Buzz Five: Die fünf stärksten Amateurgeschichten der Woche. Buzz Five: Die fünf stärksten Amateurgeschichten der Woche. © Montage
Buzz Five: Die fünf stärksten Amateurgeschichten der Woche.

Unsere "Buzz-Five": Die fünf kuriosesten Storys der Woche

Ungewöhnlich und anders: Immer montags sammelt der SPORTBUZZER seine besten Lokal- und Amateurfußballgeschichten in einer Top-5-Übersicht. Heute geht es um Wildschweine, einen ausgewechselten Schiedsrichter und Kontakte ins Reich der Mitte.

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1. Aus Leipzig: Wildschweine machen Rasen des SV Eula zur Sau

Dass Spiele zu dieser Jahreszeit aufgrund des Wetters ausfallen, ist keine Seltenheit. Aber der Grund, warum die Herren der Spielgemeinschaft Bornaer SV II/SV Eula ihre Heimspiele nicht austragen können, ist ein besonderer. Der Kreisligist kämpft mit einer Wildschweinplage. Viermal waren die Borstentiere in den vergangenen Wochen auf dem Eulaer Sportplatz „zu Besuch“ und hinterließen viermal eine Spur der Verwüstung. „Wir können nichts machen. Die können jeden Tag wiederkommen“, sagt Nico Jakubaschk, Präsident des Vereins. Bereits vor knapp zwei Wochen hatten die Verantwortlichen Mitglieder und Freunde zum Arbeitseinsatz gebeten. Doch am Wochenende darauf schauten die Wildschweine erneut vorbei, machten die Mühe der Vorwoche in der Nacht zunichte. Das große Problem: eine kurzfristige Lösung ist nicht in Sicht. Der Präsident verfolgt deshalb zwei Möglichkeiten: ein Zaun und eine Art Bande, die sich an der bereits existierenden Spielfeldbegrenzung anbringen ließe. „Für Ersteres brauchen wir eine Genehmigung der Stadt und natürlich Material. Stellen würden wir den Zaun notfalls auch selbst.“

Fotogalerie: SV Eula kämpft gegen Wildschwein-Besuch

2. Aus Brandenburg: Schiedsrichter verletzt sich nach drei Minuten

Dass Spieler sich auswechseln lassen, ist im Fußball völlig normal. Doch dass sich ein Schiedsrichter ersetzen lassen muss, ist eine Seltenheit. Am vergangenen Wochenende passierte in der Kreisliga B-Partie zwischen Fortuna Babelsberg II und dem FC Deetz jedoch genau das. "Der Rasenplatz war in keinem guten Zustand", erinnert sich Martin Krause, der als Schiedsrichter der Partie angesetzt war. Keine 180 Sekunden später knickte er in einem Loch im Rasen um. "Ich wurde dann erst einmal notdürftig von Fortuna-Betreuer "Doc Detti" behandelt. Den Rest der Halbzeit habe ich humpelnd über die Bühne gebracht. Leider wurden die Schmerzen von Schritt zu Schritt schlimmer", berichtet der 30-Jährige. Nach 45 Minuten war Schluss.

Als Ersatz organisierte Schiedsrichterbeobachter Markus Gruben, der als Zuschauer vor Ort war, Nico Dreschkowski. Dieser hatte bereits am Mittag die A-Junioren-Brandenburgliga-Partie zwischen dem SV Grün-Weiß Brieselang und dem FSV Optik Rathenow geleitet: "Als ich angerufen wurde, habe ich gerade die Haustür wieder hinter mir zugemacht", erzählt der Brandenburgliga-Referee. Doch statt eines Nachmittags mit der Familie stand für Dreschkowski nun die zweite Halbzeit des Kreisliga-Spiels bei Fortuna Babelsberg II an: "Das war kein Problem für mich. Ich wurde sogar noch von zu Hause abgeholt, um es rechtzeitig zu schaffen."

Martin Krause (l.) und Nico Dreschkowski (r.) Martin Krause (l.) und Nico Dreschkowski (r.) © Oliver Schwant, Privat

