X
Fußball in Deutschland
Fußball International
Fußball-Nationalmannschaft
Fußball in den Regionen
Fussball nach Bundesländern
MALLEBUZZER
Boulevard
eSports
Sportmix

Urban auf dem Weg zu Olympia

Redaktion Sportbuzzer
Patrick Urban bei den Berlin Open © Fotos: Felix König, Hfr

Ab jetzt geht es in die Vollen! Mit den German Open in Berlin eröffnet die Karate-Weltspitze ab Freitag das Wettrennen um die Startplätze für Olympia 2020 in Tokio. Mittendrin als einziges Nordlicht: Patrick Urban vom Karate Dojo Lübeck. Für seinen Traum hat er sogar Job und Ort gewechselt.

Raus aus den Trainingsklamotten, rein in die S-Bahn und ab zum Brandenburger Tor. Nach zwei Stunden auf der Tatami „für das gute Gefühl“ stand bei der deutschen Nationalmannschaft gestern Nachmittag ein Berlin-Bummel auf dem Plan. Sightseeing als teambildende Maßnahme, als Ablenkung vor dem großen Turnierstart am Freitag. Dann wird auch Patrick Urban im Horst-Korber-Sportzentrum als einer von 14 Deutschen auf der Matte stehen. Als Kumite-Bester, bis 67 Kilogramm. Wenn es top läuft, wird er fünf Kämpfe bestreiten, sich für die Finalkämpfe am Sonntag qualifizieren. Nur: Das ist dem 27-Jährigen bei einem Turnier der Spitzenreihe K1 Premier League noch nie gelungen. Erschwerend kommt hinzu: In Berlin ist alles da, was in der Karate-Welt Rang und Namen hat, die Top 64 der Rangliste in jeder Disziplin. Aus gutem Grund. „In Tokio bei den Olympischen Spielen wird Karate erstmals unter den fünf Ringen zu sehen sein. Und ab jetzt geht es um 2020, um Punkte für die Olympia-Qualifikation“, erklärt Urban. Die erste Hürde hat der Lübecker bereits genommen, denn für die Olympia-Quali sind in jeder Gewichtsklasse nur die besten 50 der Welt zugelassen. Urban ist derzeit die Nummer 41. Nur: „Ab jetzt steht alles auf Null. Es geht von vorn los.“

Anzeige

800 Karateka sind für die German Open ab Freitag in Berlin gemeldet, darunter Superstar Raphael Aghayev (Aserbaidschan). Das Turnier gehört zur Premier-League-Serie (sieben insgesamt), ist das erste im Rahmen der Olympia-Qualifikation. Für Deutschland starten acht Frauen und sechs Männer (Kata/Kumite).

Seinem Traum von Olympia ordnet der Sport- und Fitnesskaufmann alles unter. Sogar seinen Job als Saunameister in der Ostsee- Therme Scharbeutz hat er deshalb gekündigt. „Mit viel Wehmut, wir sind da ein tolles Team.“ Lübeck, sein Dojo, seine Freundin, seine Familie – alles wird er fortan auch nur noch am Wochenende sehen. Urban ist jetzt Polizeimeisteranwärter. Neustrelitz, 250 Kilometer entfernt, ist sein neues Zuhause. Er steckt seit dem 1. September in der Grundausbildung. Das eröffnet aber auch neue Freiräume. „So viel Zeit für meinen Sport hatte ich noch nie. Wir haben alles auf dem Gelände, Hallen, Kraftraum, Sauna.“ Er hat sich festgelegt: „Die Entscheidung für die Bundespolizei war richtig und wichtig.“

Urban ist jetzt endgültig auf dem „Road to Tokio“. Berlin ist für den Weltmeister von 2015 (Mannschaft) auf dem Weg die erste wichtige Station. Auch, weil er bei den Open um das Ticket für die WM im November in Madrid kämpft. „Auch zur WM geht es um Olympia-Punkte“, erklärt Urban. Sein Konkurrent: David Kuhn aus Hessen. Das Ausscheidungsprocedere ist simpel: „Wer in Berlin die bessere Leistung zeigt, fährt. Ganz klar, dass ich nach Madrid will.“ Es wäre ein weiterer Meilenstein, einer auf dem langen, sehr langen Weg nach Tokio.

Jens Kürbis

Mehr zur Hero Unit
Region/Lübeck
Anzeige