Union-Präsident Dirk Zingler. Union-Präsident Dirk Zingler. © dpa
Union-Präsident Dirk Zingler.

Union-Präsident Dirk Zingler: "Es ist ein Tag, der zum Kotzen ist"

2. Bundesliga: Berliner Vereinschef über die personellen Veränderungen bei den Eisernen.

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Der starke Mann des 1. FC Union Berlin wirkte sichtbar angeschlagen. „Es ist ein Tag, der zum Kotzen ist“, sagte Vereinschef Dirk Zingler am Montag in der Präsidenten-Suite 78 im Stadion der Eisernen und ergänzte: „Personalentscheidungen über Menschen zu treffen, mit denen man zusammenarbeitet.“ Kurz zuvor hatte der Club nach einer verkorksten Saison 2017/18 alle Entscheider der Profiabteilung abgesetzt: Trainer André Hofschneider von der Zweitligamannschaft abgezogen, den Manager rausgeworfen und den Sportchef degradiert. „Wir haben kritisch hinterfragt, was gut und schlecht war. Das Ergebnis haben wir heute verkündet“, sagte Zingler.

Ursprünglich wollte Union in die Bundesliga aufsteigen, am Ende rettete der Hauptstadtclub mit viel Mühe erst im Endspurt den Verbleib in der 2. Liga. Neben Hofschneider, der nach nur gut fünf Monaten als Chefcoach im Verein wieder eine andere Funktion übernehmen soll, verloren am Montag auch Helmut Schulte als Leiter der Lizenzspielerabteilung und Sportchef Lutz Munack ihre Posten. Munack war Impulsgeber des für die Öffentlichkeit überraschenden Trainerwechsels von Jens Keller zu Hofschneider im Dezember.

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„Die Entscheidungen sind über Wochen gereift. Es war eine besondere Saison. Einen klaren Kurs zu bewahren, nach oben oder unten zu denken, war für alle eine große Herausforderung“, bemerkte Zingler zum radikalen Umbruch. Das selbstgesteckte Ziel Aufstieg sei „klar verfehlt“ worden. Abwehrchef Toni Leistner, der Union verlässt, hatte schon nach dem 1:0-Sieg am Sonntag in Dresden Klartext und von einer „katastrophalen Saison“ gesprochen: „Wir haben als Mannschaft, als Verein komplett versagt.“

Von Rang vier war es ab Herbst kontinuierlich bergab gegangen beim Aufstiegsanwärter Union. Es folgte die Trennung von Trainer Keller. Doch unter dem vorigen A-Juniorencoach Hofschneider verschärfte sich die Situation bei den Eisernen immer weiter. Mit dem 47-Jährigen holte der ambitionierte Club lediglich fünf Siege aus 18 Spielen. Erst am vorletzten Spieltag gelang mit einem 3:1-Erfolg über den VfL Bochum die endgültige Rettung. Das Union-Urgestein Hofschneider hatte einen Cheftrainer-Vertrag bis 2019 erhalten.

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Munack, zuletzt als Geschäftsführer Sport gesamtverantwortlich für alle Fußballabteilungen beim 1. FC Union, wird nur noch den Nachwuchs- und Amateurbereich verantworten. Kaderplaner Schulte ist mitverantwortlich für einige Transferflops wie die Verpflichtungen der Abwehrspieler Atsuto Uchida (inzwischen Kashima Antlers), Christoph Schösswendter und Lars Dietz, die sportlich keine Rolle spielen. Auch Akaki Gogia, der über eine Million Euro Ablöse kostete, überzeugte kaum. Schulte verlässt den Verein sofort, einen Nachfolger für ihn wird nicht mehr installiert.

„Man kann den Erfolg nicht planen“, betonte Zingler, gab aber zu: „Die bisherigen Strukturen haben uns nicht besser gemacht. Wir sind unklarer geworden und haben länger in den Entscheidungen gebraucht.“ Ab sofort wird es nur noch zwei Chefs geben für den sportlichen Bereich: Den Trainer und den neuen Geschäftsführer Profifußball, der am Dienstag vorgestellt werden soll. Erste Aufgabe: Zusammen mit dem Präsidium einen neuen Chefcoach finden, erklärte Zingler: „Wir haben Zeit, Sorgfalt geht dabei vor.“

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