11. Juli 2018 / 22:38 Uhr

Uwe Seeler: Ein Sportidol für alle Generationen

Uwe Seeler: Ein Sportidol für alle Generationen

Lisa Wittmaier
Eugen Gehlenborg (DFB, v.l.), Hans-Ludwig Meyer (SHFV) mit Uwe Seeler und Günter Distelrath (NFV). Seeler wurde zum Ehrenmitglied des Norddeutschen Fußball-Verbandes geehrt.
Eugen Gehlenborg (DFB, v.l.), Hans-Ludwig Meyer (SHFV) mit Uwe Seeler und Günter Distelrath (NFV). Seeler wurde zum Ehrenmitglied des Norddeutschen Fußball-Verbandes geehrt. © Lutz Roeßler
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Uwe Seeler wird Ehrenmitglied des Norddeutschen Fußballverbandes – Kinder sind von ihm begeistert

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Erster Torschützenkönig der Bundesliga, Deutscher Meister und Pokalsieger mit dem HSV, Träger des großen Bundesverdienstkreuzes: Uwe Seeler (81) hat schon viele Titel errungen und Auszeichnungen erhalten. Seit Mittwoch ist 82-jähriger auch Ehrenmitglied des Norddeutschen Fußball-Verbandes.

Als passenden Ort für die Verleihung wählte NFV-Präsident Eugen Gehlenborg den Uwe-Seeler-Fußball-Park in Malente aus. Mit seinem guten Namen hatte der Ausnahmesportler vor fünf Jahren nach einer umfassenden Sanierung und Modernisierung der 1952 gegründeten Sportschule die Patenschaft für die Einrichtung übernommen.
Ziel dieses Engagements sei es, vor allem Jugendliche durch die Bereitstellung von guten Trainingsmöglichkeiten für den Fußball zu begeistern und dabei so wichtige Werte wie Fairness und Gemeinschaft, Verlässlichkeit und Fleiß zu vermitteln, sagte Seeler. „Ich hatte immer ein gut behütetes Zuhause.“ Diese Basis habe ihm stets die Kraft für harte Trainingseinheiten und Spieltage gegeben, erzählte er mit Blick auf drei Jugendmannschaften aus Hessen, die derzeit in Malente eine Fußballfreizeit verbringen.

Uwe Seeler ist für alle ein Vorbild. Nun ist er auch Ehrenmitglied beim NFV.
Uwe Seeler ist für alle ein Vorbild. Nun ist er auch Ehrenmitglied beim NFV. © Lutz Roeßler
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Seelers Tore begeistern Kinder immer noch

Deren Mitglieder waren begeistert, ihren Eltern von „dem historischen Augenblick mit der lebenden Fußballlegende“ (Gehlenborg) erzählen zu können. „Mein Vater ist schon ganz neidisch und wäre heute gerne hier“, sagte Fabian von der TSG Edertal und lachte. Paul und Manuel kennen Seeler als TV-Kommentaren und haben sich bereits You-Tube-Videos von „den vielen und tollen Toren“ angeschaut. „Mit einem Mittelstürmer wie Uwe Seeler wäre der HSV in dieser Saison nicht abgestiegen und die Deutsche Nationalmannschaft im aktuellen WM-Turnier noch dabei“, sagen Julius und Emilio überzeugt, die als echte HSV-Fans oft mit ihren Großvätern über Seeler gesprochen haben.
Seelers Tipp für den Nachwuchs: „Trainieren, trainieren, fleißig sein – und wenn man nicht weiß, wohin mit dem Ball: einfach reinhauen.“ Eine weitere wichtige Regel: „Gewinnen wollen, verlieren können.“ Im Gespräch sind sich alle schnell einig: Der aktuellen deutschen Auswahl fehlte der Teamgeist von Malente. „Du kannst die besten elf Spieler auf den Platz stellen und trotzdem verlieren“, sagte Gehlenborg. Es gebe aber auch „mit dem Nordlicht, das alles überstrahlt“, einen guten Trost in schweren Momenten, nahm Laudator Hans-Ludwig Meyer den Ball auf. „Uwe Seeler ist nie Weltmeister geworden. Und doch wird mit seinem Namen eine Ära verbunden, die Sportsgeist förderte und Aufrichtigkeit lehrte“, lobte Meyer die von Seeler verkörperte und gelebte Vorbildfunktion.

50. 000 Euro für das Projekt „AmpuKids“

Dazu zähle auch das Engagement für Menschen mit Handicap. Besonders erfreulich sei es daher, dass man das Projekt „Ampu-Kids“ des Instituts Ampu-Vita bei der Feierstunde mit einem über 50. 000 Euro dotierten Preis der Uefa Foundation for Children auszeichnen könne, sagte Meyer. Überreicht wurden Urkunde und Scheck, die von der Ampu-Vita-Geschäftsführerin Andrea Vogt-Bolm und dem 13-jährigen Jugendnationalspieler der Amputierten-Fußballmannschaft Otto Rueder entgegengenommen wurden, von DFB-Vizepräsident Gehlenburg in seiner Funktion als Vorsitzender und Seeler als Botschafter der Sepp-Herberger-Stiftung sowie als Vertreter der Egidius-Braun-Stiftung. „Das Geld werden wir auf die hohe Kante legen, um auch in den kommenden Jahren zuverlässig Fußballfreizeiten und andere Maßnahmen für unsere Kinder und Jugendlichen anbieten zu können“, sagte Vogt-Bolm erfreut über die Zuwendung.

Schwerpunkt des vor zehn Jahren ins Leben gerufenen Projekts „AmpuKids“ ist die Beratung amputationsbetroffener Familien. Dazu zählt auch die Organisation gemeinsamer Sport- und Spieltage, um den Teilnehmern verschiedene Möglichkeiten zum Er- und Ausleben der eigenen Fähigkeiten geben zu können.

Von Dirk Schneider

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