Kennen sich seit 34 Jahren: FSV-Präsident Martin Müßigbrodt (l.) und Erhard „Tutti“ Mudrich, der am gestrigen Freitag seinen 80. Geburtstag mit einer großen Party feierte. Kennen sich seit 34 Jahren: FSV-Präsident Martin Müßigbrodt (l.) und Erhard „Tutti“ Mudrich, der am gestrigen Freitag seinen 80. Geburtstag mit einer großen Party feierte. © Oliver Schwandt
Kennen sich seit 34 Jahren: FSV-Präsident Martin Müßigbrodt (l.) und Erhard „Tutti“ Mudrich, der am gestrigen Freitag seinen 80. Geburtstag mit einer großen Party feierte.

Vereinsleben: „Tutti“ fährt mit dem Rennrad zu jedem Match seiner Lieblinge

Vereinsleben: Der Ragower Fußballfan Erhard Mudrich feiert seinen 80. Geburtstag.

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"60 Gäste reichten vollkommen", sagte Erhard Mudrich, den die Menschen in Ragow und Umgebung nur unter seinen Spitznamen „Tutti“ kennen, und der am Freitagabend im Vereinshaus des FSV Admira 2016 in Ragow im Kreise seiner Familie und im Beisein zahlreicher Freunde und Weggefährten seinen 80. Geburtstag feierte. Mudrich, der seit über 60 Jahren Mitglied im Verein und ein blühender Fußballfan der FSV ist, freut sich aktuell über das gute Abschneiden des ersten Männerteams in der Dahme/Fläming-Liga.

„Nach sechs Spieltagen stehen meine Jungs auf dem dritten Tabellenrang, ein besseres Geburtstagsgeschenk hätten sie mir sicherlich nicht machen können“, so der Jubilar, „ich werde den Spielern natürlich noch ordentlich einen auf meinen Geburtstag ausgeben, das haben sie sich verdient. Im Gegensatz zur vergangenen Saison, die aus meiner Sicht eher zum Vergessen war, spielt das Team bisher eine recht ordentliche Serie.“
„Tutti“ lässt es sich auch im hohen Alter nicht nehmen, kein Match seiner Lieblinge vor Ort zu verpassen. Auch auswärts ist er immer mit dabei. Aber nicht wie der gewöhnliche Fußballfan – der meistens mit dem Auto anreist – nein, er fährt zu jeder Begegnung mit seinem Rennrad.

​Mudrich: "Wir hatten damals keine Bälle"

„Egal, ob es regnet oder schneit, ich werde weiterhin auf zwei Rädern den Jungs hinterher reisen. Natürlich nur so lange, wie es meine Gesundheit noch zulässt“, so Mudrich, der vor einem halben Jahr bei einem Fahrradunfall in Senzig viel Glück hatte. „Eine Autofahrerin nahm mir die Vorfahrt, so dass ich voll in ihr Auto hineinkrachte. Im Gesicht hatte ich ein paar Schürfwunden, ansonsten bin ich mit dem Schrecken davongekommen. Dieser Crash hätte sicherlich auch schlimmer ausgehen können.“

Am 6. Oktober 1937 kam Mudrich auf dem elterlichen Gehöft in Ragow zur Welt. „Wir hatten damals keine Bälle, um mit den Nachbarskinder auf der Dorfaue zu Kicken“, erinnerte sich Mudrich an seine Jugendzeit, „wir spielten mit Blechbüchsen oder auch mal mit einer Schweinsblase, die vom Schlachten übrig geblieben ist.“ 1953 siedelte die Familie nach Aachen (Nordrhein-Westfalen) um, da sie auf Druck der DDR-Regierung als Großbauern in die LPG eintreten sollten. „Das wollte meine Mutter, mein Vater starb bereits 1945 an Typhus, auf keinen Fall. Im Westen fühlten wir uns aber nicht wirklich wohl, deshalb kehrten wir nach 18 Monaten wieder nach Ragow zurück“, so Mudrich.

​Dem Admira-Präsident das Kicken beigebracht

In seinem Heimatort gehörte der 80-Jährige 1955 zu den Gründungsvätern des SV Ragow, der nur kurze Zeit später in Traktor umbenannt wurde. Nach der Fleischerlehre lernte er 1957 seine Frau Hannelore kennen, die die Großtante vom aktuellen Männertrainer Stefan Eggert ist, der „Tutti“ regelmäßig mit den neuesten Informationen aus der Kabine versorgt. Als Trainer hatte er bis 1965 fünf Jahre eine Schülermannschaft unter seinen Fittichen. „Anschließend leitete ich einige Nachwuchsspiele als Schiedsrichter. Eine Hochstufung in den Männerbereich lehnte ich kategorisch ab, da ich ja selbst Fußball dort spielen wollte“, berichtete Mudrich mit einem Grinsen im Gesicht.

Im Vorstand des Vereins kümmerte sich Mudrich, der 32 Jahre als Fleischer im Konsum in Königs Wusterhausen arbeitete, mit viel Hingabe und Leidenschaft um den Jugendbereich. „Mit Kindern zusammenzuarbeiten, das hat mir immer sehr viel Spaß und Freude bereitet.“ So war es auch nicht groß verwunderlich, dass er von 1976 bis 1986 noch einmal dem Ragower Nachwuchs das Fußball-Abc beibrachte. Unter den Spielern, die er damals trainierte, befand sich auch der aktuelle Admira-Präsident Martin Müßigbrodt, der nur Gutes über seinen ehemaligen Trainer berichten kann. „Erhard identifiziert sich wie kein Zweiter mit unserem Verein. Ich hoffe, dass er uns noch viele Jahre erhalten bleibt“, sagte Müßigbrodt.

​Noch heute im Verein aktiv

Insgesamt war „Tutti“ über 30 Jahre im Ragower Vorstand aktiv. Noch heute ist er als Kassenwart tätig und holt, wenn es einmal erforderlich sein sollte, auch persönlich die Beiträge von den Vereinsmitgliedern ab. „Diese Tätigkeit macht mir sehr nach wie vor sehr viel Spaß, denn so kann ich mich noch ein wenig in die Vereinsarbeit mit einbringen“, so Mudrich, der am morgigen Sonntag fußballfrei hat, da die ersten Männer des FSV Admira 2016 im Kreispokal bereits ausgeschieden sind.

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