da auch vor dem Gericht bestätigt wurde, dass ich an dem Tor keine Schuld trug, hat mich diese Geschichte auch nicht umgehauen." Viel schlimmer findet Stein jedoch, was ihm in einem Landesklasse-Spiel bei den Falkenthaler Füchsen passierte: "Damals war ich in meiner ersten Saison in der Landesklasse. In einem Spiel in Falkenthal, in welchem es ziemlich hart zur Sache ging, beleidigte mich ein Spieler. Diesen wollte ich daraufhin des Feldes verweisen und hatte meine Karte auch schon in der Hand. Dann jedoch kam ein Mitspieler von ihm zu mir und überredete mich die Rote Karte stecken zu lassen. Da ich damals noch so jung war zeigte ich dem Beleidiger nur die Gelbe Karte. Das Spiel wäre danach beinahe eskaliert."

Studium in Münster

Heute verfügt Tino Stein bereits mit seinem Alter von 23 Jahren über genug Erfahrung, um solche Situationen in der Vergangenheit ruhen zu lassen. Im Moment ist er mit einem dualen Studium zum Diplom-Finanzwirt in Münster beschäftigt, fährt jedoch jedes Wochenende nach Hause, um seine Spiele in Brandenburg leiten zu können.

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Doch auch neben dem Fußball ist der "Schiedsrichter im Blickpunkt" der aktuellen Woche sehr sportbegeistert: "Ich mache sehr gerne Sport. Tennis finde ich super, ich gehe aber auch ab und zu laufen." Doch auch auf das Fußballspielen kann der Student in seiner Freizeit nicht verzichten. Nun jedoch freut sich Stein zunächst einmal auf die EM: "Ich bin mir sicher, dass es Deutschland dieses Jahr packt und den Titel gewinnt." 

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