H0110729 Sebastian Koltonowski (mi) und der TBU unterlagen Sulingen (weiß) mit 0:2. © Björn Hake
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Uphusen und die unendliche Geschichte

Der Oberligist gerät gegen den TuS Sulingen nach zwei Torwartfehlern auf die Verliererstraße - 0:2

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Die Hände klatschen vor die Gesichter der Zuschauer, der Reservespieler, des Trainers, der Verantwortlichen, der Mitspieler auf dem Feld. Die Hände der Gegner klatschen dagegen zusammen, denn es darf gejubelt werden. So eben hat der TuS Sulingen beim Auswärtsspiel gegen den TB Uphusen zum 1:0 getroffen. Verantwortlich dafür war Atsushi Waki per Kopf. Ganz großen Anteil daran hatte allerdings auch wieder einmal ein Uphuser Schlussmann, wie schon so oft in dieser Saison. Diesmal hütete Jasin Jashari den Uphuser Kasten, und wieder sah der Keeper alles andere als gut aus. Zwei Gegentore gingen auf sein Konto, zwei Gegentore kassierten die Arenkampkicker beim 0:2 (0:2) gegen den Oberliga-Aufsteiger aus Sulingen.

Im Vorfeld hatte der neue Chef-Coach Fabrizio Muzzicato noch überlegt, wen er diesmal das Tor hüten lassen soll. Immerhin hatte er drei Möglichkeiten, Jashari und Kevin Kuhfeld hatten bereits in dieser Saison mehrmals gepatzt. Variante Nummer drei: Jannik Wetzel, der Zugang vom VfB Oldenburg. Dieser hatte jedoch Trainingsrückstand und in Sachen Spielpraxis nur 45 Minuten gegen die Polizei-Nationalmannschaft vorzuweisen. "Und er hat das Abschlusstraining verpasst, da er im Stau stand", erzählte Muzzicato. Somit entschied sich der TBU-Trainer für den trainingsfleißigen Jashari. "Im Nachhinein ist man immer schlauer", sagte Muzzicato zu seiner Torwart-Entscheidung.

Denn diese sollte sich in Minute 39 als falsch herausstellen. Nach einem Freistoß von Sulingens Jona Hardt stieg Waki zum Kopfball, Jashari kam raus, aber zu spät – vor seinen Fäusten sprang der Ball vom Kopf Wakis über den Keeper und landete locker flockig im Netz. Es klatschten die Hände vor die Gesichter an der Seitenlinie. Unter den Zuschauern, auf der Uphuser Bank und auch nach dem Spiel von Fabrizio Muzzicato war die altbekannte Fußball-Floskel zu hören: "Wenn er rauskommt, muss er ihn auch haben". Und das zweite Klatschen folgte zugleich. Ein flachgetretener Freistoß von Jona Hardt schlug eine Minute vor der Pause im Torwarteck ein.

Als Ausrede wollte Muzzicato die beiden Fehler des Torwarts aber nicht gelten lassen. Denn auch die anderen zehn Feldspieler wussten wenig zu überzeugen, insbesondere die Offensive nicht. "Das war vielleicht die schlechteste erste Hälfte der Saison", befand Muzzicato. Dem konnte auch nur Efkan Erdogan zustimmen: "Die Fehler können mal passieren, wir haben danach noch genügend Zeit. Aber wir waren einfach ab der ersten Minute nicht vom Kopf her da. Wir müssen, wir wollen, wir werden – diese Grundeinstellung war irgendwie nicht da. Das darf einfach nicht sein." Auch am Uphuser Mann der vergangenen Spiele selbst konnte diese Aussage festgemacht werden. Erdogan wie auch seine Offensivkollegen ließen Lauf- und Spielfreude vermissen. Und dabei hätten diese Grundtugenden dem Spiel wohl eine andere Richtung gegeben, denn wie Muzzicato nach dem Spiel feststellte: "Sulingen war zwar aktiv, aber zwingend auch nicht."

So erspielte sich keines der Teams ein wirkliches Chancenplus. Zweimal konnten sich die Uphuser jedoch beim Gegner bedanken, dass dieser den Ball aus aussichtsreichen Positionen entweder gar nicht oder nicht richtig traf. Neben einem abgepfiffenen Kopfball von Bastian Helm (5.) war die einzige Torannährung der Gastgeber ein Schuss über das Gehäuse von Ayoub Rochd (31.).

In Halbzeit zwei stellte sich Besserung beim TBU ein. Sebastian Koltonowski übernahm im Sturm für Vafing Jabateh. Koltonowskis Einwechselung führte dazu, dass mehr Bälle in der Offensive gehalten wurde. Im Gesamten versuchten die Uphuser mehr, liefen mehr und kämpften auch mehr. Doch es nützte nichts, lediglich Halbchancen erarbeiteten sie sich – die zündenden Ideen fehlten weiterhin. Dabei wurde ihnen der Anschlusstreffer beinahe geschenkt. Der Handelfmeter, zu dem Yannis Becker antrat, hätte die Wende bedeuten können. Doch die Ausführung passte zum Spiel der Arenkampkicker – Becker schoss den Ball aus Elfmetern gar über den Zaun (54.). "Schade, für Sulingen wäre es schwer geworden, aus ihrer Lethargie, die sie da schon gezeigt hatten, wieder rauszukommen", sagte Muzzicato. Im Endeffekt musste er wie auch Erdogan kurz und knapp festhalten: "Die Niederlage war einfach verdient."

Region/Bremen Bezirk Lüneburg TB Uphusen (Herren) TuS Sulingen (Herren) Oberliga Niedersachsen (Herren) Arminia Hannover-SV BW Bornreihe (25/09/2016 18:00)

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