12. September 2018 / 15:07 Uhr

Uphusens Frithjof Rathjen: "Ich übe keinen Druck auf Fabrizio aus"

Uphusens Frithjof Rathjen: "Ich übe keinen Druck auf Fabrizio aus"

Patrick Hilmes
SPORT // Fu§ball Oberliga, TB Uphusen - SV Atlas Delmenhorst:
Frithjof Rathjen (TBU)
FOTO: Bjšrn Hake
Besticht durch seine Übersicht, Zweikampfstärke und Ruhe in der Defensive: Uphusens Frithjof Rathjen. © Björn Hake
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Der Abwehr-Chef des Oberligisten TB Uphusen trainiert weniger, da er Co-Trainer bei Werders U14 ist - spielt aber trotzdem

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Herr Rathjen, Sie haben kürzlich mit dem TB Uphusen noch den späten 1:1-Ausgleichstreffer im Heimspiel gegen den 1. FC Wunstorf kassiert. Und das, obwohl Sie und Ihre Mitspieler spielbestimmend waren…

Frithjof Rathjen: Das war äußerst ärgerlich. Wunstorf hatte nur diese eine Torchance, ansonsten nichts.

Ausgerechnet Routinier Viktor Pekrul – 35 Jahre und mit reichlich Regionalliga-Erfahrung ausgestattet – unterlief der entscheidende Fehler an der Torauslinie, als er sich den Ball noch abnehmen ließ…

Da sieht man, dass es im Fußball auch solche Spieler treffen kann. Aber wir hatten auch danach noch in der Mitte die Chance, den Ball zu klären. Wir sind halt keine Maschinen. Das war sehr bitter und fühlte sich wie eine Niederlage an. Aber das wird sich im Laufe der Saison ausgleichen. Auch wir werden Spiele haben, in denen wir in der 86. Minute den Ausgleich schießen, obwohl es vom Spielverlauf nicht wirklich verdient war.

Auch wenn zwei Punkte gegen Wunstorf verschenkt wurden, der TB Uphusen ist bestens in die Saison gestartet – elf Punkte aus fünf Spielen und Tabellenplatz drei. Was hat sich seit der guten Rückrunde der vergangenen Saison noch weiter verbessert?

Es waren zwei verschiedene Ausgangssituationen. In der Rückrunde ging es nur um Punkte, die Art und Weise war zweitrangig. Nun sind wir bei null gestartet, die Punkte sind beinahe zweitrangig. Es haben einfach alle Lust zu kicken. Auch ein Ricardo Marafona oder ein Shamsu Mansaray machen das hervorragend. Diese Mischung aus den erfahrenen und jungen Spieler ist einfach gut. Jetzt waren wir auch genau auf den Punkt da, genau zum Saisonstart.

Doch der war mit dem im Elfmeterschießen verlorenen Pokalspiel gegen Wunstorf kein erfolgreicher. Nun wurde erneut kein Sieg gegen den 1. FC verbucht. Warum liegt dieser Gegner dem TBU nicht?

Ich habe auch Angstgegner gelesen. Doch ich finde nicht, dass er uns nicht liegt. Ich habe jetzt zweimal gegen Wunstorf gespielt – im Pokal war ich nicht dabei - und wir waren drei Halbzeiten die bessere Mannschaft. Ich mag es, gegen Wunstorf zu spielen. Sie wollen mitspielen und haben die gleichen Ideen vom Fußball wie wir.

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Im Pokal weilten Sie im Urlaub, aber auch generell ist Ihre Zeit am Arenkamp rarer geworden. Seit dieser Saison sind Sie Co-Trainer der U14 des SV Werder Bremen. Wie kam es zu diesem Engagement?

Ich habe meine gesamte Jugend bei Werder verbracht, der Kontakt ist danach zwar abgeflacht, aber nicht ganz abgerissen. Vor der Saison wurde ich dann von Werder angerufen und gefragt. Mir war wichtig, dass ich noch selber spielen und trainieren kann. Das funktioniert zum Glück, zweimal die Woche schaffe ich es nach Uphusen zum Training. Es ist zwar zeitintensiv, aber es macht mega Spaß.

Doch beim TBU brennen Mitspieler wie Nachwuchstalent Eugen Uschpol darauf, auf Ihrer Position in der Verteidigung zu spielen - und das auch von Anfang an. Coach Fabrizio Muzzicato ist kein Freund davon, Akteure einzusetzen, die weniger trainieren. Bisher standen Sie bei ihren drei Saisoneinsätzen dennoch jedes Mal von Anfang bis Ende auf dem Feld. Wie denken Sie darüber, dass Sie auf dem Platz stehen, während ein Mitspieler auf der Bank sitzt, der mehr trainiert hat?

Ich bin selbst auch kein Freund davon, wenn jemand spielt, obwohl er weniger trainiert hat. Aber es war vor dem Braunschweig-Spiel so, dass Dennis Janssen sich verletzt hatte und Fabrizio einen Erfahrenen hinten in der Kette haben wollte. Ich übe auch keinen Druck auf Fabrizio aus, dass er mich spielen lassen soll. Er ist der Trainer, er entscheidet. Wenn ich spiele, dann gebe ich alles. Wenn ich auf der Bank sitzen sollte, dann fiebere ich genauso mit. Ich habe auch viel mit Eugen Uschpol gesprochen, er lernt viel im Training. Seine Zeit wird definitiv kommen. Man muss bei all dem einfach ein gesundes Maß finden.

Ein gesundes Maß ist das Stichwort für die beiden Spielsysteme, die Coach Fabrizio Muzzicato in dieser Saison bisher spielen ließ (3-2-4-1 und 4-1-4-1). Präferieren Sie eines der beiden?

Nein, ich fühle mich in beiden wohl. Es ist vorteilhaft, zwei Systeme spielen zu können. Dreier- oder Viererkette – das ist schon was ganz anderes. Dadurch sind wir flexibler und können dem Gegner etwas Neues bieten, wodurch er sich etwas einfallen lassen muss. Zwei Systeme können nicht viele Mannschaften spielen. Aber wir haben genügend spielintelligente Spieler, die das können. Das ist eine absolute Waffe.

Und wohin wird die Reise des TBU mit dieser Waffe führen?

Unser Ziel ist es, unsere Position da oben zu verteidigen. Ich sehe das wie Werder-Coach Florian Kohfeldt: Wir setzen uns keine Vermeidungsziele, sondern Erreichungsziele. Ob wir das schaffen, uns in der oberen Tabellenregion zu halten, werden die Wintermonate zeigen. Dann, wenn der Boden tief ist, denn dann können wir den Fußball, den wir präferieren, nicht mehr so spielen. Flachpass-Spiel wird dann schwierig. Das ist die Zeit, in der die Punkte liegen gelassen werden. Dann müssen wir da sein.

Und wie ist es um die eigenen sportlichen Ambitionen bestellt? Streben Sie persönlich die Regionalliga an, oder wollen Sie in Zukunft gar kürzer treten?

Das nicht, aber man weiß im Sport ja nie, was passiert. Jedoch kommt an erster Stelle immer der Job, bei mir ist es das Master-Studium Business-Management an der Hochschule Bremen. Alles andere, wie auch der Fußball, muss drumherum gebastelt werden. Aber Oberliga ist immer gut vereinbar mit einem Job.

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