3. Aus Göttingen: 1. SC 05 stellt China-Botschafter

Das China-Abenteuer des 1. SC Göttingen 05 läuft: Als erster Jugendtrainer der Schwarz-Gelben flog der B-Juniorencoach Torsten Burkhardt  im Rahmen der Kooperation mit einem chinesischen Unternehmen ins Reich der Mitte, um Jugendlichen Fußball beizubringen. Ziel von "Totti" war die Zhongni-Highschool in Quzhou im Südosten Chinas. "Für unseren erfolgreichen Jugendtrainer ist es eine besondere Auszeichnung, die schwarz-gelben Farben in China zu vertreten", heißt es in der Mitteilung der 05er. Zum Kooperations-Start soll in nächster Zeit eine intensive Zusammenarbeit mit der chinesischen Schule aufgebaut werden. "Ich will das Projekt zum Laufen bringen", sagt der 31-Jährige, der bis Ende März in China weilt. Auf Burkhardt folgt ein weiterer Coach, dann ein Externer, der die Arbeit des 05-Trainers bis zum Sommer fortsetzt. "Es gibt viele Interessenten", sagt Burkhardt, der zuvor noch nie in Asien war und sich auf die Reise freute: "Ich hätte auch Lust, für längere Zeit in China zu trainieren, aber diesmal geht es nur darum, sich alles anzuschauen und reinzuschnuppern."

In einem Blog schreibt "Totti" über erste Eindrücke aus Fernost: "Die Schule möchte eine eigene Fußballmannschaft aufbauen und dafür einen deutschen Trainer längerfristig (für sechs Monate oder länger) einstellen. Außerdem möchten sie mit einer Delegation nach Deutschland kommen, um im Raum Göttingen nach einer geeigneten Partnerschule zu suchen. Ziel ist es, talentierten Schülern die Möglichkeit zu bieten, in Deutschland sowohl schulisch-beruflich als auch fußballerisch eine sehr gute Ausbildung zu genießen."

Göttingens B-Juniorencoach Torsten Burkhardt in China. Göttingens B-Juniorencoach Torsten Burkhardt in China. © EF

4. Aus Leipzig: Spieler springt als Torwart ein

Für Markus Krug war gleich klar: „Ich gehe ins Tor.“ Es ist die 82. Spielminute im Auswärtsspiel des 1. FC Lok Leipzig bei Viktoria Berlin. Die Gäste liegen 2:3 zurück und möchten am liebsten nicht hinschauen. Stammkeeper Julien Latendresse-Levesque windet sich vor Schmerzen, seine linke Hand ist blutüberströmt. Kurz zuvor war ihm ein Berliner auf den Handschuh gestiegen. Lok hat zu diesem Zeitpunkt schon dreimal gewechselt, darf nicht mehr tauschen und der Torhüter muss vom Feld. Eigentlich wollte Trainer Heiko Scholz seinen Abwehrmann Robert Zickert zwischen die Pfosten stellen. Krug signalisiert aber: „Ich mache das.“

Dann die Schlussphase vor 624 Zuschauern im Stadion Lichterfelde. Lok wirft noch einmal alles nach vorn, stürmt auf das Berliner Tor an. Krug beobachtet das Spiel von hinten, muss bis dahin nur einmal einen Rückpass wieder mit dem Fuß zurück ins Feld spielen. In der 90. Minute flankt Leipzigs Becker und Djamal Ziane ist mit dem Kopf zur Stelle – 3:3. „So ein verrücktes Spiel hatte ich im Männerbereich noch nie“, gab der Torschütze zu. Die Viktoria hat in der Nachspielzeit noch eine Chance. Den letzten Schuss der Berliner pariert Krug mit dem Knie. Es folgen der Abpfiff und Leipziger Jubel über den geretteten Punkt. „Markus musste ja nicht viel machen, stand bei diesem Schuss aber genau richtig“, so Heiko Scholz.

5. Aus Hannover: Kreisligaspiel ohne Seitenlinien

Weil der Platz in Neuwarmbüchen nicht abgekreidet war, wollte der Schiedsrichters das Duell zwischen dem FC Neuwarmbüchen und dem FC Lehrte II um den Klassenerhalt in der Kreisliga Hannover-Land 1 zuerst eigentlich gar nicht anpfeifen. „Wir haben ihn dann doch umstimmen können", erklärten die Trainer Uwe Springfeld vom Gastgeber und Michel Rühmkorb vom FCL unisono. Für die Gastgeber vom FC Neuwarmbüchen wäre es vielleicht besser gewesen, die Partie wäre nicht über die Bühne gegangen: Es gab eine 1:4 (1:1)-Pleite gegen den Tabellenvorletzten – auf einem nicht mit Linien gekennzeichneten Geläuf. Kurios!

Nicht abgekreidet: Der Platz beim FC Neuwarmbüchen vor dem Kreisliga-Spiel gegen den FC Lehrte II (Symbolfoto) Nicht abgekreidet: Der Platz beim FC Neuwarmbüchen vor dem Kreisliga-Spiel gegen den FC Lehrte II (Symbolfoto) © imago/camera4
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